Vorher informiert, war aber nichts. Daher Blog-Beitrag mit römischen Gottheiten.
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Einfach eine gebrauchte, defekte Batterie entsorgen. Das sollte doch kein Problem sein? Bei Knopfzellen nicht, die kann man in jedem Discounter oder Supermarkt abgeben. Bei Fahrzeugbatterien sieht es deutlich anders aus.
Es ist sogar so komplex, dass sogar römische Götter und Statthalter in meinem heutigen Blogbeitrag auftauchen. 😁
Die Ausgangssituation: Ich habe eine defekte Batterie von meinem Motorrad. Ganz klassisch AGM, kein Lithium-Ionen (das wäre dann noch ein zusätzliches Problem). Gekauft habe ich mir die neue Batterie bei einem Onlinehändler, denn der hatte die Batterie nicht nur auf Lager, sondern auch deutlich günstiger als so manch anderer Anbieter.
Wo es jetzt kompliziert wird: Als gebürtiger Schwabe will ich natürlich das beim Onlinehändler entrichtete Batteriepfand in Höhe von 7,50 Euro zurück haben! 😁
Damit man ein paar Zahlen hat: Bei Triumph soll eine Batterie für meine Tiger 800 knapp 100,00 Euro kosten. Im freien Handel bekomme ich eine Marken-AGM-Batterie für 50,00 bis 60,00 Euro zzgl. 7,50 Euro Batteriepfand – und dieses Batteriepfand hätte ich gerne wieder. Trotz der Ersparnis weil ich nicht bei Triumph gekauft habe.
Polo und Louis sind so weit entfernt, dass ich bei den aktuellen Kraftstoffkosten über 10,00 Euro bezahlen müsste um dort eine Batterie zu holen. Hinzu kommt, dass die HiQ-Eigenmarke in Form der HTX16 GEL geschmeidige 89,99 Euro kosten soll. Die günstigere intAct Bike Power Gel TX16-BS immerhin 62,94 Euro. Jeweils nach Abzug von Rabatten beziehungsweise als Verkaufspreis, nicht als Streichpreis.
Oder anders gesagt: Selbst wenn ich das Batteriepfand nicht erstattet bekomme, bin ich mit dem Onlinekauf noch immer günstiger als bei Polo oder Louis. Selbst ohne Kraftstoffkosten, traurig aber wahr.
Ja, es geht um »nur 7,50 Euro«. Aber das Konstrukt »Batteriepfand« ist auch in der überarbeiteten Version als BattDG irgendwie realitätsfern.
Gemäß § 18 BattDG sind Händler verpflichtet, Batterien unentgeltlich vom Endnutzer zurückzunehmen. Vertreiber sind alle Personen oder Unternehmen, die Batterien gewerblich an Endnutzer verkaufen. § 19 BattDG regelt, dass das Pfand für Fahrzeugbatterien nur von dem Vertreiber zurückerstattet werden darf, der es ursprünglich vom Endnutzer erhoben hat. Der Entsorgungsnachweis ist notwendig, damit der ursprüngliche Vertreiber sicherstellen kann, dass die Batterie ordnungsgemäß entsorgt wurde.
Wenn ich einem Händler meine Fahrzeugbatterie bringe und er offensichtlich welche verkauft ist er verpflichtet, mir den Entsorgungsnachweis auszustellen und mitzugeben (§ 19 (2) BattDG). Unabhängig davon, ob ich bei ihm eine Batterie kaufe oder nicht:
(2) Wird die Starteraltbatterie nicht dem Pfand erhebenden Händler zurückgegeben, ist derjenige Erfassungsberechtigte nach § 6 Absatz 3, der die Starteraltbatterien zurücknimmt, verpflichtet, auf Verlangen des Endnutzers schriftlich oder elektronisch zu bestätigen, dass eine Rücknahme ohne Pfanderstattung erfolgt ist. Ein Händler, der Starterbatterien unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln anbietet, ist abweichend von Absatz 1 Satz 2 zur Erstattung des Pfandes auch bei Vorlage eines schriftlichen oder elektronischen Rückgabenachweises nach Satz 1 verpflichtet. Der Rückgabenachweis darf zum Zeitpunkt der Vorlage nicht älter als zwei Wochen sein.
