Ein kurzer, abendlicher Besuch – damit ich endlich einmal anwesend war

Internationales XJ6 Treffen (nur zum Essen besucht)

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Es ist 22:45 Uhr. Das Fernlicht leuchtet die schmale Straße gut aus, welche von meinem Navi für die letzten Meter zum Nachweispunkt »Bussen« ausgewählt wurde. Etwa 15 Meter vor mir huscht ein einsames Reh über die Straße. Der zunehmende Mond leuchtet die Felder nur mäßig aus, die Sonne ist schon lange untergegangen – und dennoch kann man am Horizont noch zwischen Wolken und der Schwäbischen Alb dank der scharf umrissenen Linien unterscheiden.

Bisser'l dunkel war's geworden
Bisser'l dunkel war's geworden

Das erste, westlich gelegene Ortsschild von Offingen ist eingewachsen. Keine Chance ein gutes Bild zu machen. Viel besser sieht es auch am eigentlichen Nachweispunkt nicht aus. Mangels guter Ausleuchtung kann man kaum etwas gut fotograpixeln. Aber ich erzähle gerade vom letzten Nachweispunkt und dem Ende meiner heutigen Fahrt.


Also noch mal ganz zurück auf Anfang und schön rein in den Stau auf der A8 zwischen Aichelberg und Gruibingen.

Ich sitze in meinem PKW und kann mal wieder den Ausblick auf fremde Fahrzeuge so richtig gut genießen. Nichts bewegt sich, kompletter Stillstand. Aber das ist an der Stelle ja immer wieder völlig normal und wenig verwunderlich. Ich hatte die Hoffnung gehegt ausnahmsweise mal nicht die landschaftlich attraktive Strecke über eng gewundene Straßen den Albtrauf hinauf nehmen zu müssen – und habe doch wieder schön die »unfreiwillige Entschleunigung« gefunden.

Noch in der Blechdose: Im Blechdosenregal einreihen
Noch in der Blechdose: Im Blechdosenregal einreihen
Tatsächlich nur 16°C zur Mittagszeit
Tatsächlich nur 16°C zur Mittagszeit


Bemerkenswert: 16°C um 12:30 Uhr am 22. Juni. Heute früh gegen 8 Uhr waren es nur 8°C auf der Schwäbischen Alb. Vor zwei Tagen waren die Temperaturen schon am Vormittag über 20°C. Der Temperatursturz ist ja eigentlich ganz nett, dann schwitzt man auch auf dem Motorrad nicht mehr so. Meine Tagesplanung wird aber jetzt schon etwas durcheinandergebracht.

Baustellenwatching an der A8
Baustellenwatching an der A8
Neueste Anschaffung (Bericht folgt)
Neueste Anschaffung (Bericht folgt)


Immerhin kann man dann auch den Baufortschritten westlich der A8 zuschauen. War auch total spannend, da keine Arbeiter zu sehen waren.

Noch schnell ein Abstecher zu Louis und eine Lenkertasche für 14,99 Euro einsammeln. Laut Forenbeiträgen passt die sehr gut zur BMW R 1150 GS. Na, ich bin dann mal gespannt. Zur Yamaha XJ 600 S im Vorführraum des Neu-Ulmer Louis hat sie jedenfalls relativ gut gepasst. Ein Bericht zur Tasche und ob sie mit meiner RAM-Mount-Konstruktion für's Navi harmoniert kommt dann in den kommenden Tagen.

Richtung Süden: Motivierend
Richtung Süden: Motivierend
Richtung Nordwest: Das sieht ungemütlich aus
Richtung Nordwest: Das sieht ungemütlich aus


Sorgen bereitete mir ein wenig die Entwicklung der Bewölkung. Trocken sollte es bleiben. Aber was sich auf den Bildern da so zuammenbraute sah nicht gerade vertrauenserweckend aus? Bild links: Blickrichtung Südwest. Bild rechts: Blickrichtung Nordwest.

Aber der Wetterbericht und Regenradar sollte wieder einmal richtig liegen. Sowohl Hin- wie auch Rückfahrt nach Mengen (Nähe Sigmaringen) verliefen trocken.

Diesmal Glück gehabt: Die Preiserhöhung...
Diesmal Glück gehabt: Die Preiserhöhung...
...griff erst nach dem Tankvorgang
...griff erst nach dem Tankvorgang


Ausnahmsweise hatte ich sogar beim Tanken Glück. Diesmal wurde der Preis direkt während des Tankvorgangs geändert. Ich konnte also noch für 1,349 Euro pro Liter tanken, die Anzeige an der Straße war schon 4 Cent teurer. Ärgerlich: In meinen PKW hatte ich 3,5 Stunden zuvor mal eben für 55,70 Euro getankt – Literpreis 1,419 Euro.

