Noch eine Tagestour mit rund 380 km – und 17 Nachweisen

Allgäu und Bregenzerwald

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Auch heute war es wieder einmal eine Tagestour mit rund 380 Kilometern – leider davon rund 220–240 km auf der Autobahn. Da kommt nicht so viel Freude auf.

Aber das eigentliche »Pässeknacken« war dann größtenteils wieder ein schönes Vergnügen. Bis auf das Cobra-Treffen auf dem Pfänder und einem Pferdeanhänger, welcher sich mit Zugfahrzeug vorneweg dort auch herumgetrieben hat.

Die Anfahrt über A8 und A7 war von diversen Baustellen geprägt. Somit zwischen 60 und 160 km/h alles drin. Zu meiner Überraschung war gar nicht mal so viel los, der Rückreiseverkehr vom verlängerten Wochenende kommt dann wohl erst am morgigen Sonntag so richtig zum Tragen? Na, da bin ich dann mal lieber nicht unterwegs.

Jedenfalls war die Anfahrt zum ersten Nachweispunkt »Buchenberg-Klamm« unspektakulär. Vor Ort einfach rechts ranfahren, Bilder machen, alles problemlos. Nur wenige Fahrzeuge fahren vorbei – primär jene, welche ich kurz zuvor überholt hatte.

Am Nachweispunkt »Buchenberg-Klamm«
Am Nachweispunkt »Buchenberg-Klamm«
Detail am Nachweispunkt »Buchenberg-Klamm«
Detail am Nachweispunkt »Buchenberg-Klamm«


Ich greife schon ein wenig vor: Das Wetter sah nicht gerade so aus wie eigentlich vorhergesagt. 20°C und Sonnenschein sollte es bereits jetzt in der Gegend haben – offensichtlich war dies nicht der Fall. Dunkle Wolken in Richtung Westen und Norden prägten das Bild.

Dabei hatte ich für heute ausschließlich mit trockenem Wetter geplant: Keine Jacke der Regenkombi dabei, die wasserdurchlässige Tasche für Getränk und Pass­knacker­nach­weis­poster. In der wasserdichten Tasche ist das Verbandkissen verpackt – da in Österreich obligatorisch. Bislang bin ich noch nie angehalten und kontrollliert worden, aber ich hatte es ja auch immer dabei. Was wohl passieren würde wenn ich es mal daheim vergesse?

So sah der Wetterbericht aber nicht aus?
So sah der Wetterbericht aber nicht aus?
Wieder mit dabei: Das verpackte Verbandkissen
Wieder mit dabei: Das verpackte Verbandkissen


Weiter zum Nachweispunkt »Osterhofen«. Ich bin beinahe alleine unterwegs. Nur landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge kreuzen meinen Weg oder verlangsamen mein Vorankommen. Aber alles ist für mich perfektes Motorradfahren: Kein Stress, die Straßen primär frei und ich kann auch problemlos an den Nachweispunkten anhalten.

Kamera auspacken und auf das kleine Stativ schrauben, Poster in die Hand und posieren – und kein Fahrzeug fährt vorbei und bringt die Kamera auf dem Stativ in Gefahr. Nicht das sie versehentlich unter die Räder kommt, das wäre fatal.

Am Nachweispunkt »Osterhofen«
Am Nachweispunkt »Osterhofen«
Am Nachweispunkt »Ettensberg«
Am Nachweispunkt »Ettensberg«


Am Nachweispunkt »Ettensberg« ist das Schild noch immer verdreht. Daher diesmal zwei Nachweisbilder für die Passknackerdatenbank. Zu einem Bild zusammengefügt kann ich dann den Nachweis erbringen – inklusive lesbarem »grünen Schild«.

Detail am Nachweispunkt »Ettensberg«
Detail am Nachweispunkt »Ettensberg«
Die »Milchschilder« werden immer mehr, oder?
Die »Milchschilder« werden immer mehr, oder?


