Saisonbeginn für die Passknacker – eigentlich ja schon gestern – aber da war mir das Wetter noch nicht schön genug. Wenn die Sonne nicht durch die Wolken kam und sich dann auch noch Nieselregen dazugestellte, musste man nicht zwingend mit dem Motorrad unterwegs sein. Wäre ich gestern gefahren, wäre mir zudem das Vollsperrungsevent auf der Ostalb völlig entgangen. 😎
Mein erster Nachweistag war jedenfalls ziemlich gespickt mit Ereignissen. Alles wurde schon auf der ersten Tour erledigt:
Was sollte da noch großartig kommen? Hoffentlich nur Gutes – für alle! 😉

Das letztes Jahr schon zickende Navi zickte noch immer. Aber anscheinend lag es nicht am Akku, sondern an der Stromversorgung. Die Bordsteckdose der Tiger war schon beim Gebrauchtkauf etwas lädiert, funktionierte aber noch immer.
Anscheinend wurde der Austausch jetzt notwendig. Leider muss dafür laut Quellen aus dem Internet der Tank runter, was bei der Tiger mit der Demontage der diversen Kunststoffverkleidungen rund um den Tank einhergeht. 😕

Jedenfalls lud das Navi nicht mehr, daher ging ihm dann früher oder später der Saft aus. Die Stromversorgung war seitlich auch über USB-Mini möglich, allerdings nur bei schönem Wetter. Denn wasserdicht war es mit der demontierten Blende definitiv nicht mehr. Das hätte aber nur mit einer Powerbank funktioniert. Die Powerbankmodelle in meinem Besitz sind aber auch schon nicht mehr die neuesten Vertreter ihrer Art, ich muss mal schauen was die überhaupt noch liefern können. 🙄

Da ich abwartete, bis die Sonne tatsächlich ihren Weg durch die Wolken gefunden hatte, war ich recht spät dran. Es war schon 15:00 Uhr und ich war erst am dritten von zehn geplanten Nachweisen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich aber noch nichts von den Vollsperrungen und dass ich nur sechs der geplanten zehn Nachweise anfahren würde.

Ziemlich genau 60 Minuten später stand ich dann am ersten Hinweisschild auf das Problem. Der Weg von Strassdorf nach Rechberg war gesperrt, der Fahrbahnbelag wird gerade erneuert. Es ist auch notwendig. Man merkt sehr genau, wo die Grenze zwischen dem Landkreis Göppingen und dem Ostalbkreis liegt. Wenn es anfängt zu rappeln und zu schütteln, dann liegt es am Fahrbahnbelag im Ostalbkreis. Der Landkreis Göppingen hat eindeutig die besseren Straßen. 🙄
Ich hätte zwischen Hohenstaufen und Lenglingen einfach nach rechts in Richtung Ottenbach abbiegen sollen. Von dort hätte ich auch nach Rechstein kommen können. Allerdings stand genau an der Kreuzung ein Baufahrzeug und da ich ja sowieso eigentlich »die andere Strecke fahren« wollte, sah mein Plan anders aus. 🙄

So stand ich dann auf der L1159 und konnte die formvollendet ausgeführte Straßensperre bewundern. Ein einer osteuropäischen Sprache mächtiger Bauarbeiter versuchte mir etwas mitzuteilen. Sein Übersetzer auf seinem Smartphone teilte mir lediglich mit: »Straße gesperrt, darum gesperrt«. Aber er versuchte es immerhin. 😎
Die mir bekannte Alternative war leider keine Alternative. Ein netter Ortsansässiger hielt in seinem VW Bus an und erklärte mir, dass man noch über Waldstetten über Weilerstoffel nach Wissgoldingen fahren könne. Einfach »die Straße weiter, durch die beiden Kreisverkehre und dann nach Weilerstoffel fahren«.

Ortsansässige fuhren vermutlich noch über Weilerstoffel nach Wissgoldingen, ich nur bis zu einem Parkplatz, an welchem wieder eine »you shall not pass«-Barriere den Weg versperrte. Das durchaus in seiner Erscheinung recht imposante Schild mahnte, dass man nicht mehr weiterfahren sollte. Die großzügige Lücke links und rechts vom Schild? Links konnten noch immer Linienbusse vorbeifahren. Rechts befand sich der Parkplatz, auf dem ich anhielt, um das Bild zu machen.
Eine ältere Frau kam vorbei und begann ein Gespräch mit mir. Woher ich kam, wohin ich wollte und dass das Wetter heute sehr schön sei. Sie beklagte auch die gestiegenen Benzinpreise wegen des neuen Kriegsgeschehens im Nahen Osten. »Wo soll das nur hinführen?« – ich wusste keine Antwort.
Sie erklärte mir den Umstand, dass schon seit Monaten darüber gestritten und miteinander gerungen wurde, wie die Sperre zwischen Strassdorf und Rechberg fair und für alle Ortsansässigen ohne großen Aufwand zu regeln sei. Die Sperre bei Weilerstoffel war wohl nicht die »optimale Wahl«, aber sie war »unumgänglich«. Man konnte über den Furtlepass fahren, das war dann aber ein Umweg von etwa 15 km (etwa 15 Minuten), wenn die Ortsdurchfahrt bei Lenglingen auch noch gesperrt wurde. Dies war wohl nun wieder üblich, denn dort befanden sich zwei Schranken zum Schutz von Amphibien während ihrer Wanderung; die Warnschilder »Krötenwanderung« informierten darüber.
An der L 1075 zwischen Hohenstaufen und Lenglingen wird der Abschnitt während den von den Amphibien stark frequentierten Nächten vollständig gesperrt. Die Amphibienwanderung dauert in der Regel von Anfang März bis Anfang Mai. Betroffen ist die Strecke zwischen dem Aasrücken (Abzweigung Ottenbach) und Lenglingen. 🙄