Daher auch der Zeitdruck, denn ich habe nur zwei Wochen Zeit einen Entsorgungsnachweis vorzulegen. Ansonsten muss der Onlinehänder mir nicht mehr das Pfand in Höhe von 7,50 Euro ausbezahlen.
Die gesetzlichen Grundlagen sind soweit klar: Online Händler müssen ein Batteriepfand in Höhe von 7,50 Euro inkl. MwSt. erheben,in den Kaufpreis einbeziehen wenn nicht gleichzeitig eine alte Batterie zurück gegeben wird. Das ist oft gar nicht möglich und der Versand zu teuer.
Abgesehen davon darf ich als Privatperson anscheinend sowieso keine Batterien versenden. Ausschluss durch AGB der Versandanbieter, gängige Paketdienste schließen den Transport von Gefahrgut für Privatkunden in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) aus.
Alles was ich will: Ich brauche den Entsorgungsnachweis, damit ich die 7,50 Euro vom Händler zurückbekomme, denn dem kann ich meine Batterie nicht per Post senden.
Anscheinend ist es doch nicht so klar? Das Problem mit der »anderen Batterieart« und der Unwilligkeit von Händlern, die Batterie anzunehmen habe ich erlebt, weiter unten mehr dazu.
Ich vermute, dass der Aufwand die Altbatterien zu lagern und irgendwie dann dem Recycling zuzuführen ist für einige Händler einfach zu aufwändig. Es rechnet sich nicht, weil sie zu wenig Batterien zusammenkommen und vielleicht ist auch »keine Lust haben« ein Faktor? Ich fühlte mich motiviert genug, da einfach mal »bis zum Ende weiterzumachen«. Spoileralarm: Heute habe ich noch keine Lösung gefunden, das Ende ist also noch nicht erreicht. 🙄
Gemäß BattDG (in Verbindung mit der EU-Batterieverordnung) gilt eine Motorradbatterie rechtlich als Fahrzeugbatterie (Starterbatterie). Das BattDG hat die BattG abgelöst und das zum 7. Oktober 2025. Angeblich kann ich meine Motorradbatterie überall dort abgeben, wo Fahrzeugbatterien (Starterbatterien) verkauft werden und enthalte einen Entsorgungsnachweis. Ganz so einfach ist es nicht. Also suchte ich den Weg des mutmaßlich geringsten Widerstands und informierte mich zur Annahme bei einem Wertstoffhof.
Vor dem Kauf der Varta habe ich beim zuständigen Abfallentsorger angerufen, erklärt um was es sich für eine Batterie handelt und nachgefragt, wie diese jetzt zu entsorgen ist. Antwort: »Kein Problem, die nimmt jeder unserer Werkstoffhöfe an.«. Rückblickend befürchte ich, dass die Dame am anderen Ende einfach nur »Batterie« gehört hat und nicht den Sachverhalt »Motorrad-Batterien sind auch Fahrzeugbatterien« berücksichtigt hat.
Beim Wertstoffhof ich heute. Ich bin wohl nicht der Erste mit diesem Anliegen geweseb, denn beim Anblick der Batterie in der Hand hatte ich schon aus einigen Metern entfernen Augenrollen wahrnehmen können.
Die Information vom Abfallentsorger sei falsch. Es gibt nur 2x pro Jahr eine Aktion, bei denen Auto- und Motorradbatterien abgegeben werden können. Die Termine für 2026 waren im März und im Mai – kein Scherz.
Es gibt aber noch eine Chance, das sogenannte »Entsorgungsmobil für die Problemstoffsammlung« fährt noch einmal herum, allerdings erst Anfang November. Ich habe dann 2x 30 Minuten Zeit in Orten, welche nicht an meinem Wohnsitz die Batterie abzugeben. Vermutlich gebe ich dann trotz Spritrabatt mehr für den Diesel aus, als ich in Form von 7,50 Euro an Batteriepfand zurückbekommen könnte. Bewusst »könnte«, denn ich erhalte nur dann das bereits gezahlte Pfand zurück, wenn ich binnen 14 Tage den Entsorgungsnachweis vorlegen kann.