Ich lasse mir Zeit beim Fahren, versuche diesmal auch Panoramaaufnahmen zu machen. Leider klappt es nicht immer, leider auch nicht an der kleinen Bank direkt nach dem zweiten Schild von Ettensbach in Fahrtrichtung Diepolz. Daher einfach zwei Impressionen wie die Straßen dort aussehen. Vielleicht lässt sich damit ein wenig nachfühlen was mir so gut an der Ecke gefällt: Schmale Straßen, welche sich die Hügel hoch und wieder hinunter winden. Zwischendurch kurze Passagen durch Wälder, in denen ich das Sonnenvisier zurück in den Helm fahren lassen kann.

Nutzvieh steht mal rechts und mal links auf den saftigen Wiesen und beäugt mich mal neugierig, mal völlig teilnahmslos. Die Uhrzeit bewegt sich langsam auf 10:30 Uhr zu, die meisten anderen Motorradfahrer schlafen wohl noch? Oder sie haben das verlängerte Wochenende (gestern war ein Brückentag) für weiter entfernte Touren genutzt?

Doch zurück zu den Bildern. Beim rechten Bild nicht den Blick in den Rückspiegel übersehen. Dort ist eine dieser Passagen zu sehen die ich mit »hinunter winden« meine.

Ich liebe die leeren, schmalen Straßen
Ich liebe die leeren, schmalen Straßen
Kleine Waldpassagen, viele Kurven
Kleine Waldpassagen, viele Kurven


Sobald man wieder auf eine Bundesstraße kommt, ist wieder mehr los. Aber zum Glück liegen die meisten Nachweispunkte ja nicht an solchen Straßen sondern woanders.

Am Nachweispunkt in Diepolz geht ein kleines Kind (etwa 1,5–2 Jahre alt) vor mir in Deckung. Zuerst kam es freudestrahlend auf mich zugetappst, die Mutter knapp dahinter. Warum es sich so gefreut hat? Keine Ahnung? Vielleicht wieder die Kombination aus gelbem Helm und gepunkteter Sturmhaube? Als dann der Boxer der BMW nach einem Druck auf den Startknopf zu arbeiten begann, gingen die Mundwinkel aber nach unten und der Rückzug wurde schlagartig angetreten. Volle Deckung – hinter dem Minivan. Ich hoffe das wird kein einschneidendes Ereignis gewesen sein?

Am Nachweispunkt »Diepolz«
Am Nachweispunkt »Diepolz«
Am Nachweispunkt »Stixner Joch«
Am Nachweispunkt »Stixner Joch«


Mein Navi will anders als ich, aber ich fahre einfach das kurze Stück von Diepolz zum Nachweispunkt »Stixner Joch« über die doch recht mitgenommene Straße den Hügel hinunter. Knapp 3 Kilometer lang, aber wohl Sommer wie Winter durch die diversen Reisebusse doch arg in Mitleidenschaft genommen ist sie nicht wirklich ein Vergnügen zu fahren. Aber man kommt eben schnell ans nächste Ziel – dem nächsten Nachweispunkt.

Von dort aus gleich weiter zum Nachweis »Zur Steige (Harbatshofen)« – aber sind auch andere Motorradfahrer unterwegs! Ich kann das erste Mal entgegenkommende Maschinen grüßen und werde auch freudig begrüßt (inkl. komplett hochgerissenem Arm). Da scheint sich also noch jemand gefreut zu haben endlich jemanden grüßen zu können?

Am Nachweispunkt »Zur Steige (Harbatshofen)«
Am Nachweispunkt »Zur Steige (Harbatshofen)«
Hätte ein Panorama werden sollen – ging nicht
Hätte ein Panorama werden sollen – ging nicht


Wie schon beim letzten Mal werde ich am Nachweispunkt »Zur Steige (Harbatshofen)« von den diversen vorbeifahrenden Motorradfahrern komisch beäugt. Ist auch schön auf dem Bild zu sehen wie sich die Köpfe samt Helm immer in meine Richtung drehen.

Vobei rollt alles was das Motorradlager so zu bieten hat: Von der Reiseenduro über leichte Enduros zu Supersportlern, Sporttourern, Naked Bikes und schweren Cruisern zieht binnen drei, vier Minuten alles mögliche am Parkplatz vorbei.

Zwischen den einzelnen Grüppchen oder FahrerInnen sind jedoch immer wieder Pausen. Es wirkt also weiterhin alles völlig entspannt und angenehm zu fahren. Als ich mich auf den Weg zum nächsten Nachweispunkt mache, bin ich auch »allein«: Kein Motorrad in Sichtweite vor oder hinter mir.

