Und nebenbei auch noch zwei Passknackerziele anfahren

Mal bisser'l BMW anschau'n

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Der Blick auf's Thermometer lässt keine Zweifel zu: Der Frühling ist da. Heute auf jeden Fall in Form von Sonnenschein, hier und dort mit Blüten verziertes Astwerk und einladend leeren Straßen. Da ist so ein arbeitsfreier Nachmittag ideal für eine kleine oder auch etwas größere Runde.

Es ging zunächst über Geislingen (an der Steige) nach Göppingen und somit in Richtung Osten. Am Rand der sogenannten »Mittleren Schwäbischen Alb« gelegen bietet Geislingen mit seinen fünf Tälern auch genügend Aufstiege, welche mit dem Motorrad gemütlich und mit entsprechendem Respekt gefahren werden können.

Es wird, nein es IST Frühling: 12°C
Es wird, nein es IST Frühling: 12°C
Schon um ca. 11:20 Uhr angenehm warm
Schon um ca. 11:20 Uhr angenehm warm


Die L1230 führt von Nellingen aus über Türkheim über 2 Kehren von etwa 660 auf 460 Höhenmeter. Leider ist die Strecke auch immer wieder im Polizeibericht zu finden. Zu hohe Geschwindigkeit, überschätztes Fahrkönnen und beziehungsweise oder fehlender Grip auf der Straße führen zu Unfällen. Vor einer der noch eher harmlosen Kurven des Teilstücks waren wieder frische Kreidestriche als stumme Zeugen eines kürzlich passierten Unfalls auf der Fahrbahn zu sehen.

Themenwechsel. Ich tanke nicht nur bei Shell, ich hebe dort auch Geld ab. Dank meines Kontos bei der Comdirect kann ich (an teilnehmenden Shell Tankstellen) auch gebührenfrei Geld abheben. Natürlich sollte man den Klapphelm nach oben klappen oder den Integralhelm absetzen. Ansonsten könnte der Wunsch »Ich würde gerne Geld abheben« missverstanden werden.

Die Spritpreise sind allerdings wenig einladend
Die Spritpreise sind allerdings wenig einladend
Neu entdeckt: Ein »Shell Tankwart« in Aktion
Neu entdeckt: Ein »Shell Tankwart« in Aktion


Nachdem ich ein paar Scheine abgehoben hatte, konnte ich ihn dann auch mal leibhaftig sehen: Einen der neuen (*räusper* – wurde ja bereits 2006 wiederbelebt, seit knapp einem Jahr aber wohl wieder verstärkt umgesetzt) »Tankwarte« bei Shell. Wenn ich das Konzept richtig verstanden habe, bezahlt der zufriedene Kunde den Lohn vom Tankwart. Ein Euro für die geleistete Arbeit (z.B. die Scheiben reinigen, den Ölstand überprüfen, etc.) soll entrichtet werden. Ob zusätzlich noch Geld von Shell beziehungsweise dem Tankstellenpächter bezahlt wird, weiß ich nicht. Sollte da jemand mehr wissen: Bitte einfach eine Mail an mich schicken, dann kann ich den Beitrag hier entsprechend erweitern.

Viel zu tun hatte der Tankwart jedenfalls nicht. Es war wenig los, und die Scheibe vom Mercedes war die vielleicht sogar willkommene Ablenkung? Was ein wenig irritierend ist: Motorradfahrer müssen aus Sicherheitsgründen beim Tanken vom Motorrad absteigen, aber keine 10 Meter von den Zapfsäulen entfernt stehen zwei Aschenbecher? Einer sticht gleich ins Auge, der andere ist aber auch noch gut auf dem Bild zu erkennen.

Am Nachweispunkt »Plattenhardt«
Am Nachweispunkt »Plattenhardt«
In Kirchheim unter Teck immerhin etwas günstiger
In Kirchheim unter Teck immerhin etwas günstiger


Obwohl ohne Navi unterwegs, habe ich dann noch zwei Passknacker Nachweispunkte angefahren. Über Ostfildern nach Filderstadt Plattenhart. Nicht unbedingt der direkte Weg, aber darum ging es ja gar nicht. Vielmehr darum, schließlich über Kirchheim unter Teck in Weilheim am Neckar zu landen.

Das habe ich dank einigermaßen vorhandener Ortskenntnis und der Fähigkeit Straßenschilder zu lesen auch hinbekommen. Ich bemerke jedoch jetzt auch schon, dass ich »navigeschädigt« bin. Man gewöhnt sich doch irgendwann an die bequeme Navigationshilfe und folgt den Anweisungen im Display anstatt mit Hirn, Karte und Ortsschildern zu navigieren.