Die Mitarbeiter vom Wertstoffhof raten mir, dass ich es mal im Handel bzw. in den KFZ-Werkstätten probieren soll ob diese die Batterie annehmen. Pontius schickt mich zu Pilatus?
Jeder Händler, der neue Batterien für KFZ verkauft, ist gesetzlich zur kostenlosen Rücknahme von Altbatterien verpflichtet (unabhängig vom Neukauf). Allerdings haben die Händler das Recht, nur solche Batterien anzunehmen, die sie selbst im Sortiment haben. So hatte ich es herausgefunden.
Also nimmt die Motorradwerkstatt gerne mal keine Autobatterien an (und umgekehrt)? Aus »Kulanz« wäre dies jedoch möglich?
Ich habe einfach bei einer KFZ-Werkstatt angefragt, bei welcher ich auch schon mal mein Fahrzeug hatte und eigentlich zufrieden war.
Der nette Mensch war sehr unwillig, er wollte die Batterie eigentlich gar nicht haben. Entsorgungsnachweis würde es sowieso keinen geben.
Ich hatte eigentlich schon zu verstehen gegeben, dass ich es nachvollziehen kann und er einfach nur Arbeit damit hat, aber keinen Gewinn. Die Batterie hatte ich im Auto gelassen, wollte sie nicht unnötig herumschleppen. Als ich gehen wollte, bot er mir an, dass er die Batterie annimmt - für 20,00 Euro. Ich teilte ihm mit, dass ich eigentlich den Entsorgungsnachweis will. Der ist 7,50 Euro wert. Sein Kommentar: »Dann geben Sie mir 7,50 Euro und ich nehme die Batterie.«. Da er vorher schon gesagt hat, dass er mir keinen Entsorgungsnachweis ausstellt, habe ich dankend abgelehnt und ein schönes Wochenende gewünscht.
Bei meiner BMW haben die Batterien von Aufsitzrasenmähern gepasst. Die hatte unter anderem Hornbach im Sortiment. Also habe ich dort per Telefon mein Glück versucht. Die freundliche, wirklich bemühte Damen stellte fest, dass sie eigentlich »Gar keine Batterien verkaufen«. So ganz stimmt das nicht, denn »wartungsfreie Batterie MTD für Rasentraktoren AZ 100 AGM Arnold« haben sie zumindest online im Sortiment. Sie versuchte mich dann weiterzuleiten. Am Telefon meldete sich Herr »Ja?« und teilte mir mit, er sei »Nur Aushilfe vom Wareneingang und Chef fährt gerade Gabelstapler«. Wir einigten uns darauf, dass er mir nicht weiterhelfen kann.
Bei regionalen Autohändlern, welche laut Websites auch Freitags bis 18:00 Uhr geöffnet haben, redet mit einem nur noch die KI. Die spielt dann auch mehr oder weniger schöne Musik ab und bietet einem Winterreifen, Gebrauchtfahrzeuge und optional sogar Zubehör an. Nach 5 Minuten Gedudel hat entweder die KI aufgegeben oder ich.
Auch die Tante Louise bietet mir die Höllenqualen der Warteschleife, Polo hält es wie die gute Segnitia - es geht einfach keiner ans Telefon. Beide sind übrigens bei den aktuellen Preisen etwa 7,50 Euro an Diesel von mir entfernt, wäre also ein Nullsummenspiel die Batterie dort abgeben zu können. Ach ja Segnitia ist die die personifizierte Göttin der Trägheit.
Das wiederum war der Grund, weshalb ich mich für einen Onlineanbieter für die neue Batterie entscheiden habe: Günstiger als Polo und Louis - trotz Batteriepfand. Zudem theoretisch die Möglichkeit, per Entsorgungsnachweis die 7,50 Euro wiederzubekommen. Aber eben nur in der Theorie und nicht in der Praxis.
Der römische Gott für Metall, das Schmiedhandwerk und das Feuer steht einfach mal für den freundlichen Schrotthändler in der Nachbarschaft. Ich habe gleich zwei Betriebe zur Auswahl, der eine sehr groß, der andere sehr klein.
Den kleinen Betrieb erreicht man freitags nicht mehr. Ich bezweifle auch stark, dass er an einer einzelnen Motorradbatterie interessiert ist, denn er arbeitet nur auf Abholung. So habe ich zumindest seine Internetpräsenz verstanden.
