Die Schäden an der Suzuki GSF 1200 sind repariert, vom Unfaller am Bussen[1] ist nichts mehr zu sehen. Das Wetter ist akzeptabel, erneut 6–8°C waren für den heutigen Nachmittag vorhergesagt. Also habe ich mich wieder auf die Sitzbank gesetzt und bin ein paar weitere Wegpunkte zum Pässeknacken[2] angefahren.
Heute mit im Gepäck: Wäscheklammern. Damit lässt sich das PVC-Plakat für die Bildnachweise einfacher am Topcase befestigen. Die Fotos gehen dann auch viel, viel einfacher von der Hand und man kommt schneller wieder weiter.
Trotz stärkerer Bewölkung als vor knapp einer Woche war es recht angenehm zu fahren. Die Strecken abseits der Bundesstraßen waren auch so gut wie nicht befahren – Donnerstag sei Dank. Am Wochenende sieht es vermutlich wieder anders aus. Sofern das Wetter mitspielen sollte.
Der Zustand der wenig befahrenen Straßen ist leider teilweise noch immer recht kritisch: Rollsplitt, kleine Bäche vom aktuell noch immer langsam abtauenden Schnee sowie diverser Dreck von Forstarbeiten wechselten sich in unregelmäßigen Abständen ab.
Da ich die Wegpunkte alle bereits vom letzten Jahr kannte, konnte ich mich auf die Straße konzentrieren. Die letzten Meter vor dem jeweiligen »Checkpoint« wie beispielsweise »Hexensattel« waren dann stets der Suche nach einem sicheren Abstellplatz gewidmet. Noch ein zweiter Umfaller zum Saisonstart muss ja nun wirklich nicht sein.
Die ersten drei Wegpunke waren zügig erledigt. Für den vierten Punkt hat mir mein Navi eine alternative Route vorgeschlagen: Eine relativ schmale Straße quer über die Schwäbische Alb. Immerhin sah der Anfang der Straße trocken aus. Also habe ich auf gut Glück die Abkürzung zum »Lämmerbuckel« genutzt.
12 km statt 18 km beziehungsweise 22 km über »richtige Straßen«. Also von der »Schonderhöhe« über Aufhausen und Drackenstein zum »Lämmerbuckel«.
Kurz wird einem dann schon etwas mulmig zu Mute wenn der Schnee rechts und links der Straße auf einmal wieder zunimmt und irgendwann auch noch Hinweisschilder zu Parkplätzen für Langläufer auftauchen. Nein, nicht lang laufende Motoren, sondern Langläufern mit den schmalen Ski. Diejenigen, welche immer in Loipen unterwegs sind.
Es steht zwar »Bad Ditzenbach« auf den Schildern, das Bild ist jedoch ziemlich genau in der Mitte zwischen Aufhausen und Drackenstein. Von einer Langlaufloipe war nichts mehr zu sehen, die Sonne hatte in den vergangenen Tagen ganze Arbeit geleistet. Lediglich im Schatten der Bäume hat sich des weiße Zeug noch etwas länger gehalten.
Mal abgesehen von zwei Traktoren, welche eifrig Dreck auf die Fahrbahn warfen , war nicht viel geboten. Eine nützliche Abkürzung, welche ich letztes Jahr noch nicht kannte.
Nach einem kurzen Stopp für die beiden Bilder sollte es dann aber weiter gehen. Zumal es da oben bei beißend kaltem Ostwind auch nicht gerade sonderlich einladend für einen längeren Aufenthalt ist. Das Visier habe ich nur einmal kurz offen gehabt. Sehr kurz!
Zwischen Drackenstein und dem Wegpunkt »Lämmerbuckel« wurde ich von zwei freundlichen Menschen bis fast auf Schrittgeschwindigkeit heruntergewunken. Der Grund waren die großzügig auf einer Fahrbahnhälfte verteilten Reste der wohl vor wenigen Minuten abtransportierten Äste und Büsche. Neben der Fahrbahn war ein ordentlicher Berg an weiterem ehemaligen Grünzeug angehäuft, welcher offensichtlich für die nächste Fuhre bereit lag.
Die nächsten drei Wegpunkte waren schnell erreicht und dank der Wäscheklammerhalterung auch schnell »fotograpixelt«. Am Gasthof »Schlatterhöhe« habe ich noch ein zweites Bild gemacht um die noch immer vorhandenen schneebedeckten Wiesen und Felder einfangen zu können. Der Wegpunkt dort liegt übrigens »nur« auf einer Höhe von 748 Meter ü. NHN.
Als kleiner Temperaturnachweis: Die Filiale der Volksbank Metzingen-Bad Urach eG in Grabenstetten hat eine dekorative und informative Stele installiert. Vor dem Eingang wird der durch den Ort fließende Verkehr stets über die aktuelle Temperatur und Uhrzeit informiert. 8°C also am Nachmittag um 15:41 Uhr.
