Ein Selbstversuch im Befüllen und Absaugen, braucht man sowas?
Daheim in aller Ruhe Öl nachfüllen ist in der Regel kein Problem. Unterwegs Öl nachfüllen kann schon ein wenig komplizierter werden. Zu viel Öl nachgefüllt zu haben ist ein größeres Problem.
Wie bekommt man einfach das Öl in die Maschine – und wie wieder heraus, wenn man es versehentlich übertrieben hat? Ich habe mir zum Dosieren beim Einfüllen (und für den Notfall zum Absaugen) eine Pumpe gekauft und möchte von meinem Test berichten. Aber ich möchte auch auf meine bisher erfolgreichen »Befülltechniken« hinweisen, denn eigentlich habe ich so eine Pumpe gar nicht gebraucht. 😉
Ich habe bei meiner Triumph Tiger 800 kein wirkliches Problem. Aber ähnlich wie in »Shark Tank« oder der deutschen Variante »Höhle der Löwen« kreiere ich jetzt einfach mal ein Problem und habe auch eine Lösung dafür. Mein »Pitch« ist aber gar keiner. Ich will nicht zum Kauf animieren sondern informieren. Sowohl über meine kostengünstigen Lösungen als auch über die Handpumpe[1], welche ich erworben habe.
Im Laufe der Nutzung von ein- und zweispurigen Fahrzeugen haben sich unterschiedliche Lösungen als praktisch erwiesen. Den Einstieg macht daher eine kleine Übersicht über die von mir genutzten Varianten und ihre Tücken.
Daheim habe ich einen Trichter und eine ausreichend transparente Kanne, in welche ich zunächst Öl umfülle um es dann in den Motor einfüllen zu können. Die Kanne aus Kunststoff hat einen vernünftigen Griff, so kann sie mir nicht aus der Hand rutschen. Den Trichter halte ich einfach in der anderen Hand und lasse in aller Ruhe in den betriebswarmen Motor so lange Öl laufen, bis der Ölstand wieder gemäß Bedienungsanleitung passt.
Direkt aus dem 4 oder gar 5 Liter fassenden Vorratskanister habe ich in der Regel nie das Öl in den Trichter laufen gelassen zu unhandlich, häufig mit nur einem Griff oben, aber nicht an der Seite. Dann lieber der Umweg über die Kanne.
Die kleineren Gebinde mit 500 ml oder einem Liter sind schon handlicher, haben aber in der Regel gar keinen Griff. Wenn man vom Ölwechsel noch etwas ölige Hände hat, fühlt sich das nicht so vertrauenserweckend an. Beim Nachfüllen sind die Hände in der Regel trocken, da entfällt dieses Problem.

Wenn man sein Fahrzeug kennt, weiß man auch wie viele Milliliter Öl man nachfüllen muss. Wenn man – wie ich damals 2020 – Blechdosen bekommt, dann sind die zwar dekorativ, man sieht aber nicht wie viel Öl man schon eingefüllt hat. 🙄
Daher bevorzuge ich entweder die Kanne oder Kunststoffgebinde mit transparentem Streifen, auf welchem man die verbliebene Menge im Gebinde erkennen kann.
Meine GS war durstig, insbesondere beim Öl. Ohne einen gewissen Vorrat eine mehrtägige Tour mit über 2.000 km fahren? Kann man machen, fühlt sich aber nicht gut an. 😎
Daher habe ich eine einfache und sehr kostengünstige Lösung gefunden, wie ich Öl mitnehmen konnte.

Der Verbrauch einer BMW R 1150 GS bewegt sich zwischen 0,4 und 0,8 l auf 1.000 km. Wenn man »zu dünnes Öl« im Sommer fährt, sind problemlos auch über 1 Liter durch den Auspuff entsorgt. Ich hatte daher im Seitenkoffer einen kleine Flasche dabei, welcher 1 Liter fassen konnte. Unterwegs konnte ich so einfach und ohne zu Kleckern nachfüllen.

Den Sturzbügel habe ich als Auflage verwenden können, ich musste die kleine Flasche also nicht mal großartig schwebend über der Einfüllöffnung balancieren. 😁
Der Schlauch, welcher integriert war, sorgte für die einfache und problemlose Dosierung vom 20W-50. Dies war natürlich auch nicht gerade dünnflüssig – selbst bei sommerlichen Temperaturen und daher einfach in der Handhabung.

Woher ich den kleine Flasche hatte? Die gab es gratis als Umverpackung mit dem Getriebeöl für den Kardan von der GS. 😁

Ich habe einfach eine der Flaschen aufbewahrt und mit dem 20W-50 befüllt, welches ich sonst für die GS verwendet habe.
Wie eingangs schon geschrieben, haben Metallkanister in der Regel kein Fenster in dem man den Füllstand ablesen kann. Kunststoffflaschen und -kanister haben in der Regel einen Streifen, an welchem der Füllstand abgelesen werden kann.
So kann man beim Nachfüllen abschätzen, wie viel man schon in den Motor eingefüllt hat und wie viel noch fehlt.

