LIOOBO Campingkocher Spiritusbrenner Outdoor Kocher mit Ständer Tragbar für Camping Wandern Ausflug Reise (grau)Seit über 14 Jahren begleitete mich ein originaler Trangia Brenner aus Beständen der schwedischen Armee. Das komplette Set, also mit Alu-Kochbehältnis, Deckel und natürlich dem robusten Windschutz. Allerdings hatte es wie so viele für militärische Zwecke erdachte Lösungen auch Nachteile. Der Brenner im Messingehäuse (mit Prägung »HP 86«) war aber über jeden Zweifel erhaben.
Ich habe ausprobiert, ob man ihn mit der sehr günstigen Esbit-Halterung kombinieren kann – erfolglos[1]. Rosi zeigte mir einen knappen Monat später, wie man es machen kann[2]
Der aus Messingblech gefertigte Spiritusbrenner ist simpel konstruiert, hält einiges aus und kann im Notfall auch mit einer leeren Getränkedose nachgebaut werden. Für die sogenannten »Soda Can Stoves« gibt es genügend Anleitungen im Web.
Wer sich im Rahmen vom Camping mit den möglichen Varianten des Kochens beschäftigt, kommt so wie ich früher oder später mit dem Trangia Brenner in Kontakt. Der Spiritusbrenner ist eine Ikone, beliebt und zuverlässig zugleich. Kein Wunder also, dass er seit Jahrzehnten zum Einsatz kommt.
Das Original ist mit 12 bis 15 Euro im Outdoor-Fachhandel nicht teuer, der Nachbau von Esbit[3] mit seinen knapp 17 Euro auch nicht. Doch was tun, wenn man möglichst wenig ausgeben will und einfach nach einer günstigeren Alternative sucht?
Hier kommen die Nachbauten aus China ins Spiel, welche eine Nachbildungen des Trangia Brenners zusammen mit einer Aufstellmöglichkeit für das Kochgeschirr auf Plattformen wie Aliexpress bieten.
In diesem heutigen Blogbeitrag stelle ich das Set von Widesea vor und vergleiche den Brenner mit dem Original von Trangia. Der Nachbau aus China wird auf AliExpress[4] für rund 11,00 Euro (inkl. Versand) angeboten. Bei Amazon findet man ein zumindest optisch identisches Produkt für knapp 33,00 Euro[5] (exkl. Versand).
Der Trangia Brenner ist ein klassischer Spiritusbrenner, welcher insbesondere beim Camping sehr geschätzt wird. Er wird vor allem für den Betrieb in Kombination mit den diversen Trangia-Kochsets verwendet, bei welchen er in der Regel mitverkauft wird. Er zeichnet sich durch seine Robustheit, einfache Handhabung und gute Leistungsfähigkeit aus. Der Brenner funktioniert mit reinem Spiritus als Brennstoff und bietet eine vergleichsweise saubere Verbrennung, was ihn zu einer umweltfreundlichen Option für Outdoor-Köche macht. Sollte es zu sehr rußen, kann dem Spiritus einfach ein wenig Wasser hinzugefügt werden.
Trangia ist übrigens 2025 im Jubiläumsjahr, von John E. Jonsson und seinem Schwiegervater wurde das Unternehmen 1925 gegründet. 25 Jahre später kam die Ur-Version vom Brenner auf den Markt. Der als »B25« vermarktete Spiritusbrenner ist, wie oben schon angemerkt, in der Regel auch heute noch bei jedem Set von Trangia im Lieferumfang enthalten.
Laut so mancher Bewertung bekommt man inzwischen auch von Anbietern bei Amazon die für Sendungen aus China üblichen Verpackungen einfach weitergeleitet. Diese bestehen in der Regel aus einem nicht weiter bedruckten Pappkarton, welcher in eine Kunststofftüte verpackt ist. Diese wiederum ist einfach zugeklebt, manchmal hat sie noch ein Etikett mit chinesischen Schriftzeichen. Manchmal ist das chinesische Etikett auch mit einem deutsch- oder englischsprachigen Etikett überklebt worden.
Ich hatte die »Uhrfassung« vom Aufkleber, welche mutmaßlich am 21. Juni 2024 aufgeklebt wurde. Zumindest interpretiere ich die Zahlenfolge als Datum. 😉
Halb aufgeschnitten, halb aufgerissen habe ich die Verpackung, sie kam also nicht so bei mir an.