Das muss ich wohl wieder ein wenig mehr üben. Als Hausaufgabe für mich selbst habe ich mir das jetzt mal notiert. Zumindest den Weg grob in die Richtung nun immer weiter entfernten Passknackerziele werde ich dann mal so ansteuern. Habe ich mir jetzt fest vorgenommen. Ist versprochen, ehrlich!

Rauf auf den Hauptständer und volltanken
Rauf auf den Hauptständer und volltanken
Brauneisen (BMW Vertragshändler) in Wendlingen am Neckar
Brauneisen (BMW Vertragshändler) in Wendlingen am Neckar


Am dritten für heute vorgenommenen Ziel bin ich dann auch schließlich angekommen – ganz ohne Navi. Erstes Ziel Göppingen (hatte dort etwas zu erledigen), zweites Ziel Plattenhart (Nachweispunkt Passknacker), drittes Ziel Brauneisen. Brauneisen? Ja, Brauneisen[1].

Brauneisen ist ein schon viele lange Jahre aktiver Vertragshändler für BMW Motorräder. Aus dem GS-Forum[2] kam per PN der Tipp, ich möge doch einfach mal dort nach gebrauchten BMW schauen. Vielleicht würde ja noch mehr in der Halle stehen als im Web bei den gebrauchten Maschinen aufgelistet ist.

Ungleiche »Schwestern«?
Ungleiche »Schwestern«?
Schick: Scrambler auf Basis BMW R nineT
Schick: Scrambler auf Basis BMW R nineT


Das Erste, was ich jedoch erblicken konnte, war eine GSF 1200 N. Eine echte »Nackte«, kein Umbau von S auf N wie es bei meiner der Fall war. Besitzer und Sozia waren mit ihrer 16 Jahre alten N zu Brauneisen gefahren um dort eine Probefahrt mit einer BMW zu machen.

Die »ungleichen Schwestern« blieben oben auf dem Parkplatz stehen, der Blick fällt dann aber auch gleich auf die »R nineT Pikes Peak«, welche im Schaufenster als Blickfang steht.

»Brauneisen Concept Motorcycles« statt BMW-Logo
»Brauneisen Concept Motorcycles« statt BMW-Logo
»The Pikes Peak – Race To The Clouds« – für 23'900 €
»The Pikes Peak – Race To The Clouds« – für 23'900 €


Stollenreifen, braunes Leder auf der Sitzbank und als Werkzeugtasche und viel, sehr viel Hitzeschutzband. Das fällt auf den ersten Blick auf. Die Details gehen natürlich noch weiter, aber eigentlich war ich ja auch nicht wegen einer für mich unbezahlbaren nineT hier, sondern um gebrauchte R 1150 GS und R 1150 R anzuschauen.

Ach ja: Ich hatte natürlich höflich gefragt ob ich die modifizierte nineT fotografieren darf bevor ich die Kamera ausgepackt hatte. Die gebrauchten Maschinen hatte ich ebenfalls zuvor inspiziert.

Großzügiger Umgang mit Hitzeschutzband
Großzügiger Umgang mit Hitzeschutzband
Leider mit Reflexionen durch's Fenster fotografiert
Leider mit Reflexionen durch's Fenster fotografiert


Bilder von den gebrauchten Maschinen habe ich keine gemacht. Macht wohl auch relativ wenig Sinn, denn man findet sie ja auch im Web auf der Seite von Brauneisen. In mein Budget würden nur zwei Maschinen passen: Eine R 1100 GS von '96. Mir eigentlich zu alt, mit 103'000 km auch schon ordentlich was erlebt, was auch am Sitz von Wunderlich zu erkennen ist, welcher an den Flanken schon durchgescheuert wurde. 3'500 Euro sollte sie dennoch noch kosten.

Schon eher ansprechend: Eine R 1150 GS von '02 mit rund 79'300 km auf der Uhr. Kein weiteres Zubehör mit dabei, gepflegter Zustand und – wie auch schon bei der R 1100 GS der Fall – mit einem Jahr Händlergarantie von BMW. Für 4'700 Euro könne sie mir gehören. Nun ja... Davor muss ich erst einmal mindestens die XJ 600 S verkaufen. Wieder zwei Motorräder zu haben macht auch wenig Sinn.

Mal alles überschlafen, sich noch einmal Gedanken machen und überlegen, ob ich die GSF 1200 nicht doch noch ein weiteres Jahr fahren will. Andererseits habe ich ja schon dieses Jahr wieder festgestellt, wie mir eine aufrechte Sitzposition und ein Windschild zusagen würden. Dazu noch Kardan, sattes Drehmoment und ein guter Ruf (trotz vieler Rückrufaktionen). Das hätte schon was für sich.

