Kabelbinder, Feile und viel Geduld erforderlich

McCoi: Leitung und Injektionsnadel befestigen

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Die benötigten Teile für den Umbau beziehungs­weise die Instandsetzung des McCoi Kettenölers hatte ich, wie bereits in den letzten Tagen geschrieben, schon gekauft. Heute war nun also endlich die Montage vom Gewebeschlauch[1] und der neuen Kanüle[2] als Injektor für das Öl am Kettenrad an der Reihe.

Die alte Kanüle vom Luer-Lock zu lösen, war kein Problem. Nachdem der an der Kanüle anhaftende Dreck entfernt war, war sie auch wieder als solche zu erkennen.

Die alte Kanüle des McCoi Kettenölers
Die alte Kanüle des McCoi Kettenölers
Auch nach vielen 1'000 km noch funktionsfähig
Auch nach vielen 1'000 km noch funktionsfähig


Sie hätte sicherlich auch noch etliche weitere 1'000 km funktioniert, allerdings wollte ich die Leitung anders verlegen und habe dafür eine längere Kanüle mit 70 mm gekauft.

Wie viel Dreck sich im Laufe der Jahre beziehungsweise nach etlichen Kilometern am Hinterrad so ansammeln kann, sieht man am Luer-Lock der alten Kanüle. Den Dreck konnte ich nicht mehr einfach so abwischen, er war fest mit dem Kunststoff verklebt.

Alte und neue Kanüle nebeneinander
Alte und neue Kanüle nebeneinander
Die neue, 70 mm lange Kanüle
Die neue, 70 mm lange Kanüle


Die neue Kanüle ist natürlich eigentlich für einen anderen Zweck vorgesehen. Damit man sich nicht selbst aufspießt, sollte man die Spitze ein wenig bearbeiten.

Vorsichtig in einen Schraubstock einspannen und dann mit einer Feile bearbeiten, schon ist die Kanüle stumpf und bohrt sich nicht mehr irgendwo hinein.

Die Spitze muss stumpf gefeilt werden
Die Spitze muss stumpf gefeilt werden
Der Bajonettverschluss (Luer-Lock)
Der Bajonettverschluss (Luer-Lock)


Die Leitung am Motorrad blieb erst einmal so wie sie war. Daher konnte die neue Kanüle per Luer-Lock mit der Leitung verbunden werden.

Die bereits mit Gewebeschlauch ummantelte Leitung war bereits mittels Kabelbinder befestigt. Nun konnte die neue Kanüle einfach mit der Hand in ihre neue Form gebracht werden.

Die Luer-Lock-Kupplung am Ölschlauch
Die Luer-Lock-Kupplung am Ölschlauch
So wäre es »etwas« zu lang
So wäre es »etwas« zu lang


Der Schlauch beziehungsweise die Ölleitung hatte ich etwas länger gelassen. Sie wurde passend gekürzt bevor die Kanüle in ihre neue Form gebogen wurde.

Schlauch gekürzt, Kanüle gebogen
Schlauch gekürzt, Kanüle gebogen

Nein, die Kanüle ist beim Biegen nicht versehentlich abgeknickt. Auf dem Bild links sieht es lediglich so aus.

Der Bogen wirkt wie eine Feder und drückt die Spitze der Kanüle auf das Kettenrad. Aus einem anderen Blickwinkel würde man sehen, dass die Kanüle lediglich gebogen und nicht abgeknickt ist.



Nachdem die Kanüle in Form gebracht wurde, konnte die Leitung nun endgültig befestigt werden. Ich hatte zunächst nur das Ende mit dem Luer-Lock fixiert. Sollte beim Montieren der Kanüle etwas schief gehen, hätte ich nur etwas Schlauch nach unten durchziehen müssen.

Jetzt sollte die Leitung im Gewebeschlauch aber endgültig fixiert beziehungsweise sauber am Rahmen entlang geführt werden.

Neben der Fußraste soll die Leitung verlaufen
Neben der Fußraste soll die Leitung verlaufen
An dem Schutz soll sie befestigt werden
An dem Schutz soll sie befestigt werden


Neben der Fußraste an der linken Seite der Suzuki GSF 1200 (GV75A) befindet sich ein Schutz aus Aluminium. Dieser bietet sich aufgrund seiner Position und Form als Halterung für den Ölschlauch an. Allerdings wollte ich keine Löcher bohren oder etwas ankleben. Daher habe ich auf Kabelbinder zurückgegriffen.