Am Nachweispunkt »Hahnschenkel«
Am Nachweispunkt »Hahnschenkel«
Am Nachweispunkt »Paradies«
Am Nachweispunkt »Paradies«


Die letzten Jahre bin ich »Hahnschenkel« immer aus der anderen Richtung kommend angefahren. Dieses Jahr stelle ich nun fest, dass am anderen Ortsende der Nachweis viel, viel einfacher zu erbringen ist da man dort direkt vor dem Schild gut parken kann.

Na, nun weiß ich das dann für die kommenden Jahre. Ich werde meine Route beziehungsweise die Reihenfolge der angefahrenen Nachweise in Zukunft entsprechend planen.

Mineralwasser gegen den Durst
Mineralwasser gegen den Durst

Am Nachweispunkt »Paradies« lege ich eine längere Rast ein. Ich habe Durst, die im Stoffbeutel mitgeführte Flasche Mineral­wasser kommt daher zum Einsatz. Auf dem Bild zeigt sich – unbeabsichtigt – mal wieder wieso auffällig gestaltete Schutzbekleidung beziehungsweise ein gelber Helm durchaus Sinn machen.


Der Rest der Bekleidung ist mit dem dunklen Baum als Hintergrund fast nicht zu erkennen. Ähnlich wird es sich wohl verhalten wenn man seitlich auf eine Kreuzung zufährt, komplett in schwarz gekleidet ist und hinter sich einen ähnlich dunklen Hintergrund hat. Bei mir leuchtet dann wenigstens der Helm gut sichtbar und bietet den besten Kontrast zum Hintergrund.

Aber heute soll es nicht um Bekleidung gehen sondern um die heutige Passknackertagestour. Während ich noch am Stativ herumnestle rollt eine BMW R 1200 GS aus Landsberg am Lech auf den Parkplatz. Der Fahrer grüßt freundlich – und weiß wofür das »ILL« im Kennzeichen meiner GS steht. Dort habe er Verwandschaft.

Während er eine Zigarette anzündet und raucht holt er sich ein paar Informationen zu meiner GS ein: »Das ist doch die mit dem langen Sechsten, oder?«. Ja, den hat sie. »Daheim steht noch eine R, die hat auch den langen Sechsten – super wenn man damit auf der Autobahn lange Strecken fährt.«.

Ich stimme zu, ebenso das die Ecke hier zum Motorradfahren wirklich schön ist. Anschließend erkläre ich ihm was es mit dem Passknackeraufkleber an den Flanken auf meiner GS auf sich hat und mache so ein wenig Werbung. Vielleicht gibt es jetzt ja demnächst einen weiteren Passknacker?

Panorama am Nachweispunkt »Paradies«
Panorama am Nachweispunkt »Paradies«

Das Wetter passt sich langsam aber sicher doch an den Wetterbericht an. Die Wolken werden heller und heller, das bedrohliche Grau verschwindet zunehmend. Der Anteil an blauen Lücken mutiert immer mehr zur dominanten Farbe und ich fange noch ein Panorama am Nachweispunkt »Paradies« ein.

Am Nachweispunkt »Ratzenberg«
Am Nachweispunkt »Ratzenberg«
Detail am Nachweispunkt »Ratzenberg«
Detail am Nachweispunkt »Ratzenberg«


Weiter geht es zu den dicht beieinander liegenden Nachweispunkten »Ratzenberg« und »Rieder Höhe«. Für die Nachweise muss ich zwei Mal durch Lindenberg (im Allgäu) fahren. Verglichen mit dem Dahingleiten und gemütlichen Fahren auf den kleinen Straßen wirkt die doppelte Durchfahrt auf mich tatsächlich irgendwie nervig. Zum Glück sollte es vorläufig die einzige Stadtdurchfahrt sein – bis Bregenz. Aber dazu später mehr.

Am Nachweispunkt »Rieder Höhe«
Am Nachweispunkt »Rieder Höhe«
Detail am Nachweispunkt »Rieder Höhe«
Detail am Nachweispunkt »Rieder Höhe«


Am Nachweispunkt »Rieder Höhe« kann ich wieder einen Passknacker-Aufkleber auf der Stange erkennen. Diesen nutze ich dann doch gleich mal für die Detailaufnahme vom Bildernachweis.

