Wider dem obligatorischen Rost auf dem Beton

Unterlage für den Seitenständer

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Rostflecken auf der Abfahrt oder auf dem Garagenboden – wer hat außer mir auch noch dieses Problem? Vermutlich die meisten Motorradfahrer sobald der Lack vom Seiten- oder Hauptständer nach regelmäßiger Nutzung abgerieben ist.

Im Winterquartier kann man die Fleckenbildung eliminieren. Man muss nur eine nicht rostende, stabile Unterlage verwenden. Vor etlichen Monaten habe ich eine solche Unterlage bei Louis[1] gekauft. Der Preis für das kleine Stück Plastik: 1 Euro. Für den gleichen Preis gibt es auch bei Polo[2] ein vergleichbares Produkt. Wer lieber den Polo-Piraten auf der Unterlage hat, kann sich die Unterlage dort kaufen.

Seitenständerunterlage von Louis
Seitenständerunterlage von Louis
Bestellnummer 10026466
Bestellnummer 10026466


Die Unterlage selbst ist einfach im Spritzgussverfahren hergestellt und leider »nur« aus relativ spröden Material. Aus Nylon wäre sie noch einen Tick stabiler und somit vertrauenserweckender.

»Seitenständer Unterlage«
»Seitenständer Unterlage«

Ein kleines Problem bei den Unterlagen bleibt ja ohnehin erhalten: Man verwendet sie, damit das Motorrad nicht im weichen Boden einsinkt. Wie hebt man die Unterlage aber wieder auf wenn man losfahren will?

Wenn keine zweite Person dabei ist, wird das etwas schwierig.


Weil ich die Unterlage nur gegen hässliche Rostflecken auf dem Betonboden bzw. den Steinen verwende, ist immer ein flacher Untergrund vorhanden.

Wenn ich die XJ 600 (oder die GSF 1200) auf weichem Untergrund abstellen musste, war bei Treffen immer ein Holzbrett zur Hand. So wie beispielsweise beim OMC Treffen im Altmühltal 2011[3].

Holzbrett als Auflage für den Seitenständer
Holzbrett als Auflage für den Seitenständer

Dank einer zweiten Person wurde das Brett dann auch gleich passend unter den Seitenständer gelegt.

Aufgrund der sehr großzügig ausgefallenen Vergrößerung der Auf­lage­fläche kippt auch keine noch so schwere Maschine mehr einfach wegen einem einsinkenden Seiten- oder Hauptständer um.


Nach dem Exkurs mit dem Holzbrett nun aber wieder zurück zur Unterlage aus Kunststoff. Wie man auf den Bildern erkennen kann, hat der Seitenständer der GSF 1200 in den vergangenen 18 Jahren nicht nur am Lack, sondern auch am Material Einbußen hinnehmen müssen. Die Unterseite der Auflagefläche ist blank. Sie zu lackieren würde nur kurzfristig das Problem lösen. Denn beim Abstellen reibt die Auflagefläche über den Boden. Daher wäre der Lack auch wieder ganz schnell verschwunden.

Seitenständer meiner GSF 1200 (GV75A)
Seitenständer meiner GSF 1200 (GV75A)
Seitenständer mit Unterlage
Seitenständer mit Unterlage


Die Unterlage verhindert den direkten Kontakt zwischen der rostenden Unterseite des Seitenständers und dem Boden. Somit werden sich im zum Frühjahr vermutlich Spuren von Rost in der Unterlage finden lassen, der Boden bleibt aber von den hässlichen Rostflecken verschont.

Seitenständer mit Unterlage
Seitenständer mit Unterlage

Leider habe ich es versäumt noch eine Aufnahme zu machen, mit welcher man die Größe der Unterlage nachvollziehen kann. Allerdings bietet die Auflagefläche vom Seitenständer ja schon mal einen Anhaltspunkt für die Größe der Unterlage. Auf dem Bild rechts sieht man dann noch etwas mehr vom Seitenständer der GSF 1200.


Wer unterwegs sich nicht sicher sein kann Holzbretter parat zu haben, kann sich natürlich eine größere Unterlage aus Metall (Aluminium) oder Holz anfertigen und im Gepäck mitführen. Wer sich nicht viel Mühe bei der Herstellung machen will, kann auch einfach bei IKEA einkaufen gehen. Die Schneidunterlage LEGITIM[4] (aktueller Preis: 1,49 Euro) ist auch eine legitime Seitenständerunterlage.

IKEA Schneidunterlage LEGITIM
IKEA Schneidunterlage LEGITIM
1,49 Euro für das Brett aus Polyethylen
1,49 Euro für das Brett aus Polyethylen


Mit 340x240x10 mm ist sie klein genug um im Gepäck nicht weiter zu stören. Gleichzeitig aber auch groß genug, um die Belastung vom Seitenständer auf den Untergrund großflächig zu verteilen.