Der große Schrotthändler war telefonisch erreichbar. Interesse an einer einzelnen Motorradbatterie hat er nicht wirklich, Entsorgungsnachweise stellt er auch nicht aus. Er ist ja kein Batterieverkäufer sondern Schrotthändler beziehungsweise -verwerter. Wenn ich etwa 300 kg an Blei-Säure Batterien gesammelt habe, habe er Interesse. Ansonsten kann er nicht wirklich etwas verdienen, weil der Aufwand den Erlös bei weitem übersteigt. Aber er würde die Batterie annehmen (kostenfrei) wenn ich sie loswerden möchte.
Nein, das ist kein Schreibfehler und ich will zum Oktoberfest. Asphodelenwiese ist der neutrale Ort für die Seelen derer, die weder besonders gut noch besonders böse waren. Zumindest bei den Römern. Die Theresienwiese ist definitiv im Augenblick etwas völlig anders.
Ich entsorge die Batterie nicht in der Natur und stecke sie auch nicht ins Altglas oder zwischen abgetragene Fast-Fashion. Das macht mich weder besonders gut noch besonders böse – denn das sollte der Normalzustand sein?
Die Batterie bleibt dann wohl vorerst bei mir und fristet ein dekoratives Dasein. Falls jemand einen Tipp hat, wie ich binnen der nächsten 14 Tage an einen Entsorgungsnachweis komme: ich lerne gerne etwas dazu. 😊
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Kommentare
Tristan
schrieb am 25.09.26 um 21:53 Uhr:
Ich selber hatte das letzte Mal bei Louis direkt die Batterie gekauft. War ein auslaufmodell und an sich nichtmal für mein Fahrzeug. Ist sogar etwas gröser in der Leistung und Lithium. Konnte da eine Alto kleine Autofahrerin abgeben dafür. Ansonsten sammle ich momentan die Barrieren die übrig geblieben sind. Eine kann ich für die Seilwinde an meinem Hänger verwenden. Komisch finde ich, dass euer entsorgungshof nicht auch so Batterien annimmt. Bei mir, welcher aber gröser ist und quasi die Hauptstelle, werden die angenommen. Die nehmen auch mein Altöl so an.
Ansonsten kann ich nur empfehlen, aufbewahren, wenns noch ein wenig funktioniert, eine Möglichkeit zur Nutzung finden für 12v, oder dann für den nächsten Batteriepfand h direkt dabei haben.
X_FISH | https://www.600ccm.info
schrieb am 26.09.26 um 10:19 Uhr:
Ich möchte eigentlich nicht sammeln, aber das mit dem »Pfand für das nächste Mal parat haben« geht vermutlich auch nicht bei mir auf. Denn wenn die Abgabetermine beim kommunalen Entsorger sind, brauche ich eventuell keine neue Batterie.
Ich habe ja nur ein Zeitfenster von 14 Tagen für den Entsorgungsnachweis ab Kaufdatum der neuen Batterie. 😕
Max | https://max-fun.de
schrieb am 26.09.26 um 10:08 Uhr:
Und hier stehen die Gründe, warum sich bei mir die Starterbatterien stapeln.
Auf den Pfand habe ich schon immer verzichtet, denn diese 2 Wochenregel ist mMn dummkurz.
Wenn ich Ersatzteile kaufe, kann das ja schon mal passieren, dass die Tage, an denen ich den Einbau geplant habe, durch anderes blockiert sind und sich das dann gern mal nach hinten verschiebt. Dazu kommt eben die Unwilligkeit der Annahme von Dingen, weil man ja da nix gekauft hat oder vorhat zu kaufen. Gleiches gilt ja auch für Flüssigkeiten.
X_FISH | https://www.600ccm.info
schrieb am 26.09.26 um 10:20 Uhr:
Wenn du 300 kg Altbatterien beisammen hast, kann ich dir eine Annahmestelle nennen. 😁
Nächste Woche kann ich noch mal mein Glück versuchen. Komme heute bei Louis und Polo schon wieder nicht telefonisch durch. Auf gut Glück hinfahren ist keine Option. 😕