Ein neuerlicher Versuch ein Panoramabild zu erstellen funktioniert – einigermaßen jedenfalls. Ich baue die Panoramaaufnahmen daheim am PC zusammen beziehungsweise lasse dies von der Software »Hugin« (unter Linux) erledigen. Leider verzerrt die von mir heute verwendete Panasonic DMC-FT2 die Bildränder relativ stark. Daher hat die Software ihre Probleme dabei ein schönes Panorama zu erstellen. Aber: Einen Eindruck wie schön es auch auf manchem Parkplatz aussehen kann, erhält man trotzdem.

Panorama am Nachweispunkt »Rieder Höhe«
Panorama am Nachweispunkt »Rieder Höhe«

Den Weg von »Rieder Höhe« zu »Möggers-Weienried« kenne ich fast schon auswendig, aber eben nur fast. Ich war mir sicher die Sparkasse zu finden, an welcher ich sonst immer Geld abgehoben habe wenn ich nach Österreich zum Pfänder gefahren bin. Diesmal habe ich sie nicht gefunden beziehungsweise muss einfach daran vorbei gefahren sein.

Am Nachweispunkt »Möggers-Weienried«
Am Nachweispunkt »Möggers-Weienried«

Ehe man sich versieht ist man auch schon in Österreich. Nun denn, dann wird eben später an einem »Bankomat« Geld abge­hoben – da habe ich ja auch noch eine Alternative aufgrund meiner diversen Besuche parat. Es grummelt plötzlich laut und dumpf – und schon fährt die erste AC Cobra an mir vorbei.


Ein Original aus den 1960ern? Eine der zahlreichen Repliken? Während ich nur kurz darüber nachdenke kommt schon die nächste grollend-blubbernd angerollt – und dann noch eine. Okay, das kann kein Zufall mehr sein.

Ich bin aber gerade noch mit meinem einfachen Mobiltelefon beschäftigt und versuche eine erkennbare Aufnahme vom Display zu machen. Gar nicht so einfach in der Mittagssonne. Anlass für das Bild: Während ich vor einem knappen Monat in Tirol war, galten noch die »alten Spielregeln« für Telefonate aus dem Ausland nach Deutschland.

Seit 2 Tagen (seit dem 15.06.2017) gibt es keine Roaminggebühren mehr im EU-Ausland. Da ich eine sogenannte »Allnet-Flatrate« habe sollten nun auch Telefonate aus .at nach .de mich nichts mehr kosten – die nächste Abrechnung wird's zeigen.

Yay: Keine Roaminggebühr mehr (seit vorgestern)
Yay: Keine Roaminggebühr mehr (seit vorgestern)
Am Nachweispunkt »Moosegg / Pfänder«
Am Nachweispunkt »Moosegg / Pfänder«


Während ich die Sachen an meiner GS wieder sortiere und mich zur Weiterfahrt vorbereite, zieht ein SUV mit Pferdeanhänger hintendran an mir vorbei. Ausgerechnet in die Straße, welche ich nun weiter zum Nachweispunkt auf dem Pfänder nehmen werde. Na, dann warte ich einfach noch zwei, drei Minuten. Dann wird der schon weg sein.

Pustekuchen. Nach 5 km Fahrt habe ich den Pferdeanhänger vor mir – mit einem Kombi dahinter. Sie stehen gemeinsam in einer engen Kurve und der entgegenkommende silberne Audi A6 traut sich nicht näher als 30 cm an die Wand heran. Na prima... Das kann ja noch was hingeben.

Wo auch immer der Anhänger hinsollte, ich hatte ihn permanent vor mir – bis ich dann zum Nachweis am Pfänder angehalten habe. Aber ich gehe davon aus das der Fahrer vom SUV auch nicht besonders glücklich über die Situation war.

Bilck vom Pfänder auf den Bodensee
Bilck vom Pfänder auf den Bodensee
So schlängelt sich die Straße an den See hinab
So schlängelt sich die Straße an den See hinab


Während ich am Nachweispunkt stehe, ziehen wieder ein paar AC Cobra vorüber. Ein Porsche 356 (Speedster) ist auch mit dabei. Wieder die Frage: »Original oder Replik?« – mich interessiert langsam wo die alle hinfahren.

