Auch ich habe jetzt eine »Schildkröte« für Unterwegs

Safe-Max Rückenprotektor 1.0

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Da glaubt man man hätte ein Schnäpp­chen gemacht und schaut prompt dumm aus der Wäsche. Beziehungs­weise blöd mit seinem »gebraucht aber neuwertig« erworbenen Rückenprotektor aus.

Bis vor wenigen Tagen noch für 79,95 € bei diversen Anbietern[1] zu finden war der »Safe-Max Umschnall Rückenprotektor 1.0« für 30 Euro gebraucht und wenig genutzt eigentlich ein Schnäppchen. Tja... Aktuell (dieses Wochenende) gibt es ihn bei Polo neu für 19,95 Euro – aber zum Trost für mich nur noch in kleineren Größen und nicht mehr in »L« (welche ich benötige).

Der Nachfolger mit dem wenig überraschenden Namen »Safe-Max Umschnall Rückenprotektor 2.0« gibt es für 99,95 € zu kaufen[2]. Dieser ist nicht mehr eine »Schildkröte« mit harter Oberfläche, sondern aus 100% Polyester und somit weich und anschmiegsam. Aber um den soll es hier gar nicht gehen.

Safe-Max Umschnall Rückenprotektor 1.0
Safe-Max Umschnall Rückenprotektor 1.0
Die Rückseite ist eine relativ harte Schale
Die Rückseite ist eine relativ harte Schale


Zurück zur ersten Generation, welche bereits seit 2011 angeboten wird (und nun evtl. im Abverkauf günstig zu finden sein wird – siehe Einleitung). Auch hier ist alles dabei, was man bei den Modellen anderer Anbieter beziehungsweise dem Nachfolgemodell finden kann: Ein integrierter und relativ breiter Nierengurt sorgt für einen sicheren Halt an der Hüfte, die ergonomische Passform erledigt den Rest. Bevor man die Jacke überzieht muss die »Schildkröte« natürlich irgendwie auf dem eigenen Rücken halten. Das wird durch zwei einstellbare Gurte bewerkstelligt.

Das luftdurchlässige Gewebe lässt die Luft zirkulieren, somit bekommt man keinen durchgeschwitzten Rücken – auch wenn die geschlossene Oberfläche dies zunächst befürchten lässt.

Da ich leider noch immer nicht wieder 100%ig fit bin, fällt heute bei schönstem Sonnenschein leider eine Testfahrt aus. Aber im Bekanntenkreis ist jemand mit genau diesem Protektor unterwegs und hat mir schon bei einer gemeinsamen Ausfahrt vor ein paar Jahren gesagt, dass selbst bei höheren Außentemperaturen Schweiß kein Thema ist. Er nimmt den Protektor gar nicht mehr wahr – obwohl er rund 700 Gramm wiegt.

Unterschiedliche Schalengrößen, hier »L«
Unterschiedliche Schalengrößen, hier »L«
Die Innenseite: Gut belüftet, weich gepolstert
Die Innenseite: Gut belüftet, weich gepolstert


Voraussetzung für eine gute Passform ist, dass es den Protektor auch für unterschiedlich große Personen in entsprechend dimensionierten Größen gibt. Dies ist beim »Safe-Max Umschnall Rückenprotektor 1.0« der Fall, denn es gibt ihn in den drei Größen »S«, »M« und »L«. Wer ca. 180 cm groß ist, braucht die Größen »M« oder gar »S« gar nicht erst ausprobieren.

Die Empfehlungen für den Protektor: »S« bei einer Körpergröße von bis zu 154 cm. »M« von 155 bis 174 cm. Die größte Größe »L« für Personen ab 175 cm. Das jemand über 190 cm mit dem Protektor in Größe »L« glücklich wird wage ich jedoch zu bezweifeln.

Integrierter Nierengurt mit Klettverschluss
Integrierter Nierengurt mit Klettverschluss
CE EN 1621-2 (Rückenprotektor)
CE EN 1621-2 (Rückenprotektor)


Der Protektor wurde geprüft und erfüllt EN 1621-2, Schutzklasse 2. Dies bedeutet, das die durchschnittliche Höchstkraft aus den Schlagdämpfungsprüfungen unter 9 Kilo-Newton (kN) liegen muss und kein Einzelwert über 12 kN liegen darf. Wie die meisten Endkunden kann ich zu den in Tests ermittelten Dämpfungswerten nichts sagen. Man muss einfach auf die Herstellerangaben vertrauen.

Ein klarer Vorteil der »Schildkröte« gegenüber einer Weste: Manche Westen sind leider so unglücklich geschnitten, dass sie bei bei geschlossenem Reißverschluss im Sitzen auf den Kehlkopf Druck ausüben. Mit einer »Schildkröte« und den beiden wie Hosenträger angeordneten Gurten passiert so etwas nicht.