Eigentlich wollte ich um die Uhrzeit ja schon wieder auf dem Rückweg sein, aber berufsbedingt hatte sich die Abfahrt vom späten Vormittag in die Mittagszeit hinein verschoben.
Ich wollte nicht das es wieder so Endet, wie es im Oktober 2013 der Fall war. Damals kam ich mit eiskalten Fingern[3] und erst nach Einbruch der Dunkelheit daheim an.
Da die noch offenen Wegpunkte auf meiner Liste der heutigen Tagestour aber zügig erreicht werden können, habe ich die noch verbliebenen Ziele gemütlich angefahren.
Dank mitgeführtem Navi habe ich dieses Jahr auch das richtige Schild am »Flugplatz Hülben« erwischt. Mit »Papiernavigation« lag ich letztes Jahr ein paar 100 m daneben.
Zu meiner Überraschung zeigte sich dann tatsächlich noch einmal die Sonne. Pünktlich zum Eintreffen am Wegpunkt »Hohenneuffen« brach sie durch die Wolken beziehungsweise die kahlen Bäume am Parkplatz.
Von ein paar wenigen Wanderern/Spaziergängern wurde ich seltsam beäugt. Nun gut, wer mit gelbem Helm auf dem Kopf grüne Wäscheklammern aus dem Tankrucksack zaubert und anschließend ein PVC-Plakat ans Topcase hängt, der muss mit so etwas rechnen.
Bis ich die zwei Bilder gemacht habe, warteten meine interessierten Zuschauer in etwa 10 Meter Entfernung. Sie schienen die kleine Showeinlage zu genießen, aber nachgefragt was ich da so anstelle, hat sich keiner getraut.
Noch drei Wegpunkte waren auf meiner Liste übrig. Wobei ich mich dann am nächsten Zwischenziel »Alte Steige (Erkenbrechtsweiler)« entschlossen habe, auf dem Weg zur Autobahn nur noch »Burg Teck / Hörnle« anzufahren. Der Wegpunkt »Breitenstein« ist zwar nicht weit entfernt, aber ich wollte heim – möglichst zügig.
Die Burg Teck erstahlte im Sonnenschein noch einmal über mir, für ein kleines Foto habe ich daher doch noch mal angehalten. Im Sommer sieht es bestimmt einladender aus. Die noch bräunlich schimmernden Hänge sind dann wieder mit dem sattem Grün der zahlreichen Laubbäume bedeckt.
Hoch oben am großen Parkplatz begegnete mir dann das dritte Motorrad am heutigen Tag. Eine 125er aus Esslingen hatte auch den Weg zum Parkplatz an der Burg Teck gefunden. Offensichtlich kein Passknacker, aber auch mit einem schicken Helm ausgestattet.
Die Rückfahrt über die A8 und durch den gerade zum Glück nicht gesperrten Lämmerbuckeltunnel erfolgte dann tatsächlich im frühabendlichen Sonnenschein.
Das Sonnenvisier meines SY-MAX III kam daher heute tatsächlich noch einmal zum Einsatz.
Insbesondere auf der Todsburgbrücke am Albaufstieg war das Sonnenvisier fast schon zwingend notwendig. Denn dort wurde der Verkehr direkt auf die Sonne gelenkt. Die Folge waren teilweise recht abstruse Bremsmanöver und hektische Spurwechsel von diversen PKW. Warum nicht einfach in der Spur bleiben? Warum erst jetzt die Scheibenwaschanlage betätigen? Warum auf fast 30 km/h abbremsen – ohne ersichtlichen Grund?
Manche Dinge im Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer hinterfragt man wohl besser nicht. Man regt sich sonst nur unnötig auf. Das ich bis in den 2ten Gang zurückschalten musste, wohlgemerkt auf einer Autobahn, spricht für sich selbst. Ohne die Spurwechsler hätten vermutlich alle gemütlich mit 60 km/h die beiden Brücken bis zum Lämmerbuckeltunnel befahren können.
Mein Bericht über die erste Passknackerrunde für mich in diesem Jahr hatte mehrere E-Mails zur Folge. Natürlich aufmunternde Worte bezüglich »mir ist mein Motorrad schon mehr als einmal umgefallen«, aber auch ein paar Fragen zu dem was auf anderen Bildern im Bericht so zu sehen war.
Mehrere Anfragen gab es zu Helm und Tuch, welches ich auf einem der Bilder (am Wegpunkt »Sonderbucher Steige«) trage: »Was ist das für ein Klapphelm?« – »Was für eine Gesichtsmaske hast du da auf?«.
Der Helm ist ein HJC SY-MAX III. Ich wollte einen Klapphelm mit Sonnenblende, Pinlock und das dann unter einer neongelben Farbschicht. Der HJC SY-MAX III bietet alles zusammen – und er passt mir.
Zum Buff Cyclone[4] hatte ich ja eigentlich schon einen Beitrag geschrieben, der ging aber wohl irgendwie unter?