Ob das wirklich Spaß macht mit den Fahrzeugen über die kurvenreiche Straßen auf dem Pfänder zu fahren? Insbesondere dann, wenn überbreite SUV und Pferdeanhänger auch dort unterwegs sind? Gemeinsam mit Motorradfahrern, Rad­fahrern und Wanderern? Ich konnte niemanden fragen.

Kurze Pause, die diversen PKW passieren lassen
Kurze Pause, die diversen PKW passieren lassen
Obligatorisch: Zwischenstopp mit Blick auf den See
Obligatorisch: Zwischenstopp mit Blick auf den See


Eigentlich ist die Straße breit genug das zwei »normale PKW« aneinander vorbeipassen. Wenn Fahrer A sein Fahrzeug jedoch in der Mitte der Straße hält, bekommt Fahrer B ein kleines Problem. Am Ende stehen dann beide Fahrzeuge – und ich mit meiner BMW dahinter.

Also fahre ich einfach an einer dafür geeigneten Stelle rechts ran und lasse erst einmal einen Schwung an Fahrzeugen bergaufwärts vorbei. Die Zeit habe ich dann für die beiden Bilder genutzt: Die Strecke wie sie mir das Navi präsentiert sowie wie sie dann in der Realität aussieht.

Blick auf den Bodensee vom Pfänder, rechts ist Lindau zu sehen
Blick auf den Bodensee vom Pfänder, rechts ist Lindau zu sehen

Da finde ich nun auch alle AC Cobras und weitere Cabrios wieder: Am Berggasthof Fritsch stehen sie alle... Ich werde da wohl nie eine Nacht verbringen (Preise aktuell: 140–195 € für eine Nacht im Einzelzimmer). Aber wer sich eine AC Cobra (und sei es »nur eine Replik« leisten kann, der kann da sicherlich auch das Zimmer bezahlen).

Ich stelle mich lieber ein paar 100 Meter unterhalb vom Berggasthof wieder an die Stelle, an welcher ich jedes Jahr einen Blick auf den Bodensee werfe und mit der Kamera festhalte. Der Blick über den See ist auch heute wieder möglich, Lindau ist rechts im Bild.

Die Pfänderstraße führt mich in den Ortskern von Lochau und dort ist dann auch wieder einer dieser Bankomaten, welche ich so liebe und auch schon in meinem Beitrag zu Tirol/Salzburger Land erwähnt habe: Einfach mit dem Motorrad direkt an den Automaten heranfahren.

Ich liebe sie: »Drive-In-Bankomat«
Ich liebe sie: »Drive-In-Bankomat«

Nur eins ist an eben diesem Bankomat etwas unglücklich gelöst: Direkt neben dem Geldautomat ist ein Lichtschacht mit Gitter­abdeckung. Wenn einem da die Kreditkarte hineinfällt – das wäre etwas ungeschickt. Aber alles ist gut gegangen, ich habe mein Geld bekommen und mir ist auch nichts heruntergefallen.


Mit ein paar Scheinen im Geldbeutel – falls das Tanken doch unerwartet teurer werden sollte – ging es dann weiter zu den Nachweispunkten »Farnach« und »Oberbildstein«. Der Weg dorthin führt mich allerdings durch Bregenz. Gemeinsam mit einer MV Agusta Brutale reihe ich mich in den zähfließenden Verkehr ein. Irgendwann wird es dem Fahrer der Brutale mit »OA« im Kennzeichen am Heck wohl zu blöd und er fährt an einer Tankstelle raus.

Was ihn mir so sympatisch gemacht hat? Sein Wimmerl auf dem Rücken. Offensichtlich seine Variante eine Tagestour zu gestalten – erfolgreich.

Am Nachweispunkt »Farnach«
Am Nachweispunkt »Farnach«
Am Nachweispunkt »Oberbildstein«
Am Nachweispunkt »Oberbildstein«


Es grünt so grün am Nachweispunkt »Oberbildstein«. Der Hinweis auf dem Wanderwegschild ist nicht mehr zu lesen, die Sonne hat da ganze Arbeit geleistet. Daher muss dann die Kombination der diversen Schilder sowie eine an das Nachweisbild angelehnte Perspektive mit Hausdach als Motiv dienen.