Stufenlos verstellbare Schulterriemen
Stufenlos verstellbare Schulterriemen
Schulter: Vernäht am Trägermaterial
Schulter: Vernäht am Trägermaterial


Ein möglicher Nachteil der »Schildkröten« mit (relativ) harter Oberfläche: Wenn man mit diesem Protektor auf der Sitzbank vom Motorrad sitzt und dieser auf der Sitzbank aufsitzt, schiebt sich bis hoch zum Helm oder zumindest in den Nacken. Dann ist entweder eine Nummer kleiner angesagt oder man bleibt gefrustet mit dem Fehlkauf zurück.

Zurück ins Jahr 2011. Damals hatte ich ein paar andere Protektoren mit harter Oberfläche und Steißbeinschutz ausprobiert – und habe sie gefrustet im Laden zurückgelassen. Beim »Safe-Max Umschnall Rückenprotektor 1.0« hatte ich dieses Problem nicht, jedoch gab es den damals nicht vorrätig in der Filiale als ich nach Protektoren ausschau gehalten hatte.

Daher hatte ich mir damals die bei Louis inzwischen nicht mehr erhältliche »Super Shield Protektorenweste« gekauft und die Neuanschaffung in meinem 125er-Blog[3] beschrieben.

Super Shield Protektorenweste (2011 von mir gekauft)
Super Shield Protektorenweste (2011 von mir gekauft)
Etwa gleich groß: Der abgedeckte Bereich
Etwa gleich groß: Der abgedeckte Bereich


Sowohl für die Weste wie auch die heute hier vorgestellten »Schildkröte« gilt: Sowohl Schulterblätter wie auch Steißbein werden durch die Form des Protektors abgedeckt und somit geschützt.

Dies ist ein klarer Vorteil zu Produkten anderer anbieter, beispielsweise dem 2011 sehr beliebten Dainese Wave Air[4], welcher eine deutlich kleinere Schutzfläche angeboten hat. Dafür stand dieser Rückenprotektor dann auch nie auf der Sitzbank auf.

»Und warum willst du jetzt eine Schildkröte wo du damals doch unbedingt eine Weste haben wolltest?«

Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste Grund ist recht pragmatisch: Ich habe in 5 Jahren so viel zugenommen, dass mir die Weste zwar noch passt, aber ich fühle mich nicht mehr so richtig wohl darin. Da die »Schildkröte« weniger einschränkt, erhoffe ich mir davon derzeit einen höheren Komfort.

Außerdem hat die Weste aufgrund des intensiven Tragens während ich rund 30'000 km mit den Motorrädern abgespult habe schon ziemlich gelitten. Der Nierengurt beziehungsweise die elastischen Fäden sind an der rechten Seite teilweise gerissen. Am Bauch sitzt sie trotz elastischem Mesh-Gewebe schon »etwas eng« wenn ich den Reißverschluss zuziehe.

Innenseite der Protektorenweste
Innenseite der Protektorenweste
Der Klettverschluss »frisst« Funktionshemden
Der Klettverschluss »frisst« Funktionshemden


Außerdem macht die Weste beziehungsweise der Klettverschluss an der Innenseite mittlerweile meine Funktionshemden kaputt.

Ich hatte mich zunächst gewundern wieso alle meine Funktionshemden, welche ich bei Motorradtouren gerne trage, an den beiden gleichen Stellen seltsame Ab­nutzungs­erscheinungen zeigen.

Nachdem ich dann eins und eins zusammengezählt hatte: Die aufgerauhten Stellen kommen von den beiden Klettverschlüssen, welche die »Tasche« geschlossen halten, in welcher sich der dämpfende Einsatz befindet. Das Gewebe vom Protektor wird beim Tragen nach oben geschoben und dann »nagt« der Klettverschluss am Funktionshemd.

Bei gelegentlich von mir getragenen Baumwoll-T-Shirts passiert anscheinend nichts. Da finden die kleinen Kunststoffhaken nichts wo sie sich einhaken können. Ja, man könnte den Klettverschluss durch kleine Druckknöpfe ersetzen. Oder – weil man den eigentlichen Protektor nicht ständig herausnimmt – einfach den Klettverschluss entfernen und die Tasche zunähen. Dann wäre da auch Ruhe. Wenn man das denn machen möchte.

Einschub CE EN 1621-2 (Rückenprotektor)
Einschub CE EN 1621-2 (Rückenprotektor)

Die Schutzwirkung von beiden Protektoren entspricht EN 1621-2, Schutzklasse 2. Weiter oben auf der Seite bin ich bereits darauf eingegangen. Die relativ harte Außenschale der »Schildkröte« ändert nichts an den Dämpfungseigenschaften da die eigentliche Stoßdämpfung nicht von der Schale sondern vom Dämpfungselement umgesetzt wird.


Das kleine »B« rechts oben neben dem Piktogramm des Motorradfahrers steht übrigens für »back«, also »Rücken«. Es ist auch auf dem eingenähten Etikett des »Safe-Max Umschnall Rückenprotektor 1.0« zu finden. Wobei aufgrund der Form die Nutzung als Knieschutz offensichtlich nicht in Frage kommt.



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