Es ist fast auf den Tag genau 9 Jahre her, da habe ich über den ITW Web Dominator[1] geschrieben. Diesen hatte ich häufig im Einsatz wenn ich mit meiner Gepäckrolle auf der BMW R 1150 GS unterwegs war, mit den Metallkoffern wurde die Rolle dann kaum noch genutzt.
Vor einigen Wochen war das Abspannen von Motorrädern für den Transport sowie die generelle Frage, wie man mit dem Ende von einem Spanngurt umgehen soll, Thema in einem Sprachchat. Den habe ich zum Anlass genommen, ein paar Bilder vom sogenannten »Truckerknoten« zu machen. Diesen Nutze ich eigentlich nur in meinem Pickup wenn ich etwas verzurre und nicht will, dass das Gurtende sich selbständig macht.
Man kann den Knoten aber auch für deutlich kürzere Spanngurtenden verwenden, welche ich beispielsweise bei meinen grünen Gurten am Motorrad im Einsatz hatte und habe.
Für die Ladungssicherung auf der Ladefläche von meinem Pickup habe ich mir erst vor wenigen Tagen neue Spanngurte gekauft. Der Preis auf dem Etikett stimmt nicht, sie waren deutlich günstiger, da in einer »Grabbelkiste« mit »Sonder-Sonderrabatt« deklariert.
Die neuen, jungfräulichen Gurte haben sich für den heutigen Beitrag angeboten, denn sie sind noch nicht durch den regelmäßigen Einsatz verschlissen und sehen noch »schön neu aus«, was sie ja auch sind. 😊
Bedienungsanleitung? Uninteressant. Also gleich mal den Gurt abwickeln.
So wird der Spanngurt nur ein einziges mal bei mir aussehen. Ich wickle die Gurte nicht mehr so auf, wie sie aus der Verpackung kommen. Zumal das meistens auch nicht geht, denn da ist häufig ein Gummiband oder Kabelbinder herum – und alles noch einmal zusätzlich eingeschweißt.
Damit ich nicht nur zeige, wie das Restband sicher verstaut wird, habe ich noch ein kleines Praxisbeispiel. Ein alltägliches aber zum Glück nicht jeden Tag auftretendes Szenario: der erfolgreiche Besuch bei IKEA, der PAX liegt in mehreren Teilen auf der Ladefläche und damit er sich auf der Fahrt nicht selbständig auf selbiger verteilt, werden die in Wellpappe verpackten Schrankbestandteile mit einem Spanngurt zusammengezurrt.
Der gelbe Spanngurt ist zweiteilig, aber das ändert nichts am Rest vom Spanngurt, welcher einfach herumflattern würde (sofern das Hardtop nicht auf der Ladefläche montiert wäre). 🙄
Ordnung muss sein, daher ist das Ende vom Spanngurt irgendwie zu sichern. Es gibt dafür verschiedene Lösungen, häufig auf Autobahnen und Landstraßen anzutreffen sind bei Privatpersonen meist nicht so haltbare Varianten, welche sich im Fahrtwind gelöst haben und dann eifrig im Fahrtwind flattern. 🙄
Profis haben die Spanngurte auf ihren LKW deutlich besser im Griff und wissen, wie sie das Band so fixieren können, dass es auch bei den maximal 80 km/h nicht den Tieflader in einen lustigen Flatterband-Anhänger mutieren lässt.
Das Ende vom Spanngurt wird von den Profis zunächst aufgerollt und dann verknotet.
Das Ende zwischen Knoten und Knarre ist im Praxisbeispiel ein wenig lang geraten, aber weil es auf der abgedeckten Ladefläche nicht so sehr windet, ist das kein Problem. 😉
Der PAX und seine Bestandteile haben den Transport damals vor rund 1,5 Jahren jedenfalls unbeschadet und »unverrutscht« gut überstanden. 😉

Wie bindet man nun diesen »Truckerknoten«? Mit dem neuen, extrem langen Spanngurt folgt im nächsten Abschnitt die Anleitung. Deutlich soll dabei werden, dass die Länge des nicht verwendeten Spanngurts eigentlich keine Rolle spielt, man muss daher den Spanngurt nicht zwingend abschneiden. Wäre ohnehin schade darum?
Ich kenne ihn als »Truckerknoten«, technisch-nüchtern wird er wohl auch »Sicherungsknoten für Restbänder« genannt. Charmant finde ich die Bezeichnung »Gurt-Dutt«, den habe ich mal beim Camping mit dem VW-Bus vor etlichen Jahren gehört – und danach nie wieder. 😁
Die Ausgangssituation: ein abgerollter, zweiteiliger Spanngurt. Mit 5 Metern Länge nicht wirklich etwas für das Motorrad, aber umso beeindruckender ist der Rest an Gurtband, welcher irgendwie sicher verstaut werden soll.
