Was anders läuft und für Motorradfahrer nur bedingt sinnvoll ist
Schon wieder ein Beitrag zum Thema »tanken«? Ja, aber dieser ist anders. Versprochen. 😊 Aufgrund der im April 2026 eingeführten Neuregelung der Tankpreise (nur noch einmal am Tag erhöhen, senken geht immer) habe ich vermehrt in Foren zum Thema »Tanken in Österreich« und den – für Deutsche – teilweise ungewohnten Gegebenheiten geschrieben.
Die Resonanz war recht groß, inklusive großem Unglauben. »Einfach von der Zapfsäule wegfahren obwohl man nicht bezahlt hat? Wo gibt es denn sowas‽« – in Österreich. 😎
Daher habe ich mir gedacht, dass dies ein interessantes Thema für einen Blogbeitrag ist und mal meine Eindrücke als »deutscher Motorradfahrer in Österreich« verschriftlicht.
Ich habe in meinem Bilderarchiv gestöbert und gehe bis ins Jahr 2016 zurück. Was hat sich in den letzten 10 Jahren geändert? Was sind »österreichische Eigenarten«? Was sollten insbesondere Motorradfahrer beachten?
Wer so wie ich mit dem Motorrad regelmäßig in Süddeutschland und dabei an der Grenze zu Österreich unterwegs ist, kennt vermutlich das folgende Bild: Kurz nach der Grenze nach Österreich sind die Tankstellen stark frequentiert.
Besonders an Wochenenden, natürlich in der Ferienzeit beim »Bettenwechsel« herrscht oft reger Betrieb. Kein Wunder, denn viele nutzen die im Vergleich zu Deutschland stets günstigeren Preise um den Tank zu befüllen.
Die Grenze zu Österreich, die Startlinie für »hier geht es in die Alpen«, es warten Pässe, Sättel und dazwischen kurvige Landstraßen. Ich habe mich primär in Vorarlberg und Tirol herumgetrieben, beide Bundesländer grenzen an Deutschland (Bayern) an, daher ist dies wenig verwunderlich.
Tankstellen in Grenznähe sind seit Jahren stark frequentiert. Wer aus Deutschland anreist, nutzt scheinbar die erste Tankmöglichkeiten hinter der Grenze sehr, sehr gern für einen günstigeren Start in die (Tages)Tour.
Für alle Tankwilligen bedeutet dies: Geduld mitbringen. Gerade bei schönem Wetter bilden sich schnell lange Schlangen. Nicht nur an den Zapfsäulen, sondern auch an den Kassen oder den Bezahlautomaten.
Wie das aussehen kann, konnte ich am 12. Oktober 2019 selbst erleben. Ein Samstag, in diversen deutschen Bundesländern waren Herbstferien. Ich wollte bei der »letzten Tankstelle zwischen Fernpass und Deutschland« an der B179 tanken. Andere hatten damals offensichtlich die gleiche Idee. 🙄
Ein Tipp aus der Praxis: Wer einige wenige Kilometer weiter ins Landesinnere fährt, findet oft entspanntere Tankmöglichkeiten. Teilweise reicht ein Kilometer und man kann entspannt tanken, weil sonst niemand dort tanken will. 😎
Ich war im Oktober 2019 zwei Tage später noch einmal in Österreich unterwegs, ebenfalls mit Tankstopp am Nachmittags. Weiter im Landesinneren, etwa 60 km von Bregenz entfernt, war es deutlich entspannter an der Tankstelle. Ich war der einzige Kunde an der Shell, die anderen hatten wohl schon grenznah den Tank befüllt – oder hatten dies noch vor und fuhren deshalb vorbei? 😉
Ein Hauptgrund für den Tanktourismus sind, wenig überraschend, die niedrigeren Kraftstoffpreise im Vergleich zu Deutschland. Zwar schwanken die Preisunterschiede je nach Rohölpreis, Steuern, Abgaben und dem Wechsel der Marktbedingungen, doch über all die Jahre war das Tanken in Österreich stets günstiger.
Aber rechnet sich das? Ich habe anhand der von mir über die Jahre erfassten Daten eine kleine Grafik erstellt:
Zwischen 17 Cent (Sommer 2016) und satten 40 Cent (Mitte April 2026) Unterschied im Laufe der Jahre konnte ich ermitteln. Natürlich sind meine privat gesammelten Daten nicht repräsentativ, denn sie stellen ja nur eine Momentaufnahme und keinen Durchschnittswert dar.
