Montage der Platte RAP-B-347 mit Kugelkopf

SW-Motech Bags Connection Navi Case Pro M

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Das ich zunächst die falsche Tasche bestellt hatte, war ja schon in meinem Blog zu lesen[1]. Vorgestern kam die richtige Tasche an und nach der Montage der RAM Mount Platte B-347[2] konnte mein PKW Navigationsgerät von Garmin »umziehen« und wurde auch schon ausgiebig getestet.

Ein kurzer Bericht zur Ergonomie und Bedienung mit Motorradhandschuhen ist weiter unten auf der Seite zu finden. Mit dabei sind natürlich auch ein paar Bilder wie die Tasche dank Arm RAP-B-201[3] an der Kugel[4] an der Lenkeraufnahme befestigt wird. Die Kugel ist ja schon etwas länger an meiner Suzuki montiert[5] und daher den Lesern von meinem Blog sicherlich vertraut.

Navi Case Pro M mit RAM Mount Platte B-347
Navi Case Pro M mit RAM Mount Platte B-347

Zunächst jedoch die ausführlich mit Bildern dokumentierte Montage der Platte an die Tasche von SW-Motech. Vier Schrauben, vier Muttern – alles kein Hexenwerk.

Allerdings muss man sich zum Navi case Pro M[6] noch ein paar Muttern und evtl. auch Schrauben im Baumarkt besorgen.


Im Lieferumfang der Tasche befinden sich sogenannte »Sperrzahn-Muttern« und natürlich auch die passenden Schrauben. Den Sperrzahn-Muttern traue ich nicht so ganz, daher habe ich mir selbstsichernde Muttern samt verzinkter Schrauben (»Möbelgriffschrauben« mit großem, flachen Kopf) gekauft. Die Kosten sind überschaubar: 0,54 Euro (inkl. MwSt).

»Möbelgriffschrauben« und selbstsichernde Muttern
»Möbelgriffschrauben« und selbstsichernde Muttern
Kosten für Schrauben und Muttern: 0,54 €
Kosten für Schrauben und Muttern: 0,54 €


Damit keine Missverständnisse aufkommen: Natürlich kann man auch das beiliegende Set mit den Schrauben verwenden. Ich fühle mich aber wohler wenn ich weiß, dass sich die Muttern nicht versuchen sich am Alu »festkrallen«, sondern sicher auf den Schrauben sitzen.

Im Lieferumfang der Tasche: Schrauben und Muttern
Im Lieferumfang der Tasche: Schrauben und Muttern

Auf dem Bild links sieht man den kleinen Beutel mit den Schrauben und Muttern, welche der Tasche beigelegt sind.

Gut zu erkennen ist die Unterseite von einer der vier Sperrzahn-Muttern. Natürlich sieht die Variante mit den schwarzen Schrauben und Muttern etwas eleganter aus.


Wer nicht auf die selbstsichernden Muttern verzichten will, aber gleichzeitig Wert auf dezente Optik legt, muss muss sich die Muttern aus dem Baumarkt eben passend lackieren. Die schwarzen Schrauben kann man natürlich so verwenden wie sie sind, ich wollte eben alles einheitlich verzinkt haben.

Nach dem kleinen Exkurs über Schrauben und Muttern nun ein Blick auf das für die Montage der Platte benötigte Werkzeug. Ein Messer, eine kleine Knarre mit Verlängerung und 7er Sechskantsteckschlüssel, ein Schraubendreher (oder bei Verwenden der originalen Schrauben ein Inbus) und ein Werkzeug zum Durchstechen der Rückseite der Tasche werden benötigt. Alternativ kann man auch mit einem Nagel die vier Löcher für die Schrauben durch die Tasche bohren beziehungsweise stechen.

