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Bürokratie, Frust und der Ärger mit »der Acht«

Der Weg zum schweizerischen A1 - mit einem Mietroller (Tag 1)

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Durch »Opera-3« (so der Name der Gesetzesrevision[1] in der Schweiz, um unter anderem die Motorradführerscheine an die im EU-Recht gegebenen Führer­schein­klassen an­zu­gleichen) geriet ich unter Zugzwang. Ich wollte immer mal die Kategorie A machen, aber mir fehlte das Geld für Maschine, Ausrüstung (und Fahr­schule).

Die Einführung des B SZ 196 in Deutschland war noch kein Thema, da war der Erwerb der Kategorie A1 (in der Schweiz spricht man von einer Führerausweiskategorie und nicht von einer Führerscheinklasse).

Deeplink Prolog

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied. Daher laufen hier ein paar Dinge anders. Damit die Leser aus Deutschland und Österreich sich über ein paar Dinge nicht wundern, erzähle ich davon gleich zu beginn.

Da wäre beispielsweise der Lernfahrausweis. Diesen beantragt man und darf dann im Falle der Kategorie A1 alleine in der Schweiz herumfahren. Ohne eine Prüfung oder eine Fahrstunde gemacht zu haben. Damit man als Lernfahrer erkannt wird, muss man ein weisses »L« auf einer Tafel am Fahrzeugheck montiert haben.

Klingt super? Ein paar Erklärungen braucht es aber auch noch hier: jene mit Kategorie B dürfen direkt ohne Fahrschule/Stunden fahren. Alle ohne Vorbesitz (inkl. Inhaber der Kategorien M(ofa) G(andwirtschaft) und F(erkehrshindernisse, also »45-km/h-Schwermaschinen«) müssen den Einführungskurs (die 8 Stunden) machen, BEVOR sie mit dem L »einfach so« fahren dürfen.

Der nächste Unterscheid ist die Fahrausbildung. In der Schweiz übt man selbst mit dem Lernfahrausweis im Strassenverkehr, darf also aktiv am Verkehrsgeschehen teilnehmen und auch für sich alleine auf Parkplätzen üben. Die Ausbildung in der Fahrschule findet in der Regel in Blöcken an den Wochenenden statt – in Gruppen. Man ist also nicht alleine mit seinem Fahrlehrer unterwegs, sondern hat noch ein paar weitere Anwärter für die Kategorie A1 oder A- oder A mit dabei.

Dann wäre da noch etwas was sich von der EU unterscheidet: Wer unter 18 ist, darf ab 16 die Kategorie A1 machen – aber mit Beschränkung auf maximal 50 ccm. Das soll sich nun auch ändern, aber aktuell ist es noch so. Außerdem ist die Kategorie »A1 mit maximal 45 km/h« durch Besitzstandwahrung zu haben. Denn eine Kategorie A2 gab es bis 2003 in der Schweiz bereits, für den Umtausch der Kategorie »A2 alt« (alle 2 und 3 rädrigen bis 45km/h) bekomtm man seit 2003 die Kategorie B1 in der Schweiz: »klein- und dreirädrige Motorfahrzeuge mit einem Leergewicht von nicht mehr als 550 kg, zudem Motorschlitten«. Die Kategorie B1 entspricht also nicht der EU-Klasse AM.

Der AM Opera-3 soll so sein wie in der EU: also das, was man mit der bisherigen Kategorie M bereits fahren darf (ich hätte also eine Kategorie verloren). Alles klar? Nein? Macht nichts. Mir war es aber wichtig aufzuzeigen das es ein wenig komplexer zugeht wenn man schweizerische Kategorien mit europäischen Klassen vergleichen will.

Deeplink Ausgangssituation

Durch den Umtausch des alten, blauen schweizerischen (Papier-)Führerscheins in den FAK (ja, genauso ausgesprochen wie das englische Schimpfwort, steht aber für »FührerAusweis im Kreditkartenformat«) hatte ich bereits die Kategorie A1, aber mit 45-km/h-Limitierung. Diese Kategorie, welche es so in der EU nicht gibt, sollte nach Opera-3 leicht mit AM kombiniert werden können. Das Strassenverkehrsamt konnte mir die Frage nach »was passiert mit den geschenkten Kategorien«/»kann man den A1 weiterhin mit der derzeit gültigen 8-Stunden-Schulung voll machen« nicht beantworten (oder wollten nicht – wer weiss das schon).

Ebenso sollen gemäss Opera-3 der Direkteinstieg wegfallen und die Schulung je 12h pro Kategorie betragen. Somit erst eine obligatorische 12-Stunden-Schulung für A1, dann für A2 nochmal, und erneut für A. Und natürlich alles mit Prüfung und obligatorischen zwei Jahren Abstand dazwischen.