Kümmert man sich nicht um das Ende vom Spanngurt, flattert es freudig im Wind und gerät – bei einem Motorrad – gerne in die Speichen oder die Kette. Ein plötzlich blockierendes Hinterrad ist nicht wirklich lustig.
Einfach locker irgendwie herumbaumeln lassen reicht also nicht. Unter das verzurrte Gepäck stopfen ist auch keine empfehlenswerte Lösung. Bei Autobahntempo zerrt der Fahrtwind an dem Gurt und kann ihn auf längeren Strecken auch wieder unter der Gepäckrolle hervorziehen. Dann peitscht das Ende herum und im schlimmsten Fall löst sich der Gurt bei einem der gerne genutzten Klemm-Schlössern unter Umständen gar komplett.
Die einzig wahre Lösung ist, das lose Ende zu fixieren. Ohne zusätzliche Helferlein wie Kabelbinder oder Klebeband.
Schritt für Schritt die Anleitung, wie vorzugehen ist. Zunächst wird das Band vom losen Ende her aufgerollt. Bei 5 Metern Länge ergibt sich im Beispiel eine ziemlich große Rolle an Gurtband, man kann sie bei einem weniger langen Rest auch kleiner dimensionieren.
Nach und nach wird das Gurtband aufgerollt, die Rolle dabei größer und auch stabiler. Für einen ersten Versuch rate ich dafür, dass man sie bis auf etwa 30–50 cm vor der Ratsche aufrollt.
Der aufgerollte Gurt ist dann zu sichern. Wichtig ist, dass die Rolle schön eng gerollt ist, sie soll also kompakt bleiben.
Zum Verständnis: der aufgerollte Gurt darf ein »Loch« in der Mitte bilden, aber die einzelnen Lagen des aufgerollten Gurts sollen eng aneinander liegen.
Der Knoten ist einfach und schnell gebunden. Zunächst muss man durch das »Loch« im aufgerollten Gurt hindurch greifen und ein Stück des losen Bandes (das Stück zwischen Ratsche und dem aufgerollten Gurt) als Schlaufe hindurch gezogen werden.
Durch die so gebiltete Schlaufe ist das aufgerollte Gurtband hindurch zu ziehen.
So lange die Schlaufe noch nicht zugezogen wird, sollte es so aussehen, wie es auf dem Bild oben zu sehen ist.
"Wenn das aufgerollte Gurtband durch die Schlaufe gezogen wurde, wird die Schlaufe festgezogen. Durch die Spannung des Knotens gegen den festen Gurt sichert sich das aufgerollte Gurtband selbst. Es kann sich nicht selbständig abrollen und im Wind flattern.
Das Resultat ist ein sauber aufgerollter Gurt, welcher sich auch bei Vibrationen oder im Fahrtwind nicht lockert.
Auf dem Bild oben sieht der Knoten noch recht locker aus. Daher muss er noch einmal nachgezogen werden. Das Endresultat sollte so aussehen, wie es im nächsten Bild zu sehen ist.
Noch immer zu locker? Dann erneut Festziehen, die Schlinge noch einmal nachspannen, ein weiteres Mal das Ende vom Gurt festziehen.
Gerade bei einem neuen Gurt kann dies notwendig sein.
Der »Truckerknoten« ist fertig. So bleibt das Ende vom Gurt an seinem Platz, ganz ohne Kabelbinder oder Klebeband
Zum Lösen des Knotens zieht man einfach die Schlinge wieder auf und kann dann das zum Ring aufgewickelte Gurtband wieder hindurch ziehen. Anschließend ist das Ende wieder frei und kann abgerollt werden.
Ich bin inzwischen dazu übergegangen, auch meine Gurte so zu lagern. Statt einfach nur aufzurollen und sie um den Verschluss zu wickeln, wie es bei der Verkaufsverpackung (siehe ganz oben auf der Seite) üblich ist, lagere ich sie so in einem Pappkarton oder einer Holzkiste.
Ein Griff zum aufgerollten Gurt, der zweite Griff zum anderen Ende mit der Ratsche, schon habe ich alles was ich brauche und muss nicht erst einmal alles entwirren, was sich in Pappkarton beziehungsweise Holzkiste inzwischen so an Spanngurten angesammelt hat. 😉
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| Datum: | 12.01.2025 |
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