Für unterwegs halte ich den Blechkanister daher für keine gute Lösung. Auch daheim kann im Eifer des Gefechts schnell zu viel Öl nachgefüllt sein, wenn man ungeduldig war und nicht gewartet hat, bis es in die Ölwanne geflossen ist.
Da klingt es doch irgendwie verlockend eine Pumpe in Form einer überdimensionierten Spritze zu haben, mit welcher man Öl aus dem Kanister und dann in den Motor pumpen kann? Sozusagen die Öl-Variante einer Fettpresse?
Für etwa 10 bis 13 Euro findet man bei diversen Anbietern solche Pumpen in Varianten von 200 und 500 ml Fassungsvermögen.
Wie so viele Dinge kommt das gute Stück aus einer Fabrik in Fernost. Zumindest lässt die Art der Verpackung einen entsprechenden Rückschluss zu.

Was bekommt man für sein Geld? Ein Gerät, welches entfernt an die bekannte schwedische Pumpe aus dem ersten Teil der Austin Powers Reihe (»Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat«, im Original »Austin Powers: International Man of Mystery«) erinnert? 😁

Mit im Set dabei: zwei zusätzliche Dichtringe, die »Nadel« sowie zwei Verlängerungen. Eine Verlängerung ist flexibel und etwa 40 cm lang, die andere »starr« und deutlich kürzer.

500 ml werden in 25 ml Schritten auf der Seite angezeigt. Der Kolben ist mit einer Feder versehen, welche bei einem plötzlichen Verlust vom Widerstand beim Saugen (weil zum Beispiel der Schlauch nicht mehr bis zum Öl reicht) Energie aufnehmen kann.

Die »Nadel« wird einfach aufgesteckt und sitzt dann luftdicht im Pumpengehäuse. Leider haben beide Verlängerungen einen etwas kleineren Durchmesser. Daher konnte ich den flexiblen Schlauch nicht direkt aufsetzen. Anscheinend sollte es gehen, wenn man den blauen Einsatz nach unten zieht und dann den Schlauch hineinschiebt. Mir ist es nicht gelungen – aber eventuell war ich auch nur zu schwach? 🙄
Andererseits ist es ohnehin gut, wenn man noch eine Kupplung dazwischen hat. Dann kann man beispielsweise die Pumpe demontieren und den Schlauch noch im Motor belassen. Dies könnte beim Befüllen praktisch werden. Dicht war die Lösung mit der Kupplung in jedem Fall, ich habe keine »Falschluft« angesaugt. Wie es beim Hineinpumpen aussieht? Habe ich nicht testen müssen.

Mein erster Versuch: frisches 15W-50 ansaugen. Bei unter 10°C in der Garage und das Öl war vermutlich noch kühler.
Es ging trotzdem, hat aber einiges an Schmalz im Ellenbogen verlangt. Bei betriebswarmen oder schon vorab dünnerem Öl sollte es deutlich einfacher in der Bedienung sein.

Die »steife« Verlängerung kann das Öl niemals über die Einfüllöffnung erreichen. Sie wäre dann eher zum Befüllen zu verwenden.
Unten am Bildrand ist das Sichtfenster der Tiger 800, das »steife« Rohr kann das Öl niemals erreichen.

Anders sah es mit dem langen, flexiblen Schlauch aus. Damit bin ich vorsichtig schiebend bis zum Öl in der Ölwanne gekommen und konnte es auch ansaugen. Durch den Schlauch stieg es schnell nach oben. Da das Öl auch 15W-50 war, ging es aber nur sehr zäh und mit großem Kraftaufwand. Da der Kolben nur nach hinten gezogen wird und nicht arretiert, muss man ihn immer auf Zug halten. Ansonsten bekommt man kein Öl aus dem Motor.

Funktioniert das Produkt? Ja. Habe ich es bislang gebraucht? Nein. Wird es mir vielleicht mal nützlich sein? Könnte sein.
Für einen knapp zweistelligen Preis bekommt man eine Pumpe, die simpel aber zweckmäßig konstruiert ist. Sie wirkt robust und war dicht.
Zum Befüllen mit der Pumpe habe ich keine Notwendigkeit beziehungsweise sehe keine. Unterwegs habe ich die Lösung mit der kleinen, roten Flasche und kann bis zu einen Liter Öl mitnehmen und einfach einfüllen. Daheim kann ich die Kanne und den Trichter verwenden.
Beim Motorrad sehe ich daher aktuell keine Verbesserung für die Wartungsarbeiten. Wo die Pumpe tatsächlich nützlich werden könnte, ist der Fall eines zu hohen Ölstands.
Wie sieht es mit der Reinigung aus? Man kann die Pumpe einfach zerlegen und die Schläuche und »Nadeln« einfach mit Bremsenreiniger reinigen. Wer sie nicht für Öl verwenden möchte, kann damit auch andere Flüssigkeiten absaugen oder hineinpumpen.
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