Die Schneidunterlage ist aus Polyethylen. Somit stabil genug für die Belastung, aber leicht genug um nicht unnötiges Gewicht herumzuschleppen. Eine Platte aus Aluminium mit der gleichen Fläche wäre deutlich schwerer.

Ein Problem bleibt natürlich auch bei der Schneidunterlage: Wer hebt sie einem auf und packt sie ins Gepäck wenn man losfahren will?

Deeplink Update April 2015: Die Paketschnurlösung von Schnute

Update vom 11.04.2015

Das Problem mit dem Aufheben hatte auch »Schnute« aus dem MO24-Forum[5]. ich auch. Die Lösung ist so einfach wie genial und man benötigt nur einen kleinen Bohrer (1–2 mm sind bereits völlig ausreichend), etwas Paketschnur und noch eine Schere oder ein Messer.

Seit 2009 ist die »Paketschnurlösung« als Aufnahmehilfe bereits im Einsatz und wurde seit dem erfolgreich genutzt.

Mit einem kleinen Bohrer (1–2 mm) wird ein Loch in die »Zunge« mit dem silbernen Louis-Logo gebohrt. Durch dieses Loch wird anschließend die Paketschnur gefädelt. Sie ist bekanntlich stabil, reißfest und preiswert – außerdem in fast jedem Haushalt vorhanden.

Weil man nicht ständig die Schnur beim Aufsteigen festhalten kann, sollte sie sich am Motorrad selbst irgendwo befestigen lassen. Bei mir ist sie daher so lang, dass die Paketschnur als Schlaufe über den Griffgummi gelegt werden kann (siehe Bilder weiter unten).

Durch die Länge ergibt sich auch die Möglichkeit für's Handling vor dem Abstellen der Maschine. Die Unterlage wird einfach an der Schnur vom Motorrad aus sitzend positioniert. Wenn man schließlich wieder wegfahren will, kann man die Unterlage einfach wieder an der Schnur nach oben ziehen.

Seitenständerunterlage mit Paketschnur
Seitenständerunterlage mit Paketschnur
Die Bohrung für die Paketschnur
Die Bohrung für die Paketschnur


Weil das Motorrad in der Garage auf Betonboden steht bei welchem mögliche Rostflecken kein großes Thema sind, nutze ich die Unterlage nur unterwegs. Aber wie oben schon geschrieben lassen sich mit so einer Unterlage natürlich auch Rostflecken auf Beton vermeiden.

Anlass für die Idee mit der Schnur war, weil man nicht immer um Hilfe bitten will – und auch nicht unhöflicherweise bei Abfahrt das Brettchen beziehungsweise die Unterlage einfach liegen lässt, wie es ja – laut Foren – für manche leider allzu selbstverständlich zu sein scheint.

Die Paketschnurlösung im Einsatz
Die Paketschnurlösung im Einsatz

Die Ablage ist offensichtlich nicht mehr taufrisch, aber sie verrichtet ihren Dienst ja bereits seit mehreren Jahren erfolgreich.

Die Bohrung in meiner Unterlage ist sogar nur 1 mm groß, wie ich beim Fotografieren bemerkt habe. Für eine handelsübliche Paketschnur reicht die Bohrung locker aus, die Paketschnur ist ja auch nicht wirklich dick.


Nach dem Aufheben wird die Schnur übrigens einfach um die Unterlage gewickelt, dann ist die Unterlage auch (fast) schon aufgeräumt. Untergebracht habe ich es im Tankrucksack, denn da kommt man nach Ankunft und auch vor beziehungsweise während der Abfahrt ja sehr einfach ran. Gehalten hat das Teil bisher immer – besonders gut auch auf der »Huppelwiese« beim Forentreffen von MO24 in Thüringen.

Vor etwa zwei Jahren sollte versuchsweise eines der bekannten neongelben Signal-Spiralkabel (auch bekannt als »Memory Kabel«) für Bremsscheibenschlösser montiert werden. Dafür wurde an einer neuen (also anderen als abgebildeten) Unterlage eine größere Bohrung angebracht. Allerdings klappte es mit dem Spiralkabel beziehungsweise der Signalschnur dann nicht wie gewünscht. Die Länge vom Boden zum Griffgummi passte aber nicht, außerdem war es nicht so einfach die Unterlage abzulegen, weil sich das Spiralkabel immer wieder zusammenziehen wollte. Daher blieb es bei der kostengünstigen und problemlosen Variante mit der Paketschnur.



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