Für die Montage der Platte benötigtes Werkzeug
Für die Montage der Platte benötigtes Werkzeug
7er Steckschlüssel (Sechskant)
7er Steckschlüssel (Sechskant)


Etwas irritiert war ich von der Verpackung des Navi Case Pro M. Ich glaube nicht das sie tatsächlich Gefrierbeutel verwenden? Aber da die Tasche keinerlei Gebrauchsspuren hatte und ich sie im kostenfreien Austausch für das fälschlicherweise bestellte Navi Case Pro S erhalten habe: Stört mich nicht.

Navi Case Pro M in Original(?)verpackung
Navi Case Pro M in Original(?)verpackung
Offensichtlich ein Gefrierbeutel?
Offensichtlich ein Gefrierbeutel?


Auf dem Stück Pappe befand sich jedenfalls der richtige Aufkleber und weder auf der Sonnenblende aus Hartplastik noch auf der Folie waren Kratzer oder andere Gebrauchsspuren zu finden.

Gemäß Etikett was ich haben wollte: Case M
Gemäß Etikett was ich haben wollte: Case M
Die Tasche – ausgepackt
Die Tasche – ausgepackt


Auf der Rückseite der Tasche ist eine Verstärkung aus Kunststoff, mit welcher die Platte B-347 verschraubt wird. Wie nicht anders zu erwarten war, passen die Löcher in dem Aluminium Platte exakt zu den Löchern in dem Kunststoff.

Rückseite der Tasche, für die Montage prädestiniert
Rückseite der Tasche, für die Montage prädestiniert
xxxx
Passt exakt: Platte B-347 von RAM Mount


Bevor die beiden Teile miteinander verschraubt werden, noch ein Blick auf das Innenleben der Tasche.

Blick ins geöffnete Navi Case Pro M
Blick ins geöffnete Navi Case Pro M

Der umlaufende Reißverschluss ist sehr lang und daher kann die Tasche sehr weit geöffnet werden. So lassen sich auch große Navigationsgeräte einfach und problemlos in die Tasche packen.

Der Anschluss der Stromversorgung wird durch den leichten Zugang auch zum Kinderspiel.


Da nicht alle Navigationsgeräte gleich »dick« sind, liegen drei unterschiedlich starke Platten aus geschlossenporigem Schaumstoff bei. Damit lässt sich der Raum hinter dem Navigationsgerät »auffüttern«.

Das auf geschlossenporigen Schaumstoff gesetzt wird, macht Sinn. Feuchtigkeit wird immer ein wenig in die Tasche eindringen. Dank dem spritzwassergeschützten Reißverschluss wird sicherlich kein Wasser hineinlaufen, aber die Luftfeuchtigkeit würde genügen, dass offenporige Schaumstoffplatten wie ein Schwamm wirken würden.

Der geschlossenporige Schaumstoff nimmt keine Feuchtigkeit auf, das Navigationsgerät liegt also nicht »auf einem nassen Schwamm« wenn man länger unterwegs sein sollte.

Drei Einlagen aus Schaumstoff sind mit dabei
Drei Einlagen aus Schaumstoff sind mit dabei
Geliefert in zwei unterschiedlichen Stärken
Geliefert in zwei unterschiedlichen Stärken


Zwei kurze Riemen mit Klettverschluss halten das Navigationsgerät samt Schaumstoffplatten an seinem Platz. Auch dann, wenn man den Reißverschluss öffnen sollte.

Die Innenseite der Rückseite ist mit einem relativ weichen Stoff überzogen. Darunter ist noch ein wenig Futter, so das das Navigationsgerät auch ohne die Schaumstoffplatten weich gelagert wäre.

Streifen mit Klett zur Befestigung
Streifen mit Klett zur Befestigung
Die Innenseite ist gepolstert
Die Innenseite ist gepolstert


Wie oben schon erwähnt, fehlen die Löcher zur Befestigung der Platte an der Tasche. Diese muss man selbst mit einem entsprechenden Werkzeug oder einem Nagel durch das Material stechen.

