Spart man damit wirklich Zeit und Geld?

Saisonkennzeichen – rechnet sich das?

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Für den Einstieg einfach mal drei Kommentare wie sie hier und dort auch im Web zum Thema Saisonkennzeichen am Kraftrad zu finden sind:

Bis auf den zweiten Standpunkt durchaus Argumente, welche nachvollziehbar sind. Aber wie sieht es denn tatsächlich mit dem Geld aus – ohne das man gleich beleidigend werden muss?

Saisonkennzeichen
Saisonkennzeichen

Während den Monaten die nicht vom Saisonkennzeichen abgedeckt sind, fallen keine KFZ-Steuern und auch keine Versicherungsbeiträge an. Dennoch läuft die Versicherung als sogenannte Ruhe­ver­sicherung weiter (wenn man sich an die Vertragsbedingungen hält ist das Fahrzeug also mindestens haftpflicht­ver­sichert).


Der heutige Beitrag ist natürlich kein Zufall, denn die Beitragsrechnung für die kommende Saison ist angekommen. Anhand dieser versuche ich einfach mal für die Unentschlossenen ein wenig Pro und Contra vom Saisonkennzeichen aufzuzeigen. Was dann individuell passt muss jeder selbst herausfinden.

Versicherungsbeitrag 2018
Versicherungsbeitrag 2018
Haftpflicht und Teilkasko: 63,48 €
Haftpflicht und Teilkasko: 63,48 €


So sieht es 2018 also bei mir aus: 43,46 Euro (Haftpflicht) plus 20,02 Euro (Teilkasko ohne Selbstbeteiligung) für eine BMW R 1150 GS von 2000. Wohlgemerkt mit Saison 03-11 (9 Monate) und bei SF24 bei der Haftpflicht.

Auf volle 12 Monate hochgerechnet wären es somit keine 63,48 Euro sondern 84,64 Euro. Hinzu kommen noch einmal 84 Euro KFZ-Steuer (1130 ccm, 12 Monate).

KFZ-Versicherung Haftpflicht Teilkasko Vollkasko Steuer Summe
HP SF24 (35%, 9 Monate) 43,46 € 20,02 63,00 € 126,48 €
HP SF24 (35%, 12 Monate) 57,95 € 26,69 84,00 € 168,64 €
HP SF0 (90%, 12 Monate) 149,01 € 26,69 84,00 € 259,70 €

Was kann man nun aus der Tabelle herauslesen? Zunächst mal, dass es bei mir rund 42 Euro sind, welche ich wegen dem Saisonzeitraum nicht für Versicherung und Steuer ausgebe.

Weiterhin sieht man deutlich, dass es bei 90% in der Summe rund 260 Euro bei 12 Monaten Zulassungszeitraum sind. Von denen könnte man sich bei einem um 4 Monate gekürzten Zulassungszeitraum rund 65 Euro »einsparen«.

Weder für 42 Euro noch für 65 Euro bekommt man eine Garage für drei Monate. Wer also kein eingefriedetes Grundstück oder eine Garage als Winterquartier hat, der fährt mit einer Ganzjahreszulassung günstiger. Sofern er seine Maschine nicht irgendwo kostenfrei unterstellen kann.

Ich habe derzeit noch das Glück die Maschine so abzustellen das sie den Anforderungen gerecht wird. Wenn sich das mal ändert, werde ich wohl auch wieder zum Ganzjahreskennzeichen zurückkehren.

Wider dem Salz

Ich habe die Möglichkeit, aber es besteht ja kein Zwang zum Saisonkennzeichen. Der primäre Grund weshalb ich trotzdem ein Saisonkennzeichen habe: Ich wohne nicht in niedriger Lage (auf Meereshöhe bezogen) auf dem flachen Land irgendwo in NRW oder Schleswig Holstein.

Warum ich gerade die beiden Bundesländer herausgepickt habe? Dort kurven schon seit einigen Tagen etliche Personen eifrig mit ihren Maschinen über die tatsächlich salzfreien und trockenen Straßen. Bei mir sieht das aber ein klein wenig anders aus. Bilder vom gestrigen Tage:

Salzrückstände am PKW
Salzrückstände am PKW
Auch nachmittags noch Minusgrade
Auch nachmittags noch Minusgrade


Nachmittags keine zweistelligen Plusgrade sondern noch immer einstellige Minusgrade. Immer wieder fällt mal etwas Schnee, welcher dann prompt von den Räumdiensten entsprechend behandelt wird: Räumfahrzeug mit Salzwerfer am Heck. Was der Räumdienst verstreut, sammle ich dann wieder mit dem PKW großflächig ein. Das ist kein Staub, das sind Salzrückstände.

Rundherum klebt das weiße Zeug
Rundherum klebt das weiße Zeug
Läuft es ab, sieht die Straße entsprechend aus
Läuft es ab, sieht die Straße entsprechend aus


Wenn der gesammelte Schnee dann taut und abtropft, bildet sich unterhalb der Radhäusern entsprechend der »Salznachweis« auf der Straße.

Immer wieder gut: Tiefgaragenstellplatz
Immer wieder gut: Tiefgaragenstellplatz

Jedenfalls bin ich froh über einen Tiefgaragenstellplatz für den PKW. Dann kann das Salz abtropfen und ich muss auch nicht jeden morgen rundherum alle Scheiben freikratzen. Mit dem Motorrad freiwilllig durch die »gesalzene Landschaft« fahren? Kann man machen. Muss man aber nicht.


Ich will jedenfalls nicht mit dem Motorrad nur wegen ein paar Stunden Fahrspaß über die zumindest bei mir noch immer sehr mit Salz versetzten Straßen fahren. Hier und dort steht dann das Tauwasser auf der Fahrbahn beziehungsweise sie wird von kleinen Wasserläufen gequert. Einmal durchfahren, anschließend klebt das Zeug samt Salz überall und verrichtet sein unheilvolles Werk.

Daher: Bruchstrichfahrer zu sein kann auch was mit »passiver Fahrzeugpflege« zu tun haben. Die 42 Euro landen im Tank, in Form einer Vignette auf dem Motorrad oder beim Wirt einer Pension. Reich werde ich jedenfalls durch die geringeren Jahresausgaben durch dank Saisonkennzeichen nicht.


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