Gerade bei längeren Touren mit mehreren Tankstopps summiert sich das spürbar? Sind wir mal ehrlich. Ich habe bei meiner R 1150 GS maximal 19,3 Liter getankt, bei der Tiger 800 waren es 16,6 Liter. Maximal wären 22 Liter beziehungsweise 18,6 Liter möglich. Bei der GS habe ich somit im Jahr 2016 etwa 3,00 Euro bei einem Tankstopp eingespart, welches ich für Snickers, Calippo Cola oder etwas zu Trinken in der gleichen Tankstelle ausgegeben habe.
Bei der Tiger 800 waren es beim ersten gestrigen Tankstopp etwa 6,50 Euro und beim zweiten Nachfüllen dann weitere 2,70 Euro.
Gleichzeitig habe ich alleine Gestern bei zwei Tankstopps über 42,00 Euro ausgegeben. Motorradfahren um Geld zu sparen? Im Englischen gibt es die Redewendung »The juice isn't worth the squeeze«, in Deutsch wäre das in etwa »der Nutzen rechtfertigt den Aufwand nicht«. Ja, wenn man sowieso schon vor Ort ist, kann man den günstigen Preis natürlich »mitnehmen«. Das ist sinnvoller, als in Deutschland kurz nach der Grenze zu tanken. Reich wird man davon aber trotzdem nicht. 🙄
Trotzdem planen viele ihre Route so, dass der erste oder letzte Tankstopp auf österreichischer Seite liegt – ich auch. 😎
Natürlich gilt: Preise vergleichen lohnt sich auch dort. Nicht jede Tankstelle ist automatisch günstiger. Aber große Umwege deshalb zu fahren, rechnet sich in der Regel nicht. Als Linktipp: vol.at bietet eine Preisübersicht mit Suchfunktion (Ort, Adresse, etc.) für Super 95 und Diesel.
Wer regelmäßig durch Österreich fährt und dort tankt, bemerkt es vermutlich schnell: Automatentankstellen sind weit verbreitet. Es gibt – zumindest rein subjektiv für mich – deutlich mehr solche 24-Stunden-Tankstellen, an denen man einfach per Karte bezahlen kann, als in Deutschland. Viele kleinere Stationen arbeiten außerhalb klassischer Öffnungszeiten vollständig im Selbstbedienungsmodus, sind aber tagsüber mit Personal besetzt, damit ich dort meine Snickers kaufen kann. 😉
Die Bezeichnung »Tankomat« hat sich im österreichischen Sprachgebrauch anscheinend eingebürgert. Grund hierfür ist vermutlich der Anbieter Avanti, welcher seine Automatentankstellen als »Avanti-Tankomat« bezeichnet und bewirbt.
Für mich als Motorradfahrer haben die Tankomaten ein paar Vorteile:
Aber Vorsicht, denn es gibt bekanntlich keine Regel ohne Ausnahme. Nur »6–24h« obwohl es eine Automatentankstelle ist? Willkommen in Österreich.
Im Regelfall kann man an den Avanti-Tankomaten rund um die Uhr tanken und mit Karte bezahlen. Die Tankstellen haben häufig gar kein Personal, es gibt also keine »personalbedingten Öffnungszeiten«.
Aber wenn wie im Beispiel oben Schilder auf »6–24 Uhr« als Öffnungszeit hinweisen, handelt es sich um eine behördlich vorgeschriebene Öffnungszeit.
Auch wichtig zu wissen ist, dass nicht jede Karte überall problemlos funktioniert. Sogenannte »Service-Cards« von Banken und Sparkassen in Deutschland werden nicht akzeptiert. Gründe dafür können das sogenannte »Card Control« beziehungsweise »Geoblocking« sein. Wenn die Karte nur für Deutschland freigegeben ist, kann sie auch nur dort funktionieren. Häufig, aber nicht immer, kann man das Geoblocking im Onlinebanking einstellen.