Vier Löcher müssen gestochen werden
Vier Löcher müssen gestochen werden
Dann können die Schrauben gesteckt werden
Dann können die Schrauben gesteckt werden


Nachdem alle vier Schrauben durch die Rückseite der Tasche gesteckt wurden, kann die Platte mit dem Kugelkopf aufgesetzt werden.

Alle vier Schrauben sind an ihrem Platz
Alle vier Schrauben sind an ihrem Platz
So sieht dann die Rückseite aus
So sieht dann die Rückseite aus


Nicht erschrecken wenn es zunächst so aussieht, als wären die Schrauben zu kurz. Das Futter in der Tasche ist so dick, dass die Schrauben zunächst nicht lang genug erscheinen. Damit die Muttern auf den Schrauben sicher sitzen, muss das Futter zusammengedrückt werden.

Das Futter muss komprimiert werden
Das Futter muss komprimiert werden
Die Schrauben sind lang genug
Die Schrauben sind lang genug


Wenn die vier Muttern die Platte mit Kugelkopf sicher und fest an ihrem neuen Platz halten, sieht die Innenseite samt Futter natürlich etwas »komprimiert« aus. Dank der selbstsichernden Muttern kann ich aber davon ausgehen, dass sich die Verschraubung durch bei der Fahrt zwangsläufig entstehende Vibrationen nicht selbständig lösen kann.

Das Futter wird zusammengedrückt
Das Futter wird zusammengedrückt
Die Halterung für die Zuziehhilfen
Die Halterung für die Zuziehhilfen


Die Platte mit Kugelkopf ist montiert. Also ist es an der Zeit, sich ein paar Details der Tasche anzuschauen.

Die Detailaufnahme zeigt, wie der Reißverschluss auf der Rückseite gesichert ist. Damit er sich nicht während der Fahrt lösen kann, werden die beiden »Anhängsel« an zwei Haken befestigt. Sie sind dabei leicht unter Spannung und können daher nicht einfach herausrutschen.

Im Gegensatz zu Taschen anderer Anbieter hat die Serie der SW-Motech Bags Connection Navi Case Pro einen Sonnenschild aus hartem Kunststoff. Dieser trägt zusätzlich zur Stabilität der Konstruktion bei, flattert aber natürlich auch nicht im Fahrtwind herum.

Seitliche Ansicht der Tasche
Seitliche Ansicht der Tasche
Die große Sonnenblende aus Kunststoff
Die große Sonnenblende aus Kunststoff


Was nun noch fehlt ist die Möglichkeit, das Kabel für die Stromversorgung in die Tasche zu führen. Auf der Unterseite befindet sich hierfür eine Öffnung – welche noch keine Öffnung ist.

Die geschlitzte Abdeckung aus Gummi verdeckt nach dem Kauf keine Öffnung, sondern das unversehrte Gewebe der Tasche. Damit man ein Kabel samt Stecker hindurchführen kann, muss zuerst ein Messer angesetzt werden.

Die Kabeldurchführung (in spe)
Die Kabeldurchführung (in spe)
Noch ist kein Loch vorhanden
Noch ist kein Loch vorhanden


Beim Schneiden gilt: So groß wie nötig, so klein wie möglich. Der Stecker muss natürlich durch die Öffnung passen, allerdings wird das Material bei häufigerer Nutzung vermutlich ohnehin weiter einreißen.

Mit dem Teppichmesser eine Öffnung schaffen
Mit dem Teppichmesser eine Öffnung schaffen
Der Stecker passt hindurch
Der Stecker passt hindurch


Nach dem Schnitt kann das Kabel für die Stromversorgung ins Innere der Tasche geführt werden. Zur Leitung für mein Garmin Navigationsgerät und wieso man zwei der fünf Adern brücken muss, habe ich an anderer Stelle ein paar Zeilen geschrieben[7]. Dort gehe ich auch auf den praktischen Winkeladapter ein, welcher den USB-Mini-B-Anschluss um 90° dreht.

