Sicheres Befestigen einer Gepäckrolle auf dem Motorrad

Spanngurt

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Sie sind meistens nicht schön, aber sie sind praktisch. Die Gepäckrollen haben also das gleiche Schicksal wie das Topcase: Nützlich sind sie, teilweise kann man wirklich nicht auf sie verzichten. Aber auf der Maschine will sie eigentlich niemand wirklich haben.

Wenn dann doch einmal eine Tour ansteht oder man einfach nur von A nach B will und die Klamotten (oder was auch immer transportiert werden soll) trocken bleiben soll, dann schlägt auch ihre Stunde: Die Gepäckrolle aus stabilem, wasserdichtem Material ist eigentlich nicht wegzudenken.

Wenn es um die Befestigung geht kann das ebenso unbeliebte Topcase oder ein Koffersystem dann besser punkten. Denn bei der Gepäckrolle ist leider in der Regel keine sichere Befestigungsmöglichkeit einfach so gratis mit dabei. Also muss man sich mit Expandern, Gepäckspinnen oder Spanngurten behelfen.

Yamaha XJ 600 S mit Gepäckrolle und Topcase
Yamaha XJ 600 S mit Gepäckrolle und Topcase
Einmal links, einmal rechts – sicher befestigt
Einmal links, einmal rechts – sicher befestigt


Ich mag keine Expander. Gepäckspinnen waren – zumindest bei mir – meistens zu kurz und ich habe sie eher dazu verwendet meine Isomatte flattersicher zu fixieren. Meist auf einer sicher mit Spanngurten befestigten Gepäckrolle.

Da in Foren häufig darum gebeten wird Beispiele zu zeigen wie man die Gepäckrolle befestigt, liefere ich heute ein paar Bilder und natürlich auch einige Zeilen an Text dazu.

Eingerastet und verzurrt: Der Schnellverschluss
Eingerastet und verzurrt: Der Schnellverschluss
Detailaufnahme vom Schnellverschluss
Detailaufnahme vom Schnellverschluss


Vor einigen Jahren habe ich in der Schweiz beim Abverkauf von Ausrüstung der schweizerischen Armee günstig Riemen mit Schnellverschlüssen aus Kunststoff erstanden. Der Hersteller ist mutmaßlich ITW Nexus[1], jedoch ist auf keiner der Schnallen ein Hersteller angegeben.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Ich ziehe je einen Gurt durch den Soziusgriff, lege ihn zwei Mal um die Gepäckrolle und verbinde die beiden Enden mit dem Schnellverschluss miteinander. Danach kann ich direkt am Schnellverschluss mit einem beherzten Griff den Gurt festziehen.

Das Ende vom Gurt welches übersteht wickle ich einfach um den Gurt selbst und schiebe es zwischen Gepäckrolle und Gurt. So ist mir auch bei etwas flotterer Autobahnfahrt noch nie eines der Enden wild flatternd unangenehm aufgefallen.

Rote Markierung an der Kante vom Gurt
Rote Markierung an der Kante vom Gurt
Diese Markierung ist durchgehend vorhanden
Diese Markierung ist durchgehend vorhanden


Das Gutmaterial, welches für die schweizerische Armee verwendet wurde, hat eine Besonderheit. Eine der beiden Kanten des Gurts ist mit einem durchgehend verlaufenden roten Faden markiert. Dies erleichtert es ungemein den Gurt zu verlegen ohne ihn dabei versehentlich um 180° zu verdrehen.

Wer sich früher schon mit Spanngurten abgemüht hat bei denen eine solche Markierung fehlt, kennt sicherlich die Frustration: Da ist man endlich fertig mit dem Umwickeln des Gepäckstücks und dann kann man den Gurt nicht sauber durch den Verschluss führen weil er verdreht ist.

Das Problem entfällt dank der farbigen Markierung. Einfach aber effektiv. Schade das es das nicht überall bei den Spanngurten gibt.

Der Verschluss des Gurts
Der Verschluss des Gurts
Detailaufnahme der »Widerhaken«
Detailaufnahme der »Widerhaken«


Billige Schnellverschlüsse können unter Last aufgehen. Die Verschlüsse sind dann so konstruiert, dass sie möglichst leicht und einfach zu öffnen sind. Bei manchen Anwendungen ist dies durchaus praktisch und gewünscht. Bei einem Spanngurt auf dem Motorrad ist dies jedoch nicht der Fall.

Beim Schnellverschluss der Spanngurte wie ich sie verwende kann das nicht passieren. Rechts und Links sind beim Verschluss Widerhaken angebracht. Dieses kleine Detail sorgt dafür, dass der Verschluss unter Zug sich nicht selbständig öffnen kann.

Seinerzeit habe ich pro Gurt 1 CHF bezahlt. Dies hat etwa 70 Cent entsprochen. Die Gurte sind auch jetzt noch gelegentlich bei Online Auktionshäusern in unterschiedlicher Länge zu finden. Auch als unbenutzte Depoware der schweizerischen Armee. Allerdings nicht mehr ganz so günstig. Mit etwa 2 Euro pro Gurt zuzüglich Versandkosten muss man rechnen. Im Set mit 5 oder 10 Gurten wird es günstiger.

Mein ganz persönliches Fazit: Ich mag keine Spanngurte mit Spannschloss und Ratsche aus metall. Die zerkratzen unter Umständen nur den Lack oder den Kunststoff oder beschädigen die Gepäckrolle welche danach nicht mehr wasserdicht ist und somit unbrauchbar wird. Darum empfehle ich die Gurte weiter. Ich habe sie schon einige 1'000 km zum Befestigen von einer Gepäckrolle auf meiner 125er und 600er verwendet und nie Probleme gehabt. Einmal festgezogen hat sich auch der Gurt nicht von alleine wieder gelockert.



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