Eine kleine Motorrad-Biographie über 20 Jahre

Alte Liebe rostet nicht

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In diesem meinem ersten Beitrag auf diesem Blog möchte ich, passend zum aktuellen Blogparadenthema[1], meine Erfahrungen zum Gebrauchtkauf früher und in diesem Jahr zum Besten geben. Da ich selbst keinen Blog betreibe, habe ich die Möglichkeit genutzt als Gastautor auf 600ccm.info mitzuwirken. Aber zuerst sollte ich wohl etwas weiter ausholen und erklären, aus welcher Ecke ich komme.

Spätestens seit vor vielen Jahren mein zehn Jahre älterer Bruder sein erstes Motorrad hatte – ich war also gerade 8 – war für mich klar: Das will ich auch! Den Rest meiner Kindheit verbrachte ich mit warten auf den 18. Geburtstag. Als es dann auf diesen zuging, kristallisierte sich außerdem heraus, dass ich Enduro fahren will – wiederum hatte mein Bruder es vorgemacht, und da wir beide ziemlich groß sind, leuchteten mir die ergonomischen Vorteile dieser Motorradgattung deutlich ein. Wir resümieren einmal kurz: Man sitzt ziemlich hoch und sehr aufrecht hinter einem breiten Lenker, thront über dem Verkehr und muss sich nicht über dem Tank zusammenfalten und die Knie auf der Suche nach den Fußrasten wie ein Taschenmesser einklappen. Und natürlich die geniale Flexibilität: Wenn mal irgendwo die Teerstraße zu Ende ist, geht es eben auf der Schotterpiste weiter. Und wo dann auch der Feldweg sich im Nichts verliert, kann man auch einfach quer durch die Heide fahren. Probier das mal mit ner CBR!

Außerdem roch eine Enduro nach Abenteuer: Steinige Paßstraßen, staubige Savanne oder sandige Wüsten, all das wollte ich selbst erfahren.

So war denn meine erste eigene Maschine eine Transalp, also eine der frühen Reiseenduros. Ziemlich schwer für die Leistung (zumal ich ja damals auf gedrosselte 34PS beschränkt war), aber dennoch ein toller Motor. Nicht ganz meine Traummaschine – als solche hatte sich schon ziemlich frühzeitig die Honda Africa Twin (im Volksmund auch African Queen genannt) herauskristallisiert, die so in etwa die große Schwester der Transalp war – alles etwas größer, stärker und dabei wundersamerweise auch crossiger. Aber leider für mich unbezahlbar – schon damals waren »Queens« auf dem Gebrauchtmarkt selten und teuer, kurz gesagt aus dem Grund, dass jemand, der einmal eine hatte, sie im Regelfall nie wieder hergab - und wenn, dann nur gegen richtig viel Schmerzensgeld.

Wie dem auch sei: Ich hatte also meine Transalp, und ich liebte sie innig. Leider meinte einmal so ein arschiger Autofahrer, er könne ja ruhig die Kurve schneiden – der darauf folgende Unfall war das Ende meiner Transalp – sonst hätte ich sie womöglich heute noch. Ich hingegen ließ mich von meinen eigenen Blessuren nicht unterkriegen und versuchte, so schnell wie möglich wieder aufs Krad zu kommen.

Meine DR 600 und ich – damals noch jung und bartlos.<br> Die Jacke trage ich heute noch!
Meine DR 600 und ich – damals noch jung und bartlos.
Die Jacke trage ich heute noch!

Das war wohl der Grund für einen etwas überstürzten Kauf, bei dem ich mir für einen überhöhten Preis eine 10 Jahre alte Suzuki DR 600 S einhandelte. Die Mühle fuhr zwar, hatte aber dauernd irgendwas: Der Kickstarter war extrem gewöhnungs­be­dürftig (und trat wie ein Esel zurück, wenn man die vorgegebene Prozedur nicht genau einhielt).


Unten siffte auch etwas Öl raus, und die Verschleißteile waren auch schon beim Kauf nicht so dolle. Vor allem aber schädigte diese Mopete nachhaltig das Ansehen von Suzuki in meinen Augen. Am Ende musste ich noch fast 1'000 Mark in Reparaturen stecken, um sie überhaupt verkaufen zu können – und dann immer noch deutlich billiger als das, was ich dafür gelöhnt hatte. Zu dem Zeitpunkt nahm ich mir vor, in Zukunft einen weiten Bogen um diese Marke zu machen.