Obwohl ich kein Konto mehr bei einer Sparkasse kenne ich aus dem Freundeskreis das Problem mit dem »Geoblocking«. Länder müssen einzeln gezielt freigeschaltet werden. In der Regel sind alle Länder aus dem Euro-Raum freigeschaltet – aber »keine Regel ohne Ausnahme«. 🙄
Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass häufig ein bei manchen Tankstellen nicht veränderbarer Pauschalbetrag von beispielsweise 80,00 Euro pro Kartennutzung reserviert wird. Die eigentliche Abrechnung erfolgt dann später. Wer mit dem Motorrad unterwegs ist und häufiger tanken muss, kann so schnell 80,00, 160,00, 240,00 Euro (etc.) »blockieren«. Dann ist ein Tageslimit schnell ausgereizt und die Karte kann nicht zum Bezahlen verwendet werden.
Der Tankautomat kann vorher nicht wissen für wie viel Geld man wirklich tankt. Er weiß nicht ob man mit einem Motorrad oder Reisebus an der Säule steht. Deswegen wird ein fester Betrag auf dem Konto geblockt. Der Betrag wird dann auch im Onlinebanking als vorgemerkter Umsatz angezeigt. Nach bis zu fünf Arbeitstagen wird dieser sogenannte »Vorwegumsatz« automatisch gelöscht und der tatsächliche Tankbetrag abgebucht.
Bei Avanti konnte ich an einigen Tankstellen 2018 und 2019 diesen »Vorwegumsatz« frei wählen (bis maximal 90,00 Euro, siehe Bild weiter oben). So umgeht man dieses Problem. An anderen Tankstellen wurden auch schon mal 120,00 Euro »blockiert«.
Hier kann man aber auch ganz einfach diesen möglichen Fallstrick umgehen. Einfach Bargeld mitnehmen. Früher hatte ich immer 40,00 Euro dabei, aktuell reicht das leider nicht mal mehr für eineinhalb Tankfüllungen der Tiger 800. Also eher 80,00 Euro mitnehmen und immer eine Barzahlung vornehmen, wenn es möglich ist.
Sollte es nur Automatentankstellen geben, hilft das natürlich nicht weiter. So bequem sie sind, die hohe Anzahl an Automatentankstellen kann da auch zum Problem werden.
Außerdem kann man kein Glück haben und auch noch Pech dazu bekommen:
Daher lieber einmal mehr Tanken und die Restreichweite auf über 100 km halten bevor man irgendwo im Nirgendwo steht und die einzige Automatentankstelle im Umkreis von 20 km Fahrstrecke einen außerplanmäßigen Urlaube eingelegt hat. 🙄
Das ist mir aber auch schon mal in Deutschland passiert. Das Bedienterminal wollte weder meine Visa-Debit, noch eine Debit-Mastercard einer anderen Bank annehmen. Obwohl beides im Display stand. Ich konnte nicht tanken. Eine Autofahrerin nach mir konnte mit ihrer Karte problemlos tanken. Warum? Keine Ahnung. Bei der nächsten Kartentankstelle konnte ich problemlos mit Visa-Debit bezahlen.
Eine Besonderheit, die vielen deutschen Fahrern auffällt: An manchen Tankstellen wird es erwartet und man wird ausdrücklich darum gebeten, nach dem Tankvorgang sofort vorzufahren. Als Maßangabe ist »eine Wagenlänge« vorgegeben.
In Deutschland ist es üblich, erst zu bezahlen und danach die Zapfsäule »frei zu machen«. Die Zapfsäule bleibt sowieso gesperrt bis der Bezahlvorgang abgeschlossen ist. Hat man einen deutschen Touristen hinter sich, stört es vermutich niemanden. Ist ein Einheimischer hinter einem, könnte er ein wenig grummlig werden. 🙄
Der Grund ist simpel: Die Zapfsäule wird für den nächsten Kunden frei und er kann sich auf den Tankvorgang vorbereiten, während man selbst noch beim Bezahlen ist. Was beim PKW funktioniert, funktioniert beim Motorrad meiner Meinung nach nur mäßig.
Klar, Helm ab, Helm auf, Handschuhe aus und wieder an, das frisst Zeit. Aber ob ich das jetzt nach dem Tankvorgang mache und daher nicht gleich zum Bezahlen kann oder erst nach dem Bezahlen fällt meiner Meinung nach nicht weiter ins Gewicht? Insbesondere wenn ich mit dem Klapphelm unterwegs bin.
Für deutsche Motorradfahrer ist es sicherlich ungewohnt, wird aber gelebt da für sinnvoll erachtet. Gerade bei viel Betrieb sorgt dieses System für einen flüssigeren Ablauf.