Der Karton war jedoch leicht lädiert, vermutlich waren noch andere, deutlich schwerere Artikel mit der gleichen Sendung befördert worden. Diese hatten den Karton hier und da umgeformt. Die drei Standflächen für Topf oder Pfanne hatten sich auch schon als Abdruck in der Wellpappe verewigt.
Innendrin im Pappkarton befand sich der in der Anzeige angepriesene »Transportbeutel«. Einfach, funktional aber kein superteures Produkt. Daher nicht weiter eine ausführliche Beschreibung wert.
Im Beutel drin wiederum das, was ich eigentlich gekauft habe: Brenner und Konstruktion aus Aluminium, auf welcher ein Topf oder Pfanne abgestellt werden kann. Als »Dreibein« ausgeführt, so kann nichts kippeln oder wackeln.
Der Brenner und seine einzelnen Komponenten waren separat in einer Plastiktüte verpackt, so konnte nichts zerkratzen. Was im Detail so aus dem Pappkarton auszupacken war, beschreibe ich im nächsten Abschnitt ausführlich.
Der unter dem Markennamen Widesea verkaufte Brenner sieht auf den ersten Blick dem Original sehr ähnlich. Sowohl die charakteristische Form und simple Funktionsweise des Trangia Brenners werden übernommen. Auch das Material passt: Es handelt sich mutmaßlich um Messing.
Mit dabei beim Set und für mich der Kaufgrund: Die Abstellfläche für Becher, Pfannen oder Töpfe. Diese besteht aus Aluminium, ist eloxiert und mit dem Markennamen und -logo bedruckt worden.
Der Nachbau des Brenners ist vom Lieferumfang her vollständig. Mit dabei ist daher auch der Regulator, mit welchem die Öffnung über dem Brenner und somit die Intensität reguliert werden kann.
Anders als beim Original von Trangia ist ein kleiner, ausklappbarer Hebel auf dem Regulator angebracht. So, wie es auch beim Nachbau von Espit zu finden ist.
Das mühsame hantieren mit einer Gabel oder Stöckchen um die Position der drehbaren Abdeckung vom Regulator zu verändern, entfällt damit.
Natürlich ist der Brenner mit einem abschraubbaren Deckel versehen. Sollte nach dem Einsatz noch etwas Spiritus im Brenner sein, muss dieser nicht zwingend zurück in die Flasche gefüllt werden. Einfach den Deckel aufsetzen und verschrauben. Die dicke Dichtung innen im Deckel sorgt dafür, das der Spiritus im Brenner bleibt.
Nach dem Test mit der Tasse Tee habe ich es ausprobiert und den Brenner verschlossen umgedreht. Es lief kein Spiritus aus dem Brenner – ganz wie beim Original aus Schweden.
Die Tasse aus Edelstahl fasst 500 ml und war nicht Bestandteil vom Set. Ich hatte sie schon im Küchenschrank stehen. Gleiches gilt für das Schneidbrett, welches ich als Unterlage für den Testlauf verwendet habe.
Die Tasse zeigt auch schon das erste Problem auf. Gemäß der Abbildungen soll der Brenner auf den drei »Krallen« des Alugestells aufliegen. Jedoch waren sie beim Auspacken nicht weit genug nach innen gebogen. Der Brenner war, wie man auf den ersten Bildern oben auf der Seite sehen kann, unterhalb der drei Krallen.
Die Tasse hatte einen Durchmesser, welcher deutlich geringer als der, der des Gestells. Einen Topf kann man also gut auf die Alukonstruktion aufsetzen, eine Tasse für den Tee leider nicht.
Aber man kann hier tricksen. Die Öffnung im Boden des Alugestells ist so groß, dass der obere Teil vom Brenner problemlos hindurchpasst. Der umliegende Rand des Brenners dient als Auflage für das Aluminiumgestell. Gemäß der Abbildung im Onlineshop ist es so nicht gedacht, funktioniert aber trotzdem.
Die drei Krallen muss ich bei Gelegenheit mal noch weiter nach innen biegen, dann klappt es mit der Verwendung vom Brenner so wie eigentlich beabsichigt. Für den Test stellte ich die Tasse auf den drei Krallen ab, dafür war der Durchmesser der Tasse groß genug.
250 ml in die Tasse, Spiritus in den Brenner, alles zusammensetzen, schon konnte der Test mittels einer Tasse Tee beginnen.
Ich hätte auch Nudelwasser aufsetzen können, aber Wasser für eine Tasse Earl Grey klingt einfach irgendwie eleganter, nicht wahr? Daher: »Make it so!«.