Schon ehe ich die DR verkaufte, stand nämlich schon meine nächste Maschine in der Einfahrt: Eine Honda Dominator Baujahr '95, die mir ein Kamerad beim Bund für einen wirklich sehr freundlichen Preis überließ.

Honda NX 650 Dominator <i>(Bildautor: Viper)</i>
Honda NX 650 Dominator (Bildautor: Viper)
»Dominator« Schriftzug <i>(Bildautor: Viper)</i>
»Dominator« Schriftzug (Bildautor: Viper)


Diese Maschine hatte ich sehr lange – über 10 Jahre – und abgesehen von ein paar nicht winterharten Batterien ließ mich die Technik nie im Stich. War halt ne Honda.

Sicher, dem Vortrieb waren durch den 44PS-Eintopf gewisse Grenzen gesetzt, aber an sich fuhr sie sich doch ziemlich spritzig, auch wenn sie jetzt mangels Windschutz und Topspeed nicht so die Reisemaschine war. Für den alltäglichen Pendlerweg wie auch für spaßige Wochenendausfahrten zeigte sie sich gut gerüstet, auch die eine oder andere »Montée« querfeldein den Hausberg hoch war überhaupt kein Problem.

Doch leider erging es mir wie so vielen anderen Moppedtreibern: Ich kam immer weniger zum fahren. Dies war vor allem einem Mangel an Kradlern im eigenen Freundeskreis geschuldet, und auch keine meiner Freundinnen zeigte jemals tieferes Interesse an der Thematik. So kam es, leider Gottes, dass meine Dominator immer seltener bewegt wurde. An die einstigen Träume von Fernreisen nach den Appeninen, Afrika oder Antarktis war schon längst kein Denken mehr.

Und als es dann schließlich soweit war, dass ich meine treue Dominator eben noch mit neuer HU-Plakette abgestellt hatte und die nächste Fahrt wieder zum TÜV ging, musste ich dann einsehen, dass das einfach keinen Sinn mehr hatte. Und so gingen wir getrennte Wege und ich betrachtete das Kapitel Mopped, etwas frustriert, als abgehakt. Das war 2009.

Aber um es mit den Worten von James Bond zu sagen: »Never say never«. Einige Jahre später begann sich das Mopped-Bazillus schon wieder zu regen, aber damals hatte ich kein Geld übrig. Immer war irgendwas anderes, und ich habe mich dann auch nicht mehr allzu intensiv mit dem Thema beschäftigt. Doch dann, in diesem Jahr, standen endlich die Sterne günstig: Ich hatte den Sommer über frei, ich hatte etwas Geld zur freien Disposition. Das Fieber brach aus und ich wollte wieder auf die Strecke. Also musste erstmal wieder ein fahrbarer Untersatz her.

Zunächst mal war mein spontaner Gedanke: vielleicht ist ja jetzt die Zeit gekommen, doch mal mein altes Traummotorrad anzuschaffen: Die oben genannte RD07, vulgo Honda XRV 750 Africa Twin. Die wurde immerhin von 1993 bis 2000 gebaut, und müsste doch bei dem Alter jetzt recht erschwinglich sein. Oder? Oder!

Oder nicht. Der Neupreis der RD07 lag seinerzeit ca. 14'000 DM, also umgerechnet etwa 7'000€. Und heute liegen sie auf dem Gebrauchtmarkt nach wie vor bei 2'500€ und drüber! Im PLZ-Bereich 7-9 gehen die Angebote gar erst bei 3'000€ los, viele liegen noch bei satten 3'500 Flocken. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 40-50% des Listenneupreises (sicher gab es damals auch beim Neukauf gewisse Rabatte) für ein 23 Jahre altes Motorrad mit sechsstelligem Kilometerstand, oft mit Dellen im Tank und Rissen in der Verkleidung! Und das ist erst der Einstieg – die Preisspanne geht allen Ernstes rauf bis an die 6'000 Euro. Spricht für den guten Ruf der Maschine, ist jedoch schlecht für das Konto.

Klar, die Queen ist ein tolles Motorrad, sie war damals richtungsweisend und hat sich einen legendären Ruf höchster Zuverlässigkeit erarbeitet, aber irgendwo muss man doch realistisch sein. Und letzten Endes wuchtet sie halt doch ihre knapp 226kg mit nur 60PS durch die Gegend, was ja schließlich auch der Grund für ihre Streichung aus der Produktpalette war.