Drei Kabelbinder erfüllen den Zweck
Drei Kabelbinder erfüllen den Zweck
Jetzt läuft die Leitung am Rahmen hoch
Jetzt läuft die Leitung am Rahmen hoch


Zunächst habe ich mit zwei Kabelbindern eine Befestigung für einen dritten Kabelbinder an der Leitung konstruiert. Der dritte Kabelbinder wird um den Schutz aus Aluminium herum geführt und festgezogen. So ist die Leitung befestigt, kann aber noch immer flexibel mit der Schwinge mitgehen.

Durch den schwarzen Gewebeschlauch ist die Leitung samt Kabel des Reed-Kontakts so gut wie nicht mehr zu erkennen. Man muss schon ganz genau hinschauen.

Durch den schwarzen Gewebeschlauch fast unsichtbar
Durch den schwarzen Gewebeschlauch fast unsichtbar
Oben wieder ein Kabelbinder für die Leitung
Oben wieder ein Kabelbinder für die Leitung


Damit die Leitung im Gewebeschlauch sauber am Rahmen anliegt und nicht an die Kette geraten kann, wurde sie mit einem weiteren Kabelbinder oben am Rahmen befestigt. Von diesem Befestigungspunkt aus läuft die Leitung nach oben am Batteriekasten vorbei. Dort endet der Gewebeschlauch und der Schlauch geht zur Pumpe des McCoi, während die Leitung vom Reed-Kontakt zum Steuergerät des McCoi geführt wird.

Reinigung vom Kettenrad mit Bremsenreiniger
Reinigung vom Kettenrad mit Bremsenreiniger

Der bereits montierte Magnet am Kettenrad war leider zu schwach für den neu befestigten Reed-Kontakt. Daher musste ein stärkerer Neodym-Magnet am Kettenrad befestigt werden.

Weil das Kettenrad selbst magnetisch ist, fällt er nicht gleich ab. Aber wie bleibt der Magnet dort wo er sein soll und fliegt nicht dank Fliehkraft ab und gerät womöglich zwischen Kette und Kettenrad?


In den meisten Fällen wird der Magnet mit einem Zweikomponentenkleber gesichert. Der Klebstoff umschließt den Magneten an den Rändern und verhindert so ein verrutschen. So wurde der kleinere, schwächere Magnet damals vom Erstbesitzer vermutlich mit Stabilit Express[3] (Pattex) gesichert.

Hier soll der neue Magnet hin
Hier soll der neue Magnet hin
Der vom Erstbesitzer montierte Magnet
Der vom Erstbesitzer montierte Magnet


Den neuen, stärkeren Magneten habe ich mit Klebstoff »umklebt«. Damit dieser eine feste Verbindung mit dem Kettenrad eingehen kann, musste dies natürlich sauber und fettfrei sein. Bei dem ganzen Siff, welcher sich am Kettenrad abgesetzt hatte, musste daher nach der Grobreinigung noch das Fett und Öl entfernt werden.

Bremsenreiniger war das Mittel meiner Wahl. Jedoch den Bremsenreiniger nicht einfach auf das Kettenrad aufsprühen, sondern auf einen Lappen oder Papiertuch sprühen und damit dann das Kettenrad abreiben.

Test mit manuell aktivierter Pumpe
Test mit manuell aktivierter Pumpe
Der McCoi ölt wieder – mit neuer Kanüle
Der McCoi ölt wieder – mit neuer Kanüle


Wenn die Oberfläche fettfrei ist den Kleber aufbringen und aushärten lassen. Während der Kleber dazu Zeit hatte, habe ich noch einen kleineN Problelauf des McCoi vorgenommen. Die Pumpe habe ich dafür im Testmodus manuell ausgelöst. Das Öl wird durch den Schlauch zur Kanüle gepumpt und über die Kanüle landet es auf dem Kettenrad.

Die grün-gelbe Verfärbung auf dem letzten Bild ist eine Spiegelung. Was auch immer da gespiegelt hat, kann ich leider nicht sagen. Mit dem Kettenöler oder der Montage vom Magneten hat es jedenfalls nichts zu tun.

Der Kettenöler funktioniert wieder und jetzt kann dann das gute Motorradfahrwetter endlich kommen. Beziehungsweise wieder kommen. An den vergangenen schönen Tagen stand die GSF 1200 ja leider primär herum oder aber ich musste arbeiten.



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