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Die erste kurze Tour mit dem MX Helm (»kleine Abendrunde«)

Drei Nachweise und ein kurzes Helm-Fazit

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Das ging jetzt schneller als ich es eigentlich erwartet habe: Gestern habe ich meinen neuen HJC FG-X ausgepackt[1] und heute schon ausprobieren können. Das Wetter und die Uhrzeit waren auch perfekt für den Test: Ein heißer Tag neigte sich dem Ende zu, die Sonne stand nach 19:30 Uhr langsam aber sicher während der letzten Nachweise schon relativ niedrig.

Somit hohes Blendrisiko und ideal geeignet um auszuprobieren wie sich der Schild am MX-Helm als »Sonnenblende« eignet.

Unterwegs mit HJC FG-X und 100% Accuri
Unterwegs mit HJC FG-X und 100% Accuri
Am Nachweispunkt »Michelsberg (Oberböhringen)«
Am Nachweispunkt »Michelsberg (Oberböhringen)«

Bevor ich ein abschließendes Fazit aus meiner Sicht präsentieren kann, brauche ich sicherlich noch ein paar weitere Kilometer mit dem Helm. Daher ist meine kleine Abendrunde eher als »Spotlight« zu betrachten. Jedenfalls war ich mit dem HJC FG-X auf dem Kopf und der 100% Accuri auf der Nase unterwegs.

Ich hatte mir ein paar nahegelegene Nachweispunkte genau für eine solche Fahrt »aufgehoben«, daher konnte ich meine ersten Eindrücke sozusagen unter »realen Testbedingungen« sammeln.

Am Nachweispunkt »Hexensattel«
Am Nachweispunkt »Hexensattel«
Hier wird für's Sonnwendfeuer gesammelt
Hier wird für's Sonnwendfeuer gesammelt

Zwischen den drei Nachweispunkten kann man zwischen 30 und 100 km/h fahren, Hügel hoch und Hügel runter inklusive. Die relativ tief stehende Sonne wurde effektiv vom Schild »ausgesperrt«, wobei ich den Kopf manchmal schon etwas senken musste damit der Blendschutz gegeben war.

Die getönte Scheibe im Brillenrahmen der Accuri hat dabei auch einen guten Dienst geleistet, wobei eine Fahrt mit getönter oder verspiegelter Scheibe mit zunehmender Dunkelheit oder bei wechselnden Lichtverhältnissen (beispielsweise Walddurchfahrten oder einem Tunnel) eher nicht zu empfehlen sind.

Wobei einem die Tönung nach einiger Zeit nicht mehr auffällt, man gewöhnt sich schnell daran. Die subjektiv deutlich dunkler wahrgenommene getönte Innenvisier in meinem HJC SY-MAX III fahre ich bei solchen Situationen stets hoch. Allerdings sehe ich beim getönten Innenvisier an der Unterkante auch immer das »normale Tageslicht«. Vielleicht stellen sich meine Augen daher nicht vollständig auf die getönte Sicht um?

Am Nachweispunkt »Kornbergsattel«
Am Nachweispunkt »Kornbergsattel«
Der Aufkleber hat schon etwas gelitten
Der Aufkleber hat schon etwas gelitten

Am letzten Nachweispunkt »Kornbergsattel« angekommen haben die Hügel die Sonnenstrahlen teilweise schon geschluckt. Somit Rückfahrt nach Hause im Schatten – mit getöntem Visier. Funktioniert problemlos da keine starke Tönung vorhanden ist.

Jedoch ist mein eigentlicher Plan das getönte Visier gegen ein klares Visier mit einer ähnlichen Kontruktion wie beim bekannten Pinlock-Innenvisier auszutauschen: Luftpolster zwischen Außen- und Innenseite der Scheibe. Dies gibt es für die drei Brillenmodelle von 100% zu kaufen (Strata, Accuri und Racecraft), welche alle – trotz unterschiedlichem Rahmen – die gleichen Scheiben aufnehmen können.

Die Sonne scheint – außer in den Tälern
Die Sonne scheint – außer in den Tälern
Nun aber auf die Autobahn, Helm testen
Nun aber auf die Autobahn, Helm testen

Meine ersten Eindrücke auf der Autobahn, natürlich rein subjektiv und man sollte berücksichtigen das ich mit einer großen Scheibe vorne an meiner R 1150 GS unterwegs bin kommen jetzt. Die Geschwindigkeit habe ich per GPS gemessen (Garmin nüvi): Bis 100 km/h habe ich gar keine Probleme mit dem Helm beziehungsweise dem großen Schild feststellen können. Bei etwa 120 km/h musste ich darauf achten wie ich den Kopf halte. Kommt Fahrtwind unter das Schild, zieht es den Helm leicht nach oben. Kann man aber einfach wieder nach unten drücken. Eine kurze Kopfbewegung und fertig.

Bei etwa 130 km/h war dann Schluss mit lustig. Der Helm lag noch immer »gut im Wind«, aber wehe man dreht ihn nach rechts oder links (Schulterblick). Zwar dreht es einem nicht gleich den Hals um, aber ich hatte Vibrationen auf dem Helm – und die waren sehr unangenehm.

Ebenso war dann bei 130 km/h das Experiment »mal kurz den Helm leich anheben« weniger erfreulich.

Also abschließend noch zwischen 120 und 130 km/h ein paar unterschiedliche Sitzpositionen ausprobiert. Mal hinter die Scheibe geduckt un siehe da: Etwa mit dem Helmschild auf der Höhe der Oberkante der Scheibe herrscht plötzlich himmlische Ruhe. Allerdings sitze ich dann auf der R 1150 GS wie der Glöckner von Notre-Dame. Der Quasimodo-Buckel wird auf Dauer bestimmt keinen Spaß machen, daher scheidet die Sitzhaltung für längere Etappen aus.

Über das Schild hatte ich mir im Vorfeld viele, viele (vermutlich zu viele) Gedanken gemacht. Viele Beiträge gelesen und Meinungen im Bekanntenkreis eingeholt. Was mich dann aber überrascht hat und mir bisher keiner gesagt hatte: Die Brille drückt es über 120 km/h auch ordentlich ins Gesicht.

Ja, eigentlich ist das keine Überraschung sondern war zu erwarten. Wo soll der sonst vom Visier abgeleitete Druck vom Fahrtwind auch sonst landen? Mit was ich aber nicht gerechnet hatte: Der Druck an der Stirn wurde bei aufrecht sitzender Fahrt langsam aber sicher unangenehm. Daheim hatte ich nach dem Abnehmen der Brille dann auch einen entsprechenden Abdruck vom Polster.

Wie schon betont: Es ist noch zu früh für ein Fazit. Ich möchte erst mindestens 1'000 km mit MX-Helm bei unterschiedlichen Bedingungen gefahren sein. Eine bereits zusammengestellte Passknackerrunde auf der westlichen Schwäbischen Alb bietet sich dafür an. Dort habe ich zumindest bei der Hinfahrt keine Autobahnanteile, fahre also einige 100 km im Bereich von 80 bis 100 km/h auf der Landstraße an einem Nachmittag. Ich werde davon berichten.



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Datum: 03.06.2018
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