Im Endeffekt hätte bei mir gar nicht so viel gefehlt – aber die genannten etwa 3'000€ waren mir dann halt letzten Endes einfach doch wieder zu teuer. Für das gleiche Geld bekommt man halt auch ein deutlich jüngeres Motorrad mit modernerer Technik und mehr Leistung – und so stark war der Nostalgiefaktor dann bei mir letzten Endes doch nicht. Auch hatte sich an meinem Grundproblem, dem Mangel an Mit-Fahrern, nichts geändert, es würde also auch weiterhin zumindest in näherer Zukunft nichts werden mit Trips nach Montpellier oder Marokko. Nichtsdestotrotz, ich glaube: Für 2'000€ hätte ich eine genommen!

Also auf zu neuen Ufern. Man soll ja seinen Horizont erweitern. Und so begann ich mich für ein Moped ganz abseits meines bisherigen Beuteschemas zu interessieren, was mir aber bereits vor 3 Jahren als optisch sehr gefällig ins Auge gestochen war: Die Yamaha Fazer.

Wer sich ein bißchen auskennt, weiß: Das ist ein weites Feld. Über die Jahre gab es nicht weniger als 7 (in Worten »sieben«) verschiedene Baureihen dieses Namens, die Naked-Varianten nicht mitgezählt. Also erstmal richtig ins Thema eingefuchst, wo die Unterschiede, Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten liegen.

Achja, zwischendurch probierte ich – teils aus Nostalgie – auch wieder eine Einzylinder-Softenduro aus, ähnlich meiner guten alten Dominator. In diesem Falle eine Aprilia Pegaso von '99 in Touring-Ausführung. Optisch ein bißchen rundgelutscht, aber das finde ich nicht unbedingt hässlich; mit dem gleichen 50PS-Aggregat das auch die alte F 650 antrieb, mit moderatem Kilometerstand und gutem Gesamtzustand.

Allein: Die Maschine war ganz nett, aber hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Tatsächlich hatte ich die Dominator, obwohl mit nur 44PS ausgestattet, spritziger in Erinnerung. Nun mag die Erinnerung mich zwar trügen, was aber blieb war die Erkenntnis, dass mir 50 Single-PS mittlerweile einfach zu wenig sind, selbst in einem ~180kg-Rahmen. Womit wohl auch mein Verzicht auf die alte Africa Twin (mit ungefähr demselben Leistungsgewicht) sich als richtige Entscheidung bestätigt hat. Bisschen schade immer noch, aber da muss man realistisch sein.

Und auch hier wieder: Ich würde mit dem neuen Moped aller Wahrscheinlichkeit nach immer noch keine Fernreisen unternehmen, sondern bräuchte eher etwas für spaßige Ausritte an Nachmittag und Wochenenden. Ein sportlicher Kurvenräuber versprach hier also mehr Freude als ein Reisedampfer.

Wobei ich ja da noch eines dazu sagen muss: Ich war im Juli völlig unerwartet in den Genuss gekommen, einmal die neue Africa Twin einen Nachmittag ausprobieren zu dürfen. Es war großartig, und schwupps hatte ich eine neue Traummaschine. Die alte Liebe zur Queen of Africa auf der Stelle neu entflammt. Problem natürlich: So taufrisch wie das Modell auf dem Markt ist, ist sie für mich schlicht unerschwinglich. Da habe ich den Masterplan gefasst, mir in ungefähr 2–3 Jahren eine gebraucht zu holen – bis dahin habe ich hoffentlich mehr Geld und die 2016er Africa Twins sind hoffentlich auf dem Gebrauchtmarkt halbwegs erschwinglich.

Man sieht also: Meine momentane Abkehr von den Enduros soll kein Abschied für immer sein. Aber jetzt brauchte ich nach wie vor erstmal einen neuen Untersatz.

Also zurück zur Fazer-Front. Warum nun überhaupt ausgerechnet die Fazer? Nun, wie gesagt war sie mir schon vor 3 Jahren optisch aufgefallen. Die Linien sportlich, elegant geschwungen, einfach schön. Mit der Meinung bin ich sicher nicht alleine; immerhin hatte diese Baureihe sich über Jahre hervorragend verkauft. Außerdem hatte ich Lust auf deutlich mehr Leistung als was ich gewohnt war, und schließlich wollte ich gerne mal wissen, wie das so ist, auf einer Turbine zu reiten. Will sagen, einen hochdrehenden Vierzylinder, der ja doch einen ganz anderen Charakter vermittelt als ein Eintopf oder V2. Auf der anderen Seite ist die Fazer noch recht hochbeinig (für einen Sportler) und bietet eine relativ aufrechte Sitzposition, was für mich unabdingbar ist. So ein vollverkleideter Supersportler mit Stummellenker, das wäre gar nichts für mich (ja, ich habe es einmal ausprobiert).