Zu Beginn kann es ein wenig dauern bis man den verdampften Spiritus entzünden kann, die Flamme ist dann nahezu unsichtbar. Bei meiner Testumgebung mit dem dunklen Hintergrund war sie aber recht gut zu sehen. Das kann draußen bei Tageslicht ganz anders aussehen.
Durch die Flamme erwärmt sich sowohl der Brenner wie auch der darin befindliche Spiritus. Je wärmer dieser ist, desto stärker verdunstet er. Um so mehr verdunstet, desto größer die Flamme.
Ich habe dem Brenner ein wenig Zeit gegeben, bevor ich die Tasse mit den 250 ml Wasser auf das Aluminium-Gestell platziert habe. Noch war die Flamme recht niedrig und zahm, das sollte sich aber ändern.
Die Tasse mit dem Wasser stand auf dem Brenner, die Zeitnahme hatte begonnen.
Die Vostok Amphibia ist zwar sehr gut ablesbar, allerdings mangels Chronograph nicht unbedingt die beste Uhr um eine Zeit zu stoppen. Aber da diese gerade am Handgelenk war, durfte sie einfach mal zu Dokumentationszwecken auf dem Holzbrettchen Platz nehmen.
Die Flamme war noch immer unscheinbar und zahm und begann langsam die Edelstahltasse samt Wasser darin zu erwärmen. In der Zwischenzeit habe ich den Teebeutel aus der Pappverpackung geholt und für den Wurf ins kochende Wasser bereit gelegt.
Natürlich ist so ein Tee aus dem Teebeutel nicht ganz so gut wie loser Tee aus der Blechdose, aber den würde ich nicht unbedingt beim Motorradfahren und Camping mit im Gepäck haben. Die Beutel nehmen wenig Platz weg und wiegen fast nichts. Es sollte ja kein Blog-Beitrag über eine Teeverköstigung werden.
Der gelb leuchtende Anteil der Flamme wurde immer weniger, sie wurde nachzu ausschließlich blau, blieb aber noch immer zahm.
Oha, es passiert etwas. Der Brenner legte unvermittelt zu, die Flammen stiegen rund herum um die Tasse nach oben auf. Damit hatte ich nicht gerechnet. Zumindest so lange die Tasse auf dem Brenner stand, bin ich von einer weniger eindrucksvollen Flamme ausgegangen.
Das Wasser kocht. Bis es soweit war sind etwa 4 Minuten und 30 Sekunden vergangen. Natürlich im windstillen Wohnzimmer und nicht in der freien Natur, wo die eine oder andere Windböe die Flamme von der Tasse abgelenkt und so die Zeit bis zum Kochen des Wassers verlängert hätte.
Aufgrund des sehr schnellen einsetzen des Kochens des Wassers, kam ich gar nicht mehr dazu eine schön anzuschauende Aufnahme mit der Vostok im Bild zu erstellen. Die etwa 45 Sekunden, welche seit dem Aufkochen vergangen waren, muss man sich daher einfach wegdenken. 🙄
Das Wasser kocht, der Beutel soll rein. Aber so lange die Flammen an der Tasse hinaufzüngeln, wollte ich nicht den Beutel in das Wasser werfen.
Was ich mir vor meinem Testbeginn besser hätte überlegen sollen: wie bekomme ich die Tasse später wieder vom Brenner?
Durch die Edelstahlkonstruktion, an welcher die Flammen rundherum nach oben gelodert sind, hatte ich nun natürlich auch einen heißen Griff an der Tasse. 🙄

Mit einem Griff zur Zange ließ sich dieses Problem beheben und der Griff konnte erst einmal abkühlen und der Tee ziehen.
In der Zwischenzeit konnte ich mich mit dem für den Trangia Brenner üblichen aber unerwartet heftigen »Feuerzauber« beschäftigen.
Sobald man Tasse, Pfanne oder Topf vom Brenner entfernt, zieht dieser noch einmal richtig Luft an und die Flamme wird deutlich höher als zuvor. Entsprechend beendruckend die 30 bis 40 cm hohe Flammensäule. Die Flamme wird nach etwa 20 Sekunden aber wieder kleiner.
Ganz zum Erlöschen bringt man sie entweder durch den Deckel, welchen man einfach auf den Brenner auflegt, oder eben mit dem geschlossenen Regulator. Dieser ist – wie bei der Version von Esbit – mit einem praktischen Griff ausgestattet.