Der USB-Stecker im Inneren der Tasche
Der USB-Stecker im Inneren der Tasche
Mit aufgestecktem 90°-Adapter
Mit aufgestecktem 90°-Adapter


Ein kurzer Test ḿit meinem alten Garmin nüvi 208: Alles funktioniert. Die Bedienung ist durch die robuste Folie hindurch problemlos möglich. Auch mit Lederhandschuhen lassen sich POI und Ziele sicher auswählen beziehungsweise eingeben.

Das Kabel selbst wird unten hinausgeführt
Das Kabel selbst wird unten hinausgeführt
Garmin Nüvi 205 in Navi Case Pro M
Garmin Nüvi 205 in Navi Case Pro M


Damit sind wir auch schon beim eingangs erwähnten Praxistest. Ich war mit dem Navigationsgerät in der neuen Tasche am Lenker bereits unterwegs und habe es bei einer Tagestour mit mehreren Einzelzielen (Passknacker POI) ausgiebig getestet.

Es funktioniert einwandfrei, durch den relativ großen Sonnenschutz wird auch das Ablesen erleichtert. Spiegelungen auf der Folie sind leider unumgänglich, aber sie werden auf ein Minimum reduziert. Durch die Halterung mit den beiden Kugelköpfen lässt sich die Tasche auch sehr steil montieren, was unnötige Reflexionen durch die Sonne zusätzlich zur Sonnenblende minimiert.

Navi Case Pro M an Suzuki GSF 1200
Navi Case Pro M an Suzuki GSF 1200
Montiert mit RAM Mount Arm an der Kugel
Montiert mit RAM Mount Arm an der Kugel


Möglich macht dies der lange Arm, mit welchem die beiden Kugelköpfe verbunden werden. Hier noch zwei Aufnahmen von der Konstruktion, wobei die zweite Kugel eigentlich zu einer Halterung für Kameras gehört. Davon bitte nicht irritieren lassen, es soll ja nur die Funktionsweise dargestellt werden.

RAP-B-201 - Double Socket Norm Arm 1" Ball
RAP-B-201 - Double Socket Norm Arm 1" Ball
Arm RAP-B-201 mit Platte RAM-B-347
Arm RAP-B-201 mit Platte RAM-B-347


In einer Tabelle die einzelnen Komponenten, welche für die dargestellte Befestigung am Motorrad benötigt werden:

Bezeichnung Funktion Preis
SW Motech Kugel M8 Gewinde ø1 Zoll für RAM-Arm Kugel für die Aufnahme am Lenker­klemmbock 19,95 €
RAM-Mount - RAP-B-201 - Double Socket Norm Arm 1" Ball Verbindung zwischen den beiden Kugeln 13,80 €
RAM-Mount - RAP-B-347 - Base mit 1" Ball und 2" x 1,7" Plate Platte mit Kugelkopf für die Montage an der Tasche 14,90 €
 

Damit wäre zur Tasch für das Navi und der Befestigung mit den Kugelköpfen eigentlich alles gesagt.

Abschließend noch ein paar Worte zu den Kosten. Natürlich ist die Relation der Kosten ein wenig seltsam. Das alte Navigationsgerät wird aktuell für etwa 30 Euro in Onlineauktionshäusern gehandelt. Aber nicht jeder fährt ein 30-Euro-Navi in einer Konstruktion herum, welche rund 65 Euro kostet (Tasche plus die Komponenten der Halterung).

Es geht aber nicht um die Relation zwischen den Kosten vom Navi und der Halterung, sondern um Ergonomie und Nutzwert. Der ist bei der Befestigung mittels Kugelkopf und vor spritzwasser geschützter Tasche meiner Meinung nach sehr hoch. Das bereits vorhandene und funktionsfähige Navigationsgeräte weiter genutzt werden können, ist ein weiterer Vorteil.

Außerdem kann man, sollte man später doch noch zu einem speziellen Motorrad-Navigationsgerät wechseln, die Halterung weiter nutzen.



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