Ergänzung dazu:
Inzwischen gab es, wie es sich am zweiten Kurstag rausstellte, wieder sehr viele Anpassungen an die damals »definitive, endgültige Version«.

Nun sei ein Direkteinstieg/erleichterter Einstieg OHNE das ständige Wiederholen von Schulungen und Prüfungen möglich – also zumindest irgendwann. Denn jedoch auch hier: nichts Definitives weiss man nicht. Was dann nun gülgtig sein soll, wird sich wohl wirklich erst nach endgültigem Inkrafttreten des Gesetzes zeigen (wie immer, wenn die Schweiz sich der EU anpasst).

Was ich also geplant hatte war dann doch wieder leicht anders – hat aber am Ende doch geklappt wie gewünscht.

Alpenpanorama: Herdern/Hörnliwald, Blickrichtung Süden (links der Säntis)
Alpenpanorama: Herdern/Hörnliwald, Blickrichtung Süden (links der Säntis)

Daher entschied ich mich, in den sauren Apfel zu beissen und die 8-Stunden-Schulung (zwei Mal 4 Stunden) für den »vollen A1« noch vor Inkrafttreten von Opera-3 zu machen. Also kurzerhand beim Fahrlehrer des Vertrauens angerufen, gefragt was dafür alles nötig ist und ob er Maschinen vermietet. Seine Antwort: Helm, gute Jacke, Handschuhe und die alten Kampfstiefel (die meiner einer nach dem Militärdienst behalten hat – zum Glück: Armeestiefel/Kampfstiefel sind in der Schweiz Motorradstiefeln gleichgestellt) reichen als Schutzbekleidung für die Kategorie A1 aus. Einfach den Lernfahrausweis holen, eine Maschine mieten, den Kurs buchen, den Kurs machen und dann neuen Schein holen... Klingt alles machbar?

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten – ich fand lange keinen Händler der Scooter für die Schulung vermietet – ging's los. Einen »günstigen« *hust* – eher »billigen«) Helm habe ich mir neu besorgt (wenn ich das Geld für eine eigene Maschine habe, habe ich auch das Geld für vernünftige Ausrüstung). Der Lernfahrausweis war schnell geholt – Sehtest beim Optiker (woraufhin ich dann auch gleich mal nen Termin beim Augenarzt machte – manchmal macht so ein Sehtest schon Sinn), direkt zum Strassenverkehrsamt um den Lernfahrausweis gleich mitnehmen zu können. Die Sachbearbeiterin nahm gleich das Foto vom alten Schein, wieder ein paar Franken gespart und schon konnte es los gehen.

Der Fahrlehrer nannte mir einen Händler der Scooter vermietet. Mit dem konnte ich dann einen Vertrag über die die Roller-Miete für die beiden obligatorischen Schulungstage machen, daher konnte ich die Kursanmeldung bestätigen. Der Händler war sehr entgegenkommend, sodas ich den Roller schon am Vortag der Schulung abholen konnte. Schon etwas weniger Stress am Schulungstag.

Deeplink Erster Tag auf dem Scooter

Ich erhielt eine neue (!) Piaggio Medley 125 iGet, und bin damit erst einmal zum öffentlichen Übungsplatz gefahren – schön vorsichtig, es war immerhin mein erstes »echtes Solo« auf einem motorisierten Zweirad, und das gleich noch im öffentlichen Verkehr. Naja eigentlich hatte ich vor ein paar Jahren einen Schnuppertag von Kawasaki[2] besucht, und dort einige Maschinen testfahren dürfen; aber ein Scooter fährt sich schon allein wegen der Sitzposition ein wenig anders als das, was ich damals probefuhr und sonst vom Fahrrad her gewohnt war. Zusätzliche Problematik: erste Strassen-Fahrt mit Helm (Angstfaktor »sehe ich genug/hör' ich genug«); ich war die Hördämpfung und das eingeschränkte Sichtfeld nicht gewohnt.

Am Übungsplatz/-gelände angekommen (ein Hoch auf leere Strassen) hies es »erst einmal die Übungen verstehen«; versetzter Slalom, enger Slalom, Spurgasse. Ein paar A-Lern­fahrerinnen, die etwas später kamen, erklärten mir dann freundlicherweise was/wie/wo zu fahren ist, und dann ging es los mit dem Üben – und dem Aufregen und Fluchen. Es wollte nicht so wirklich hinhauen.

Die beiden Slaloms gingen jedoch nach ein paar Versuchen ohne Probleme. Zwar musste ich etwas schneller fahren, die Fliehkraft-Automatik der Medley machte es (für mich) schwierig das Gleichgewicht zu halten (auf der Kawa damals konnte man die Kupplung etwas schleifen lassen, und das Gleichgewicht war da)... Die Langsamfahrt wollte entweder nicht langsam, oder nicht geradeaus – die 13 Sekunden waren kaum zu erreichen, aber für's erste Mal waren meine gemessenen 10 Sekunden nicht schlecht (dachte ich).