Mit dem ausklappbaren Griff am Regulator konnte selbiger auf dem Brenner aufgesetzt werden. Durch die kleine Öffnung, loderte die Flamme noch einmal kurz spektakulär auf.
Nachdem die Sauerstoffzufuhr beendet war, stoppte die Verbrennung vom verdampften Spiritus. Auch hier gilt es, einfach einige Sekunden abzuwarten bis sich alles von alleine regelt. Nimmt man den Regulator ab, bekommt die Flamme wieder Sauerstoff und brennt weiter.
Der größte Vorteil des Widesea Brenners ist ohne Zweifel der Preis. Auf AliExpress kostet der Brenner oft nur ein Viertel bis ein Drittel des Preises eines originalen Trangia Brenners.
Für Personen, die keine langfristige und intensive Nutzung planen oder einfach nur einen günstigen Brenner für gelegentliche Ausflüge suchen, kann der Widesea Brenner eine attraktive Option sein. Jedoch sollte man sich im Klaren darüber sein, dass der Widesea Brenner als »supergünstiges Produkt« in Sachen Verarbeitung und Langlebigkeit vielleicht
nicht ganz mit dem Trangia Original mithalten kann. Wie dicht bleibt der Brenner? Läuft eventuell der Spiritus an einer undichten Stelle aus? Ich traue da dem Original eine bessere Qualitätskontrolle zu.
Wenn man viel unterwegs ist und den Brenner regelmäßig im Einsatz hat, könnte es sinnvoller sein, sich das Original zu besorgen.
Optisch lässt sich der Widesea Brenner auf den ersten Blick kaum vom Trangia Brenner unterscheiden. Beide verfügen über die gleiche Größe, bestehen mutmaßlich aus dem gleichen Material und das gleiche Funktionsprinzip. Auch die Brennleistung und die Art der Flamme sind sehr ähnlich.
Während mein alter der Trangia Brenner aus Armeebeständen ein ordentliches Gewicht hat, wirkt der Widesea Brenner leichter. Ich vermute, dass das Material dünner ist. Das wirkt sich möglicherweise auf die Langlebigkeit aus, vor allem bei häufiger Nutzung beziehungsweise dem Transport.
Die Brennleistung des Widesea Brenners ist vermutlich auf Augenhöhe mit dem Original von Trangia. Beide bieten eine konstante Flamme, mit der sich Tassen, kleinere Töpfe und Pfannen befeuern lassen.
Bei meinem originalen Trangia war kein Regulator mit dabei, daher kann ich hier keinen direkten Vergleich anstellen. Nächstes Mal werde ich den Regulator gleich von Anfang an einsetzen um die Flamme regulieren zu können.
Die übrige Handhabung war bei beiden Brennern identisch. Da die Maße passen, sollten die Brenner auch zu dem für die Trangia Brenner angebotenen Zubehör passen.
Mein Fazit lautet daher, dass der Widesea Brenner eine preisgünstige Alternative zum klassischen Trangia Brenner ist.
Wie auslaufsicher der Nachbau ist, zeigt sich nur durch längere Nutzung. Wer Angst vor Spiritus im Rucksack hat, weil die Verarbeitung vielleicht nicht 100%ig war und man ein Montagsmodell aus China erhalten könnte, sollte – wie weiter oben schon geschrieben – besser zum Original greifen.
Wieso sich der Kauf trotzdem lohnen könnte? Die Halterung für den Brenner beziehungsweise die Ablagefläche für Töpfe und Pfannen ist die rund 15 Euro wert. Zumindest kostet auch so etwas im Zubehör mindestens gleich viel oder sogar noch mehr.
Die Geräuschentwicklung lässt sich in zwei Bildern zusammenfassen. Oder man weiß, wie laut der originale Trangia-Brenner wird. Denn es ist – zumindest für mich – die gleiche Lautstärke und das gleiche Geräusch gewesen.
Zunächst geräuschlos, dann ein »sanftes Fauchen«, welches sich zu einem ausgewachsenen Rauschen steigert. Mein Mitbewohner war nicht so begeistert. 😁
Er hat seinen aktuellen Pappkarton fluchtartig verlassen, als der Brenner zumindest von der Geräuschentwicklung zur Höchstleistung angesetzt hatte.
Aber: alles in Ordnung, er hat beim Schreiben dieser Zeilen schon wieder zurück in den Karton gefunden. 😉
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| Datum: | 11.01.2025 |
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