Polyester und Spandex – leicht und bequem

»Radfahrerunterwäsche« für die kommenden Ausfahrten

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Ich fahre bereits seit mehreren Jahren mit zusätzlicher Polsterung am Allerwertesten durch die Gegend. Das mag jetzt für die richtig ganz harten Bikern mit von tausenden von Kilometern abgehärtetem Hinterteil ein wenig nach »Mimimi« klingen, aber die Sitzbank meiner Yamaha XJ 600 S war damals wirklich nicht unbedingt das, was als Sänfte durchgehen würde.

Bei Amazon[1] gibt es gerade mal wieder ein Angebot mit auf 9,99 Euro reduzierten Unterhosen mit Gelpolster. Also habe ich zuge­schlagen und mir zwei neue Hosen geholt. Optisch identische Modelle der Hose werden auch unter anderen Namen vertrieben, meine kam von »4ucycling«.

Für knapp 20 Euro kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen – außer die Nähte drücken dann auf der Sitzbank doch unangenehm in die Schenkel. Wobei dies gerade bei als Radfahrerunterwäsche deklarierter Bekleidung nicht der Fall sein sollte.

Einzeln verpackte Neuware
Einzeln verpackte Neuware
Versand via Amazon Deutschland
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Ob mit oder ohne Polster, ein Synthetikgewebe macht eigentlich immer Sinn. Der Mix aus 92% Polyester und 8% Spandex hat primär den Vorteil, dass nicht viel Feuchtigkeit aufgenommen, sondern diese »abtransportiert« wird. Eben das, was die sogenannte »Funktionswäsche« leisten soll. Wer mit Unterwäsche aus Baumwolle mal eine Tagestour im Sommer absolviert hat, weiß was er an Kunstfasertextilien hat.

Baumwollgewebe saugt die Feuchtigkeit (Schweiß) auf, anschließend kann man aber nicht mehr wirklich weiterschwitzen da der nasse Baumwollstoff jeglichen Abtransport vom Dampf (Schweiß) verhindert. Sollte dann auch noch Fahrtwind dazukommen wird es richtig kalt anstatt das der Wasserdampf lediglich abtransportiert wird.

Die Unterhosen kamen separat verpackt bei mir an, also eine Unterhose pro Plastikbeutel (in einem viel zu großen Pappkarton). Auf den Etiketten sind noch Preise in Höhe von »$ 29.99« angegeben – welche Art von Dollar es ist, bleibt jedoch ungeklärt.

Das Etikett – mit Preisangabe in $
Das Etikett – mit Preisangabe in $
Als Markenname wird »4ucycling« verwendet
Als Markenname wird »4ucycling« verwendet


Die Größenangaben scheinen mit der Realität übereinzustimmen, mir passt jedenfalls die in XL bestellte Unterbuxe so wie erwartet. Die Angaben vom Anbieter: »S« 63–73 cm, »M« 73–81 cm, »L« 81–86 cm, »XL« 86–94 cm, »XXL« 94–104 cm, »3XL« 104–111 cm. Die Maße in cm werden aus den Angaben in Zoll abgeleitet.

Der größte Unterschied zu den Hosen, welche ich bisher verwendet habe: Sie haben ein Mesh-Gewebe. Ob sich das auf Dauer bewährt oder eher in Richtung geplante Obsoleszenz geht wird sich zeigen.

Das Material: Primär Mesh-Gewebe
Das Material: Primär Mesh-Gewebe
Der blaue Einsatz mit den Gelpolstern
Der blaue Einsatz mit den Gelpolstern


Die Verarbeitung ist gut, keine schlecht vernähte Naht und auch keine losen Fäden. Das Gelpad ist wie bei den Hosen üblich vernäht, trägt jedoch weniger auf als es bei den Hosen der Fall ist, die ich bisher im Schrank liegen habe.

Warum ich keine der zahlreich angebotenen »langen Unterhosen« als Funktions­wäsche zum Motorradfahren nehme? Weil ich sie bisher nie gebraucht habe. Bislang leuchtet mir nicht so recht ein das ich bis auf Kopf, Hände und Füße in Kunstfaser hüllen soll. Obenherum trage ich T-Shirts. Der versuch mit einem langärmligen Funktionshemd ging für mich nach hinten los: Faltenbildung an den Armen mit unangenehmen Druckstellen als Folge. Genau aus diesem Grund nehme ich auch lieber die kurze Radlerunterwäsche. Was nicht an Material vorhanden ist kann sich auch nicht irgendwie in Falten legen und dann beispielsweise in der Kniekehle nerven.

Außerdem haben diese langen Unterhosen üblicherweise keine Gelpolster. Und genau die will ich ja haben!

Der Schnitt der Hose: Kurze Beine
Der Schnitt der Hose: Kurze Beine

Wie sich die günstige Unterwäsche mit Geleinsatz auf den nächsten Fahrten machen wird, wird sich zeigen. Ich werde dann nach einigen huntert Kilometern den Beitrag hier ergänzen und meine Praxiserfahrungen schildern. Ich hoffe nur das sich in den kommenden Wochen Job und Freizeit und Wetter besser kombinieren lassen.


Wovon ich jedoch bereits jetzt ausgehe: Inzwischen bin ich es gewohnt mit Polstern unter dem Hintern zu fahren, daher vergesse ich während der Fahrt was ich trage. Anders war es als ich noch mit ungepolsterter Funktionsunterwäsche unterwegs war. Die relativ harte Sitzbank der Yamaha XJ 600 S war nach 400–500 km an einem Tag dann doch nicht mehr mein Freund. Die Sitzbänke von Suzuki GSF 1200 und BMW R 1150 GS habe ich bisher auf längeren Strecken immer nur mit zusätzlichem Polster bestückt genutzt. Daher kann ich hier keine Vergleiche anstellen.



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