Detail am Nachweispunkt »Oberbildstein«
Detail am Nachweispunkt »Oberbildstein«
Darum mag ich die Ecke: Anhalten und Aussicht genießen
Darum mag ich die Ecke: Anhalten und Aussicht genießen


Fährt man nicht den Weg zurück den man gekommen ist sondern weiter, hat man noch mal einige Serpentinen vor sich. Belohnt wird man schließlich wieder mit einem schönen Ausblick, welchen ich leider nicht als Panorama einfangen konnte. Die Software konnte die Einzelbilder leider nicht korrekt miteinander verbinden.

Daher an dieser Stelle »nur« zwei Einzelbilder, welche die Postkartenromantik aber recht gut wiedergeben können.

Leider lässt es sich nicht mit der Kamera einfangen
Leider lässt es sich nicht mit der Kamera einfangen
Am Nachweispunkt »Alberschwende«
Am Nachweispunkt »Alberschwende«


Da am Nachweispunkt »Alberschwende« wirklich alles zugeparkt war, musste ich improvisieren und habe auf dem Gehweg stehend den Nachweis mit der Soldaten­opfer­gedenk­stätte im Hintergrund erbracht.

Schon oft auf der Liste, bislang aber nie angefahren: »Losenpass / Bödele«. Diesmal wollte ich den Nachweis erbringen, jedoch war mein Navi mal wieder ein wenig seltsam unterwegs. Obwohl ihm alle Wege offen gestanden sind, hat es mich zuerst nach Dornbirn geschickt und mich dann zum Nachweispunkt geführt. Das wäre auch einfacher gegangen: Einfach die B200 in Richtung Osten und dann hoch zum Nachweis auf der Passhöhe. Schneller wäre diese Strecke auf jeden Fall zu fahren gewesen.

Nächstes Jahr ändere ich dann die Reihenfolge der angefahrenen Nachweise entsprechend ab, denn ohne den Umweg über Dornbirn hätte ich auch noch »Faschinajoch« und »Furkajoch« ansteuern können. So lief mir leider die einge­schränkte Zeit davon.

Am Nachweispunkt »Losenpass / Bödele«
Am Nachweispunkt »Losenpass / Bödele«
Beim Tanken in Andelsbuch (eni)
Beim Tanken in Andelsbuch (eni)


Siehe da, wer kommt mir da auf dem Weg nach Dornbirn entgegen? Es ist der Fahrer der MV Agusta Brutale. Im Rückspiegel kann ich das Wimmerl erkennen – primär habe ich ihn aber an Lederkombi und Helm erkannt. Er hat mich sicherlich auch wiedererkannt – gelber Helm und alte GS sei Dank.

Ich stehe mal wieder an der Tankstelle in Andelsbuch, die Straße vom Nachweispunkt »Losenpass / Bödele« hat mich schön zur Tankstelle geführt.

An der Zapfsäule vor mir steht eine in Italien zugelassene Aprilia. Da ich mich bei den italienischen Modellen nicht wirklich gut auskenne kann ich nur vermuten das es eine Tuono 1000 war. Voll bepackt mit Hecktasche in U-Form (ihr wisst sicherlich was ich meine?) steht sie da und zu meiner Überraschung handelt es sich um eine alleinreisende Motorradfahrerin.

Während ich mir mein Calippo aus der Tiefkühltruhe suche versucht sie sich mit dem freundlichen Menschen an der Kasse zu unterhalten. Sie kann kein Deutsch, er kein Italienisch. Auf Englisch klappt es auch nicht. Also biete ich meine Hilfe an und vermittle auf Deutsch und Englisch zwischen den beiden. Sie möchte eine Karte auf der »Black Forest« mit drauf ist. Übersetzt in »Schwarzwald« kann nun auch der freundliche Mensch an der Kasse weiterhelfen.

»Mille grazie, thank you!« – »You're welcome. Have a nice ride.«

Wenn ich auf italienisch nicht nur ein Eis mit Erdbeer und Zitrone bestellen könnte, hätte ich mich auch anderweitig eine gute Fahrt wünschen können.

