Als »französisches Offizierszelt« angepriesen

Ein günstiges Zelt – mit Boden

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Auf den Motorradtreffen der letzten zwei Jahre wurde ich immer mit Mitleid versorgt. Nicht weil ich vor über einem Jahr nur mit 125 ccm angereist bin und daher viele Stunden gebraucht habe. Auch nicht weil meine XJ 600 S optisch alles andere als ein Leckerbissen ist. Das Zelt war schuld.

Die »Dackelgarage« ohne Boden aus Beständen vom österreichischen Heer war auch nicht ganz dicht. In Tirol[1] hatte ich daher nicht nur Nacktschnecken an der Zeltinnenseite, sondern auch dank defekter Imprägnierung ein wenig Wasser im Zelt.

Aber: Das Packmaß ist einfach genial. Trotzdem hatte ich vor knapp einem Jahr beim OMC Treffen im Altmühltal[2] schon angekündigt mir dann doch irgendwann ein Zelt mit Boden kaufen zu wollen.

In Outdoorforen wurde das französische Offizierszelt mehrfach empfohlen. Gebraucht günstig zu bekommen und – dank Boden – auch ein kleiner Fortschritt. Das Packmaß leider nicht mehr ganz so praktisch wie bei der österreichischen Dackelgarage. Jedoch scheiterten viele Kaufversuche daran, dass das Zelt völlig überteuert in Onlineauktionen wegging. Für knapp über 10 Euro inklusive Versandkosten habe ich dann schließlich überraschend doch noch eins bekommen. Eigentlich hatte ich nur »zum Spaß« mitgeboten um zu sehen für wie viel es am Ende weggeht. Daher war der Zuschlag für unter 10 Euro eine Überraschung. Sonst haben die Zelte nicht unter 50 bis 60 Euro den Besitzer gewechselt.

Geliefert im Bundeswehr-Stoffbeutel
Geliefert im Bundeswehr-Stoffbeutel
Zelt und Zeltnägel beziehungsweise -heringe
Zelt und Zeltnägel beziehungsweise -heringe


Zugeschickt wurde mir das Zelt in einem recht großen Pappkarton. Das Zelt war in einem Wäschesack der deutschen Bundeswehr verpackt. Die eigentlich zum Zelt gehörende Hülle war lediglich mit diversen Zeltnägeln und Heringen befüllt.

Es gibt zwei Varianten von diesem Zelt. Die einfachere (und häufig angebotene) Variante aus dickem Baumwollgewebe mit an den Seiten verschließbaren Moskitonetze ist günstig zu finden. Jedoch dann ohne die zusätzliche Regenhülle, welche zwingend notwendig ist. Zumindest sofern man trocken bleiben will.

Die – laut Internetforen – Variante für Offiziere besteht vollständig aus Kunststoff und benötigt daher keine Regenhülle. Diese Variante habe ich gekauft.

Zeltnägel beziehungsweise -heringe
Zeltnägel beziehungsweise -heringe
Provisorisch aufgebautes Zelt
Provisorisch aufgebautes Zelt


Im Sack befanden sich offensichtlich nicht nur die ursprünglich vorgesehenen Stangen und Zeltnägel, sondern auch ein Hering aus Bundeswehrbeständen. Nun ja, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Aufgebaut war es recht fix. Ich wollte nur die Funktion überprüfen, daher ist es nicht fest abgespannt und auch nicht 100%ig gerade aufgestellt.

Erschreckend musste ich beim Aufbau feststellen, dass der Vorbesitzer offensichtlich nicht verstanden hatte, wie man das Zelt abspannt beziehungsweise wie man die Leinen verwendet. Bis es so wie auf dem Bild rechts aussehen konnte, musste ich erst zahllose Knoten öffnen. Erst dann konnte man die einfache Lösung mit dem Blech mit den drei Löchern wieder verwenden.

Das Bild links zeigt die Realität wie es an allen Spannschnüren aussah: Mindestens ein Knoten, dann mit Paketschnur (oder ähnlichem Material) verlängert und am Ende eine Schlinge für den Zeltnagel. Das Ganze dann auch noch mehrfach verflochten... Autsch.

Interessante Abspanntechnik (Vorbesitzer)
Interessante Abspanntechnik (Vorbesitzer)
Wie das Abspannseil eigentlich aussehen sollte
Wie das Abspannseil eigentlich aussehen sollte


Das Zelt selbst duftete »frühlingsfrisch« nach Weichspüler. Ich hoffe die Imprägnierung hat darunter nicht allzusehr gelitten. Zur Not habe ich ja noch Imprägnierungsspray im Regal in der Garage stehen.

Große Öffnung mit Mosquitonetz
Große Öffnung mit Mosquitonetz
Belüftungsöffnungen mit Mosquitonetzen
Belüftungsöffnungen mit Mosquitonetzen


Das Zelt ist geräumig und hat eine Liegefläche von mindestens 2 Metern. Es ist deutlich größer als die Dackelgarage und bietet entsprechend mehr Platz. Auch beziehungsweise gerade für Gepäck und wenn man sich im Zelt umziehen möchte.

Die Verarbeitung ist sehr gut. Deutlich besser als das, was ich bei »Zeltausstellungen« in Sportgeschäften im Preissegment zwischen 60 und 160 Euro sehen konnte. Verstärkungen an den wichtigen Stellen und auch die Reißverschlüsse wirken höherwertiger.

Einziger Wermutstropfen: Das Fliegengitter am Eingang hat einen kleinen Schaden. Aber so etwas lässt sich mit Nadel und Faden auch noch selbst flicken.

Verstärkungen für das Gestänge
Verstärkungen für das Gestänge
Kleine Beschädigung am Mosquitonetz
Kleine Beschädigung am Mosquitonetz


Obwohl das Zelt nicht 100%ig aufgebaut war, konnte man sich darin wohlfühlen. Bei strahlendem Sonnenschein war es allerdings alles andere als kühl im Inneren des olivfarbenen Konstrukts.

Immerhin sollte das dann vormittags das Trocknen des Zelts deutlich beschleunigen.

Deutlich geräumiger als eine »Dackelgarage«
Deutlich geräumiger als eine »Dackelgarage«
Zusammengepackt im originalen Transportsack
Zusammengepackt im originalen Transportsack


Ende August steht bereits eine kleine Tour an. Leider überschneidet sich der Termin noch mit einer anderen Veranstaltung. Sollte alles klappen kann ich noch diesen Monat einen Erfahrungsbericht inklusive Übernachtung nachreichen.



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