Beim Acht-Fahren sah die Acht aus wie meine Handschrift – also mehr sowas in Richtung Keilschrift als schöne Rundungen.

Einmal hatte ich die Acht einigermassen brauchbar fahren können – aber wie das funktoniert hat sich mir nicht erschlossen; wenig hilfreich auch, das beim Langsamfahren die Piaggo nach links zieht, und man dann Gas gibt – was den Radius vergrössert.

Als die Konzentration nachlies und mir keine Übung mehr gelingen wollte (und es zu allem Überfluss auch noch anfing heftig zu regnen), trat ich den Heimweg an. Mit durchaus gemischten Gefühlen. Abenddämmerung, Helm, viel Blut im Adrenalin und kalt, an einem Freitag. Zum Glück hatte ich den Berufsverkehr zum Wochenende hin schon hinter mir gelassen, also lief's ziemlich ruhig. Zumindest was den Verkehr betraf. Ab der Hälfte des Weges gewöhnte ich mich an die Piaggo, an die Strassenlage usw. Und lehnte mich sogar schon etwas in die Kurven rein.

Feststellungen nach den ersten Stunden

Der nächste Helm hat mit Sicherheit Pinlock und etwas bessere Eigenschaften. Denn schon bei relativ wenig Fahrtwind zieht es mir den Kopf beim Seitenblick seitlich weg, sehr unangenehm.

Wenn ich mir dann einen neuen, guten Helm hole, muss er für Brillenträger auch tauglicher sein (und nicht nur »geeignet«).

Lange Rede kurzer Sinn: dank Regen hat das Visier vom Helm sofort beschlagen. Damit ich etwas sehen konnte musste ich »halboffen« fahren – und wurde so zum Nasenatmer (etwas hohe Luftfeuchtigkeit in der kühlen Atemluft). Das Ausziehen des Helms brachte endlich Erleichterung für mein Ohr, das den Brillenbügelabdruck wohl noch einige Zeit ertragen muss.

Gute Handschuhe tun Not – vor allem wenn's kälter wird, wird es an den Fingern sonst SEHR kalt.

Und zu allem Überfluss ist die Wettervorhersage für den ersten »Kurs findet bei jeder Witterung statt«-Morgen: Regen und kalt. Na prima!

Deeplink Erster Schulungstag

Natürlich bin ich dem Wetterbericht folgend in warmer Regenmontur (dicke Jacke und Pullover drunter) hin. Anstatt Regen schöner Tag mit 20°C. Nunja, es gibt Schlimmeres. Auf der Hinfahrt gewöhnte ich mich noch etwas mehr an die Piaggio, Blinken, Seitenspiegelverwedung, wie sich am 2. Tag rausstellte: sogar korrekte Blicktechnik, etc. war auch drin.

Übungsplatz Frauenfeld, idyllisch neben der regionalen (Abfall) Annahmezentrale
Übungsplatz Frauenfeld, idyllisch neben der regionalen (Abfall) Annahmezentrale

Nach dem ziemlich durchwachsenen Vortag dann der Rückschlag: bis auf Slalom fahren (Versetzt und eng) hab ich nichts hin bekommen. Das Langsamfahren das Gestern einigermassen klappte, ging ebensowenig wie die Acht fahren. Entweder bin ich aus der Spur gekommen, hab den Fuss auf den Boden gesetzt, oder jede Markierung mitgenommen die da war.

Eventuell lag es daran, das die Schulung auf dem Gelände der Fahrschule stattfand (nicht gerade das, was man als »eben« oder »guter Belag« bezeichnet), oder an der Tatsache das nun jemand zuschaute und Tipps gab. Also ein zusätzlicher Stressfaktor. Jedenfalls bekam ich es nicht hin.

Nachdem alle den versetzten Slalom hinbekamen ohne ein Hütchen umzufahren (ironischerweise war ich der Erste, der dies schaffte), war der erste Tag abgeschlossen. Ich bin mit dem Hinweis »üben!« vom Fahrlehrer »entlassen« worden.

Daher bin ich noch einmal zum Übungsplatz gefahren. Aber der Frust hat wohl zu einer totalen Blockade geführt. Ausser den Slaloms gelang mir dort auch nichts mehr. Also zur Tanke, Piaggo entsprechend Mietvertrag aufgetankt, und retourniert.

Zwecks Heimfahrt bin ich danach zur Busshaltestelle gelaufen. Passend zum Tag habe ich natürlich den Bus dort um 15 Minuten versäumt...

Morgen berichte ich vom zweiten Tag.



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Datum: 29.05.2020
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