Wieder draußen klemme ich das Calippo an den praktischen Calippohalter der GS, schiebe die Maschine weg von der Säule in den Schatten und werfe noch mal einen Blick auf das andere Motorrad. »VC« steht da im Kennzeichen. Daheim angekommen kann ich Google bemühen: Vercelli (Piemont). Na, die beiden sind also schon etwas länger unterwegs.

Der Eishalter kommt wieder mal zum Einsatz
Der Eishalter kommt wieder mal zum Einsatz
Am Nachweispunkt »Schnepfegg«
Am Nachweispunkt »Schnepfegg«


Von »Schnepfegg« aus zum »Faschinajoch« wären es noch rund 20 Minuten gewesen. Also 40 Minuten die mir auf der Rückfahrt gefehlt hätten. Wegen der Gewitterneigung zum Abend hin wollte ich nicht allzu spät die Heimfahrt antreten – ich hätte mir Zeit lassen können, denn von Gewitter war nirgendwo etwas zu sehen – auch nach etlichen Stunden noch nicht.

Hochkantpanorama (zumindest ein Versuch)
Hochkantpanorama (zumindest ein Versuch)

Ein paar Minuten hatte ich aber noch. Diese habe ich für zwei Panoaramaaufnahmen beziehungsweise -versuche verwendet.

Selbst hochkant wollte nicht alles auf eine Aufnahme passen. Daher habe ich drei Einzel­bilder horizontal aufgenommen und dann per Software zusammenfügen lassen – inklusive Gegenlicht und Lensflare auf einem der Bilder. Dafür ist's ganz gut geworden, oder? Okay, nächstes Mal muss ich wohl eine andere Digitalkamera mit­nehmen.


Zumindest dann, wenn ich daheim wieder Panoramen zusammenfügen will. In der Horizontalen geht es jedenfalls zum Abschluss dann noch einmal ganz gut. Wäre da nicht der »Galgen« rechts im Bild wäre das Panorama deutlich schöner. Aber so ist das eben wenn man am Abfallwirtschaftsbetrieb an der Bregenzerwaldstraße foto­grafiert.

xxxx
An der Bregenzerwaldstraße (B200)

Wie schon geschrieben hätte ich gerne noch »Faschinajoch« und »Furkajoch« als Nachweise erbracht, aber irgendwann muss eben immer Schluss sein. Nächstes Jahr sollte ich wohl mein Vorhaben in die Tat umsetzen und mich nach einer netten Unterkunft für die Nacht in der Region umschauen. Oder gleich weiterplanen und in Richtung Arlberg suchen und auf dem Weg dorthin noch weitere Nachweise erbringen. Na, mal sehen wie es 2018 laufen wird.

Gepäck autobahnfest sortieren und los geht's
Gepäck autobahnfest sortieren und los geht's

Vor der Weiterfahrt noch einmal das Gepäck sortieren und »autobahnfest« verstauen. Warum? Wenn ich das nächste Mal von der BMW absteigen werde wird es daheim sein.

Mit dem leichten, flachen Gepäck sind auch etwas schneller gefahrene Autobahn­etappen kein Problem


. Der Soziusgriff dient zudem als Stütze für die Mineralwasserflasche. Nach hinten kann also nichts von der Maschine rutschen. Das man mit so einem Gepäcknetz keine schweren Lasten sichern sollte beziehungsweise sichern kann sollte ja jedem bewusst sein.

Durch den Achraintunnel und Pfändertunnel ging es zügig wieder zurück nach Deutschland – und dort lauerten dann wieder einige Autobahnkilometer auf mich.

Nächstes Jahr plane ich mindestens eine Übernachtung ein. Ganz sicher. Dieses Jahr steht jedenfalls noch ein Besuch im Bregenzer Wald an, das wird dann wohl im Juli sein – ich muss mich aber erst noch erkundigen ob und wo ich da eventuell nächtigen kann. Dann mache ich aus den verbliebenen Nachweise (inklusive jener auf der anderen Seite vom Rhein in der Schweiz) eine Zweitagestour mit Anreise über den Riedbergpass.


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