Am Nachweispunkt »Sonderbucher Steige«
Am Nachweispunkt »Sonderbucher Steige«
Am Nachweispunkt »Upflamör«
Am Nachweispunkt »Upflamör«


Wann ich endlich auf den Punkt komme wie das Treffen so war? Gemach, gemach. Erst einmal waren noch zwei Passknacker-Nachweise auf der Anreise dran. Da der Tankrucksack mit einem »hooded Sweater« bestückt war, fuhr das große Poster heute nicht mit. Die kleine Karte musste den Job übernehmen.

Auch in Upflamör sah der Himmel eher bedrohlich als versöhnlich aus. Dazu fegten ziemlich unfreundliche Winde über die Schwäbische Alb. Aber es kann ja nicht immer Ponyhof-Motorradfahrwetter sein, richtig?

Ob die Wolken ihr Nass bei sich behalten?
Ob die Wolken ihr Nass bei sich behalten?
Mit Klapphelm in Upflamör
Mit Klapphelm in Upflamör


Am Rande angemerkt: Ich war heute wieder mit dem HJC SY-MAX III unterwegs. Nach mehreren hundert Kilometern mit dem MX-Helm ein sehr ungewohntes Gefühl. Positiv: Man muss nicht beachten wie ein auf dem Helm montiertes Schild im Wind steht. Negativ: Wenn man sich mal an die Belüftung im MX-Helm gewöhnt hat kommt einem selbt an einem relativ kühlen Sommertag ein Integralhelm wie eine Sauna vor.

Ein für mich neuer Weg mit 16%
Ein für mich neuer Weg mit 16%
Planloses Navigationsgerät
Planloses Navigationsgerät


Das Navi kannte die Straße nicht. Ein an einen Baum gezimmertes Schild verriet »hier geht es abwärts«. Was die Bierflasche für eine Geschichte erzählen könnte ist mir jedoch nicht bekannt.

Jedenfalls gibt es von Upflamör eine kleine Straße nach Friedingen. In Friedingen angekommen kannte sich mein Navi wieder aus – und schickte mich vermutlich über die kleinste Straße im Ort auf die L275. Es hatte eher wie die Zufahrt zu einem Privatgrundstück ausgesehen, war aber tatsächlich »Im Winkel« (laut Straßenschild).

Die K7548 bin ich letztes Jahr schon einmal gefahren. Die beiden markanten Kurven führten mich wenig überraschend nach Langenenslingen. Von dort aus ging es wie schon vor zwei Wochen[1] das kurze Stück nach Wilfingen. Absolut kein Gegenverkehr, absolut nichts los. Ein schöner Kontrast zur offensichtlich überlasteten Autobahn zur Mittagszeit.

Die letzten kleinen Ortschaften bis Mengen waren dann auch schnell durchfahren und wider Erwarten war ich dann doch rund 30 Minuten zu früh am Ziel der Fahrt: Beim »Lamm« in Mengen.

Am Ziel angekommen: Lamm in Mengen
Am Ziel angekommen: Lamm in Mengen
Alleine auf dem Parkplatz
Alleine auf dem Parkplatz


Freie Parkplatzwahl und freie Sitzplatzwahl auch im Wintergarten – mit Blick zum Motorrad gewählt. Tja, da saß ich nun – nachdem ich Helm, Jacke und Rückenprotektor im Nebenzimmer ablegen durfte.

Warten auf die XJ6-Fraktion
Warten auf die XJ6-Fraktion

Ich ließ mir mein Spezi schmecken und wartete darauf, dass die ersten von ihren Hotels zum Lamm spaziert kamen. Alle natürlich in Alltagsklamotten, nur ich saß da mit meiner Motorradkluft, welche teilweise unter dem mitgebrachtem Kaputzenpulli versteckt mutmaßlich nicht weiter auffiel. Ebenfalls versteckt: Die zerzauste Frisur.


Diese hatte sich erfolgreich unter einem Beanie verstecken können.

Nach und nach wurde es voll im Wintergarten des Lamm. Man wurde erkannt oder auch nicht. Ich konnte mir leider nicht alle Namen merken. Die Zeit war leider viel zu kurz und die Tafel zu lang.

Immerhin konnten ein paar Fragen geklärt werden. Beispielsweise wie ich ohne XJ6 schon seit auf den Tag genau fünf Jahren (22. Juni 2012) im Forum aktiv bin.