Mitte April 2025 kam es bereits zu einem Unfall, als ein Motorradfahrer die heruntergelassene Schranke übersehen hatte. Zum Schutz der Amphibien war die Schranke bereits herabgelassen worden, als er um etwa 19:30 Uhr gegen sie fuhr. Dem Fahrer passierte zum Glück nichts, die Schäden betrugen etwa 500 Euro am Motorrad und weitere 1.000 Euro an der Schranke. 😕
Ich fuhr jedenfalls via Weiler in den Bergen über den Furtlepass und nahm zumindest den Nachweispunkt erfolgreich mit. Anschließend ging es ab Weißenstein über die B466 von Süden über Winzingen an Rechberg heran. Irgendwie scheinen etwa 85% aller Ortschaften in der Ecke mit dem Buchstaben »W« zu beginnen? Ein wahrlich-wundersam-wahnsinnig inflationärer Gebrauch fiel mir jedenfalls auf. 😁

Auf dem »Frauenholzweg« – immerhin nicht mit dem »W« am Anfang des Wortes – ging es dann über Reichenbach nach Donzberg.
Für die Reiterin auf ihrem Pferd hielt ich an, machte den Motor aus und zückte in der kurzen Pause das Smartphone für das Foto. Das Bild spiegelt recht gut die Abendstimmung wider.
Bezüglich widerspiegeln: die aufgerufenen Literpreise spiegelten den neuen Konflikt zwischen Israel und dem Iran wider. Ein satter Sprung um 15 Cent pro Liter nach oben – es wird vermutlich noch mehr werden? 😕

Den Schlenker über die Messelbergsteige zu den beiden Nachweispunkten »Messelberg« und »Schnittlinger Berg« ließ ich aus. Die Sonne stand mir schon zu tief und ich wollte nichts erzwingen. Ich komme sowieso noch einmal hier entlang, wenn ich die Nachweispunkte nachhole, welche ich heute nicht mehr erreichen konnte.
Ich probierte auch etwas für mich Neues aus: den Lieferservice auf den Parkplatz bei McDonald's. Also ein Hauch von jenem die 1950er und 1960er glorifizierenden Klischee des »drive-thru«. Chromverzierte Gasoline Guzzler vor Fastfood-Tempeln und wieselflinkes Personal brachte einem die Meilensteine der schlechten Ernährung ans Gefährt.
Was soll ich sagen, dank moderner Technik funktionierte das problemlos per App. Auch ohne Chrom an der Triumph Tiger. 😁

Ich steuerte den Parkplatz an, stellte die Tiger ab, wählte die gewünschten Produkte aus, bezahlte und wartete ab. Ein freundlicher Mitarbeiter brachte mir dann die Papiertüte mit den Cheeseburgern. 😁

Die Anleitung ist auch auf einem Schild bei den Stellplätzen zu finden – nicht dass jemand die Plätze mit den Ladesäulen für E-Mobile verwechselt? 😎

Motorradfahrer sind aber anscheinend nicht willkommen? Eher jemand mit Vespa und einer Pizza hintendrauf? 🙄
Das Fahrrad ganz links hat jedenfalls einen viel zu schlanken Rahmen und kann daher kein Motorrad sein, oder?

Während im Westen langsam aber stetig die Sonne versank, wartete ich jedenfalls auf die Lieferung der Papiertüte.

Dank der optionalen Erhöhung des Tankrucksacks konnte ich die Papiertüte mit den Burgern zu meinem sonstigen Geraffel packen, welches ich im Tankrucksack auf meinen Touren spazieren fahre.

Morgen werde ich wohl noch einmal fahren. Das Navigationsgerät beziehungsweise die Stromversorgung werde ich bis dahin nicht repariert haben. Aber ich kenne ja die meisten Nachweispunkte in der Region und auch die Wege dorthin inzwischen auswendig. Für den Rest gibt es Kartenmaterial – beispielsweise auf Google Maps. Es wird schon irgendwie klappen – sowohl mit der Orientierung als auch vom Wetter. 😉
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| Datum: | 02.03.2026 |
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