Nach einiger Lesearbeit war meine Entscheidungsfindung inzwischen so weit gediehen, dass ich mich auf die FZ6-Baureihen von 2004 bis 2009 eingeschossen hatte. Also 600er Motor statt 1000er, nicht zuletzt weil die FZ1 nicht sooo die super Kritiken bekommen hat, ich außerdem generell überzeugt war (und bin) dass 100PS für mich dicke reichen, und mich außerdem das doch spürbar geringere Leergewicht ansprach. Ich war noch nie ein Fan von schweren Dickschiffen.

Wenn ich ganz schnell gewesen wäre, hätte ich eine 2006er mit ABS für ca. 2'400€ schießen können – aber die war so schnell weg, so schnell konnt ich gar nicht gucken.

Meine erste tatsächlich besichtigte Fazer hingegen war ein ernüchterndes Erlebnis: Ich wusste zwar, dass die Maschine nicht angemeldet war, der Besitzer meinte aber, da sie in einem Industriegebiet stünde, könne man sie innerhalb desselben schon ausprobieren. Aber dafür, dass ich dann zwecks Besichtigung ca. 150km Umweg in Kauf nahm, stand sie wirklich mies da: Die Kette völlig verrostet, die Reifen mittig total runtergefahren, und obendrein ein im Inserat unerwähnt gebliebener Sturzschaden (eine Schraube des Limadeckels war komplett abgeschliffen). Achja, und die Batterie war auch noch tot. Immerhin lässt sich so ein kleiner Vierzylinder problemlos anschieben, aber das angepriesene Industriegebiet war dann doch sehr überschaubar, was die sogenannte Probefahrt doch stark einschränkte. Ein paarmal ums Karree, mehr ging nicht. Die hochgepriesenen 10'000 Umdrehungen konnte ich nicht annähernd erreichen.

Ich überschlug die Rechnung: Das Moped war wenn ich mich recht erinnere für 1'900€ inseriert; doch die fälligen Reifen, Kettensatz und Batterie hätten die Gesamtkosten auf locker 2'500€ katapultiert – und dann noch das ganze Geschiss mit der Überführung, mal abgesehen von etwaigen weiteren nicht erkannten Mängeln. Das war für das Gebotene zu teuer und zu riskant.

Wieder daheim, ging es zurück an die Gebrauchtportale. Es war nicht schön. Ich war nichtmal so sehr auf die Fazer versteift; suchte auch nach V-Stroms, Versys, allen möglichen Maschinen die mir vielleicht hätten taugen können. Die meisten Angebote waren nach meinem Dafürhalten maßlos überteuert. Mehr dazu gerne in einem separaten Beitrag, welchen ich als weiteren Blog-Beitrag von mir schon im Hinterkopf herumschwirren habe.

Aber auch da, wo der Preis diskutabel gewesen wäre, war das Verhalten der Inserenten oft nicht einwandfrei: Die einen hatten, ebenso wie der obengenannte Fazer-Besitzer, die Objekte seit Monaten abgemeldet. Ein weiterer (V-Strom 650) beantwortete zwar meine Email sehr schnell und ausführlich, erklärte darin aber, dass er doch nicht die ganze Ausstattung wie im Inserat genannt abgeben wollte, und legte auch sonst eine ziemliche »Friss oder Stirb« Manier an den Tag. Jedoch ohne etwas am Preis ändern zu wollen, der so günstig nun auch nicht war. Und wieder andere antworteten einfach überhaupt nicht.

Ich wage zu behaupten das es nicht an mir lag. Ich bin meiner Meinung nach nicht irgendwie unverschämt in der Anfrage gewesen – ich habe mir im Gegenteil immer Mühe gegeben, jede Mail individuell abzufassen, und habe natürlich auch nie nach »dem letzten Preis« gefragt oder sonstwie unwürdige Angebote gemacht. Es mag an der Urlaubszeit gelegen haben?

Mit der Zeit – es ging bereits die dritte Woche ins Land – war ich schon so frustriert, ich war drauf und dran, das ganze Moped-Thema wieder hintanzustellen und auf's nächste Jahr zu verschieben.

Einen letzten Versuch wollte ich noch unternehmen: Wieder eine Fazer, Erstzulassung 2004, 53'000km, etwa 60km entfernt. Auch hier wieder zunächst eine enttäuschende Antwort: Die Maschine seit Mai abgemeldet. Aber immerhin! Der Verkäufer hatte wohl auch erkannt, dass man eine abgemeldete Maschine nicht verkauft bekommt. Er ließ sie also wieder mit Saisonkennzeichen zu (warum nicht »normal«, habe ich nicht verstanden), und ich stand sofort am nächsten Tag zur Probefahrt auf der Matte.