Ob ich zur morgigen Tour nicht mitkommen wolle? Wollen ja. Aber ich brauche mal eine kleine Auszeit. In den letzten vier Wochen bin ich mit dem PKW 2'800 km unterwegs gewesen. Natürlich primär wegen der Arbeit, aber trotzdem. Mit der BMW kommen im gleichen Zeitraum auch noch einmal rund 1'000 km dazu. Morgen wird also ein »ich lege mich faul in die Sonne sofern sie da ist«-Tag.

Erst der Salat...
Erst der Salat...
...dann das Schnitzel
...dann das Schnitzel


Einen gemischten Salat und ein Jägerschnitzel mit Beilagen später war es dann auch schon kurz nach 22 Uhr. Die Zeit war schnell verflogen und auf dem Rückweg wollte ich noch den letzten nahegelegenen Nachweis einsacken. Die Sonne war längst schon hinter dem Horizont versunken – und jetzt wäre ich dann wieder dort angekommen wo ich den heutigen Beitrage habe starten lassen: Auf den letzten Metern vor dem Nachweispunkt »Bussen«.

Am Nachweispunkt »Bussen«
Am Nachweispunkt »Bussen«
Die Kamera ist am Limit
Die Kamera ist am Limit


Die Kamera kann also auch bei relativ heller Nacht keine guten Aufnahmen mehr machen. Das hatte ich ja schon irgendwie erwartet. Das die Beschriftung des Straßennamens aus retroreflektierendem Material ist, hätte ich wiederum nicht erwartet. Gut so, dann kann man wenigstens etwas erkennen.

So, damit wäre ich am Ende des heutigen Beitrags angekommen. Keine Bilder von der einen oder anderen XJ6. Dafür müsste ich dann wohl mal an einem Forentreffen richtig teilnehmen. Also mit Ausfahrt und so. Mal sehen was in den nächsten 5 Jahren Forenzugehörigkeit so möglich sein wird.

Bis dahin beschäftigt mich die Frage was um 23:15 Uhr am östlichen Himmel (zumindest von Ehingen aus gesehen) am Himmel verglüht ist. Nachtfahrten mit maximal 80 km/h, Umleitungen und Wildwechsel sowie dem einen oder anderen Fernlicht-nicht-abschalt-Honk sind nicht so ganz mein Favorit. Aber wenn man dafür Sternschnuppen(?) oder verglühende Satelliten sehen kann, dann hat das schon wieder was für sich.


Kommentare

Peter MichelPeter Michel | http://motorrad-reise-ecuador-anden.de.to/
schrieb am 15.07.18 um 22:38 Uhr:


eine XJ6 hattest du auch mal???

Dann verstehe ich den Wechsel auf BMW ja noch viel weniger... von XJ auf FJ oder XJR... aber BMW???


X_FISHX_FISH | https://www.600ccm.info
schrieb am 15.07.18 um 23:59 Uhr:


Nein. Eine XJ6 hatte ich nie. Nur eine mit zwei Nullen zuviel. Daher ist mein Titel im Forum auch »Der, der nie eine XJ6 hatte und trotzdem hier ist«.

Die Reihenfolge: XJ 600 S → GSF 1200 → R 1150 GS. Beziehungsweise: Langsames Herantasten → Holla die Waldfee! → zurück zur Gemütlichkeit.

Wenn die Autobahnetappen (und mein Geldbeutel) nicht wären wäre eine Sommer wohl das Richtige für mich.

Ich mag die BMW. Die ist schön bequem und wenn der Mitas vorne nicht immer erfolgreich nach Spurrillen suchen würde wäre ich auch gerade superzufrieden wenn sie rollt. Schieben ist natürlich beim Lebendgewicht der GS nicht so prickelnd.

Was nach der BMW kommt ist noch offen. Will die 100'000 km Marke mit ihr schaffen. Bin jetzt bei 83'000 km. Hat also noch etwas Zeit. Reihenvierer muss nicht mehr sein. Drehmoment satt bei niedrigen Drehzahlen passt eher zu meinem Fahrstil. Eine R 1200 GS ab 2008 wäre also schon irgendwie interessant... Und da kann dann auch kein Tank rosten. Dauert aber noch etwas bis das Budget zur Maschine passt. Mit ca. 42'000 km auf der Uhr und ohne Zubehör fangen die Maschinen bei ca. 6'500 Euro an – wohlgemerkt 10 Jahre alt. Dafür bekommt man fast drei Versys KLE 650 mit gleichem Baujahr und jeweils gleicher Laufleistung... Aber ohne Kardan... Und »nur« mit 51 kW.

Kawasaki hatte ich noch nicht. Evtl. wäre das ja mal ein Anreiz? Dafür fehlen mir dann evtl. wieder ein paar Nm? Abwarten was kommt. Bei einigen bloggenden »Großendurofahrern« ist ja aktuell die Honda CRF 250 Rally sehr angesagt.


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