Daher noch einmal ein paar Zeilen, auch als Erfahrungsbericht mit Temperaturen zwischen 4–10°C. Der dunkle Teil meines Buff Cyclone ist mit Windstopper-Material ausgestattet. Am Hals und auch im Genick bleibt so die Zugluft von der Haut weg. Trotzdem schwitzt man dort nicht, denn das Material ist atmungsaktiv.
Nein, das Tuch drückt nicht an der Stirn oder an den Seiten. Weil keine Naht vorhanden ist, ist das doppellagige Material weich und drückt nicht. Die Kante vom Tuch ist oben an der Stirn nicht identisch mit der Kante vom Innenpolster vom Helm. Daher drückt auch hier nichts direkt auf den Kopf beziehungsweise indirekt auf's Hirn.
Weil ich das Tuch als Balaclava trage, habe ich an den Seiten eine vierlagige Schicht. Die »Kante« der vierlagigen Schicht verschwindet im Kanal für die Bügel einer Brille und drückt daher ebenfalls nicht. Beim Stopp an der Tankstelle ziehe ich einfach den vorderen Teil nach unten, der Klapphelm bleibt aufgesetzt.
Auf den Bildern sind die seitlichen Ränder des Tuchs auf Augenhöhe relativ weit vorne. Daher würden sie wie Scheuklappen wirken. Während der Fahrt habe ich sie natürlich weiter nach hinten geschoben. Für die Bilder habe ich sie aber mal nach vorne gezupft, damit man die Variante Balaclava als Trageart auch wirklich erkennen kann.
In Kombination mit dem Klapphelm ist ein nachträgliches Korrigieren vom Tuch problemlos möglich. Da man den Klapphelm natürlich auch als Integralhelm ansehen kann, habe ich es auch mal bei heruntergeklapptem Kinnteil probiert: Ja, auch dann kann man den Sitz vom Tuch korrigieren. Allerdings geht es etwas schwieriger von der Hand.
Beim Aufsetzen vom Helm wird das Tuch natürlich an den Seiten nach unten gezogen. Dies habe ich vor einigen Tagen mit meinem HJC IS 16 ausprobiert: Geht recht problemlos. Danach einfach wieder den Teil über die Nase hochziehen in dem man den Rand an den Seiten mit beiden Händen nach oben zieht.
Fährt man anschließend noch die Sonnenblende nach unten, ist das Gesicht sozusagen komplett abgeschirmt. Sicherlich interessant für all jene, welche der Optik halber möglichst unerkannt unterwegs sein wollen.
Das Buff Cyclone gibt es natürlich nicht nur mit dem von mir gewählten bunten Aufdruck.
Es ist auch in mehreren dezenten Varianten erhältlich. So ist es beispielsweise auchkomplett in schwarz erhältlich, oder mit einem weniger auffälligen Dessin in weiß auf schwarz.
Die weiteren per E-Mail eingetroffenen Fragen galten meiner Lösung mit dem Navigationsgerät. Wie ich die Stromversorgung beziehungsweise die Kabelführung gelöst habe. Auch das hatte ich ja schon im Blog beschrieben[5], aber die Kabelführung inzwischen noch einmal geändert und somit alltagstauglicher gestaltet.
Letztes Jahr war ich nur mit der kleinen Tasche unterwegs. Inzwischen habe ich gebraucht die passende Tasche von Hein Gericke nachkaufen können, welche aktuell leider nicht mehr angeboten wird.
Jetzt kann ich das Kabel einfach unter dem Tankrucksack nach hinten führen.
Dort angekommen muss das Kabel nur noch ein kurzes Stück an der rechten Seite am Tank hinunter um dann dort hinter der Verkleidung verschwinden zu können. Das Kabel ist so in etwa 15 Sekunden vor Fahrtantritt montiert und stört auch während der Fahrt nicht.
Auf dem Bild oben links hängt es noch Locker am Tank hinab. Sobald ich es hinter die Verkleidung geführt habe, kann ich es straff anziehen, dann liegt es auch am Tank an ohne das Klebeband zum Einsatz kommen muss.
Die »flatterfreie« Variante ist auf dem Bild oben rechts zu sehen. Der Tankrucksack selbst sitzt dank seiner Magnete und dem Befestigungsgurt für das Lenkkopflager ebenfalls fest und »flatterfrei« auf dem Tank.
Den USB-Ladeadapter hatte ich wie bereits ausführlich geschildert[6] für den Anschluss auf die DIN-Bordsteckdose umgerüstet. Einfach einstecken, einrasten lassen und schon schaltet sich das Navi dank dem modifizierten USB-Kabel[7] ein.
Die aktuellen Wegpunkte zum Pässeknacken habe ich als OVI auf dem Gerät abgespeichert, daher gestaltet sich das Anfahren der entsprechenden Punkte für die Bildernachweise auch deutlich einfacher als bei den ersten entsprechenden Ausfahrten im Frühjahr 2014. Außerdem kenne ich die angefahrenen Punkte nun ja auch schon vom letzten Jahr und finde sie daher schneller.
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Datum: | 12.03.2015 |
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