Diese Testfahrt sollte natürlich nicht nur das Moped selber auf Mängel prüfen – ich musste ja auch erstmal rausfinden, ob diese Art Maschine überhaupt etwas für mich wäre. Also bügelte ich damit ein gutes Stündchen durch die Gegend. Erst auf schmalen Sträßchen über Berg und Tal, dann auf dem Rückweg noch ein Stück Autobahn. Power bietet der kleine Vierer wirklich mehr als genug: Schon der zweite Gang geht bis knapp 130 Sachen – für mich eine ganz neue Welt, da meiner alten Dominator ja schon im höchsten Gang bei ca 145kmh die Luft ausging.

Als ich wieder beim Verkäufer aufschlug, war der Fall dennoch nicht klar für mich denn die Kiste fuhr sich einfach komplett anders als alles, was ich bis dahin unterm Hintern gehabt hatte. Ich musste einfach nochmal drüber schlafen, wofür der Verkäufer auch Verständnis hatte. Immerhin einigten wir uns bereits auf einen Preis, und wir besiegelten den Vor-Vertrag per Handschlag.

Technisch stand die Fazer wirklich prima da: Zwar auch ein paar Kratzer am Limadeckel von einem Umfaller, aber für mich nicht der Rede wert. Ansonsten war vieles gerade erst neu gemacht worden. Vor allem waren teure Dinge wie Reifen, Kette, Öl und Lenkkopflager bereits neu und somit für mich erledigt. Keine zusätzlichen Kosten. Mit der Dokumentation sah es hingegen nicht so berauschend aus: Kein Scheckheft mehr, nichtmal der letzte TÜV-Bericht (obwohl die HU erst 2 Monate alt war) war auffindbar, und das Handbuch zur Maschine müsste ich mir über Yamaha als .pdf aus dem Internet ziehen. Ich bin darüber hinweggegangen, weil der Verkäufer mir als grundehrlicher Typ erschien und ich mir derartige Schlampereien genauso zutrauen würde.

Wie gesagt, ich schlief drüber, und am nächsten Tag hatte ich mich entschieden: Das sollte mein neues Motorrad werden. Als ich den Verkäufer anrief, schien er vielleicht doch ein klein wenig überrascht, aber umso mehr erfreut. Am nächsten Tag machten wir den Handel perfekt und ich holte meine wunderschöne »neue« FZ6 Fazer in »Blue Stone« nach Hause.

Meine FZ6 – Also, ich find sie einfach schön. ^^
Meine FZ6 – Also, ich find sie einfach schön. ^^

Nach der Ummeldung (eine so schöne Maschine hat natürlich ein »FZ 6« Kenn­zeichen verdient) ging es dann auch sofort auf Tour – schließlich hatte ich einiges nach­zuholen und musste mich wieder ans Fahren gewöhnen.

Also erstmal auf in den Schwarzwald und in die Vogesen.


Innert weniger Wochen hatte ich bereits über 2'000km auf die Uhr gepackt (Tagesetappen zwischen 120 und 200km), und ich bin mit der Maschine wirklich ausgesprochen glücklich. Dieser Urlaub ist mittlerweile zu Ende, aber die Saison ist hoffentlich noch lange nicht vorbei.



Kommentare

TorstenTorsten | http://www.motorrad-tour-online.de
schrieb am 23.09.16 um 08:16 Uhr:


Ich glaube, wenn man einmal vom Motorrad "angefrssen" ist, kommt man nicht mehr los, da ist es nur folgerichtig, dass du auch noch nach einigen Jahren auf einmal wieder auf der Suche nach einer Maschine bist.

Ich würde jedoch darauf wetten, dass du über kurz oder lang, erst ohne es zu merken, später dann schon ganz offen, wieder in Richtung einer Reiseenduro schielen wirst. Ohne jedoch deine Fazer verkaufen zu wollen. Ein einziges Motorrad reicht einfach nicht.


NotausNotaus
schrieb am 24.09.16 um 14:03 Uhr:


Da hast du absolut Recht!

Ich habe auch schon festgestellt, dass eine Maschine nicht reicht. xD Wie ich schon schrieb will ich mir irgendwann eine Africa Twin holen. Aber meine Fazer macht auch höllisch Spaß und ich hab sie schon so lieb, dass ich sie gar nicht mehr hergeben will. Von diversen anderen Wunschmaschinen mal ganz zu schweigen...


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