Allerdings bekommt man zum Preis von einer R 1150 GS mit 70'000 km und im zarten Alter von 13 Jahren eine Honda NC 700 X, welche gerade erst den 10'000er Service zum ersten Geburtstag »geschenkt« bekommen hat.

2x Suzuki GSF 1200 (GV75A)
2x Suzuki GSF 1200 (GV75A)
Früher Rauchverbot, heute Rauchgebot!
Früher Rauchverbot, heute Rauchgebot!


Ein großer Pluspunkt für Brauneisen: Die freundliche und kompetente Beratung. Eine klare, kurze Ansage von mir »mal nur schauen« zu wollen wurde dennoch von einer Beratung begleitet. Das hatte ich leider in einem anderen großen Motorradgeschäft anders erleben müssen. Trotzdem: Abwarten, XJ verkaufen, dann sehe ich weiter.

Am Straßenrand habe ich dann in Wendlingen noch etwas Fotografierwürdiges entdecken können: Früher Rauchverbot, heute Rauchgebot?

Eine Shishabar im Kassenhaus einer ehemaligen Tankstelle
Eine Shishabar im Kassenhaus einer ehemaligen Tankstelle
Dank Helm schon im ersten Bild als Reflexion zu erkennen
Dank Helm schon im ersten Bild als Reflexion zu erkennen


Offensichtlich eine ehemalige Tankstelle mit angegliederter Halle für Fahrzeuge links neben dem ehemaligen Kassenraum. Sieht nach 1950er Jahre aus, leider findet man im Internet keine weiteren Informationen zur früheren Nutzung der Gebäude als Tankstelle beziehungsweise Werkstatt.

In Betrieb findet man solche alten Tankstellen eigentlich gar nicht mehr. Nur eine, maximal zwei Zapfsäulen und eine Lage mitten im Ortskern? Das rechnet sich heute nicht mehr. Eine fußballfeldgroße Tankstelle mit unzähligen Zapfsäulen und moderner Waschstraße ist heute üblich. Meist mit angegliedertem Supermarkt oder Fastfood-Gastronomie.

Ganz, ganz dunkel meine ich mich noch an eine Tankstelle mit klassischem Tankwart erinnern zu können. Früheste Kindheit, noch in den späten 1970er Jahren. Anfang der 1970er Jahre wurde in Deutschland übrigens »erst« das Konzept der Selbstbedienungstankstellen eingeführt[3].

So schließt sich dann irgendwie der Kreis von der Sichtung des Tankwarts an einer modernen Tankstelle bis zum Sichten der umfunktionierten Tankstelle (mutmaßlich) aus den 1950er Jahren.

Während ich noch darüber grüble, ob es früher nicht doch irgendwie gemütlicher und persönlicher war, steuere ich schon den zweiten und letzten Nachweispunkt für heute an: »Breitenstein«. Bei der Tagestour vor ein paar Wochen hatte ich ihn ausgelassen, jetzt ist auch dieser »weiße Fleck« ausgemerzt.

Am Nachweispunkt »Breitenstein«
Am Nachweispunkt »Breitenstein«
Die Übersichtskarte dient als Nachweis
Die Übersichtskarte dient als Nachweis


Je später der Tag, desto voller die Straßen. Ich bin es inzwischen gewohnt über fast vollständig leere Landstraßen zu tuckern. Außer mir vielleicht noch ein, zwei LKW mit Abraum von der noch lange andauernden Tunnelbaustelle für den Bahnverkehr (beispielsweise den sich aktuell im Bau befindlichen Röhren des Boßlertunnnels), aber das war es dann auch schon.

Heute sah es am Abend deutlich anders aus: Viele grüßende Hände und – mal wieder – ein Klischee-KTM-Fahrer: Statt lässig die Hand zum Gruße ziehend, wurde am Gasgriff gedreht und mir stattdessen auf dem Hinterrad fahrend die Unterseite seiner Maschine präsentiert.

So viel überschwengliche Freude weil er mich gesehen hat? Na, so viel Ehre will ich doch gar nicht haben. Nachher klebt mir so einer womöglich noch mit dem Motor seiner Maschine im Gesicht weil er sich verschätzt hat?

Tagesaktueller Zwischenstand (9. April 2015)
aktueller Stand (39 dokumentierte Wegpunkte)
persönliches Ziel für 2015 (75 dokumentierte Wegpunkte)
»Passknacker.li« (150 dokumentierte Wegpunkte)


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