Wurde ich schon einmal angegangen, weil ich mein Motorrad nicht weggeschoben habe? Ja. Ein einziges Mal. Ich hätte damals meine R 1150 GS von der Zapfsäule aber auf eine relativ steil abfallende Fläche stellen müssen. Darauf habe ich verzichtet. Der Herr im PKW hinter mir blaffte mich an: »Dauert’s no lang? Sie hättn scho längst weg sein können!«. Ich war gerade dabei meine Handschuhe anzuziehen und im Begriff aufzusteigen. 🙄
Es ist aber nicht überall üblich und man wird auch nicht überall an den Zapfsäulen dazu aufgefordert. Bei größeren Tankstellen mit mehr Zapfsäulen habe ich die Aufforderung deutlich seltener gesehen als bei kleineren Tankstellen. Je weiter ich von der Grenze zu Deutschland entfernt war, desto weniger »Platz machen«-Aufforderungen.
Vielleicht kann das ja jemand verifizieren, der in Österreich lebt? Gerne in die Kommentare schreiben wie eure Erfahrungen so sind.
Motorradfahrern zu sagen, sie sollen vor Dieselpfützen an den Zapfsäulen aufpassen ist ein wenig wie Eulen nach Athen zu tragen. Jeder weiß es, jeder hat es vermutlich schon am eigenen Leib erlebt wenn der Stiefel kurz wegrutscht?
Besonders für Motorradfahrer sind die Folgen des »ich fülle den günstigen Diesel aus Österreich bis zur Unterkante vom Tankstutzen auf« sehr unangenehm. Erneut meine subjektive Wahrnehmung: Gerade bei grenznahen Tankstellen ist der Boden häufig voll von Dieselspuren. Wenn der Diesel erst aus dem Tank schäumt und danach noch aus dem 20-Liter-Kanister, wurde maximaler Einsatz für die Verunreinigung an den Tag gelegt. 🙄
»Gier frist Hirn«, es werden noch mal 2 Liter mehr in den Tank gepresst. Leider lässt er sich nicht komprimieren und es läuft aus dem Überlauf oder direkt aus dem Tankstutzen heraus.
Besonders kritisch sind die Flächen direkt vor der Zapfsäule, insbesondere dann, wenn dort auch Reisebusse und LKW ihre Zapfsäulen haben. Ich bin mal mit einem rutschigen Stiefel beim Bedienen vom Hauptständer abgerutscht und konnte die Maschine gerade noch »halten«. Macht nicht wirklich Spaß.
Da mir dies gestern schon wieder passiert ist denke ich aktuell darüber nach, ein »Seitenständertanker« zu werden. Dann fehlen mir vermutlich 0,5 bis 1,5 Liter zum maximalen Volumen. Das wären dann 10 bis 30 km Reichweite (etwa 8 Prozent weniger). Das wäre noch immer besser als eine auf der rechten Seite liegende Tiger 800 das hatte ich schon mal abseits einer Tankstelle, macht keinen Spaß. 🙄
Eine Deutliche Veränderung im Vergleich von 2016 zu 2026 betrifft die Kraftstoffsorten. Viele Jahre war an österreichischen Tankstellen vor allem Super 95 (ROZ 95) E5 Standard. Bereits 2010 ist »Normalbenzin« (ROZ 91) offiziell aus dem Sortiment genommen worden. Man konnte es aber noch immer vereinzelt auch noch Jahre später an den Zapfsäulen finden:
»Super 95« hatte einen Ethanolanteil von 5 Prozent, die Beimischung von Ethanol wurde im Oktober 2007 eingeführt. Aufgrund einer Gesetzesänderung zum 1. Januar 2024 ist nun auch flächendeckend E10 in Österreich als »Super 95« verfügbar.
Der Deutsche ist sehr heikel mit seinen Motoren. Vor E10 hat er noch immer Angst. 2024 lag der Marktanteil von E10 bei nur 27,4 Prozent (Quelle: Bioethanol | Marktdaten Deutschland 2024). Obwohl bereits 2011 über 90 Prozent der benzingetriebenen Fahrzeuge in Deutschland E10 laut Herstellerfreigabe vertragen haben (Quelle: VCD Service – Faktencheck E10-Benzin), tankten 2024 noch immer etwa 67,5 Prozent der Benzin-Tankenden lieber E5 und sind bereit die Differenz von etwa 6 bis zu 10 Cent zu bezahlen (Quelle: ADAC ruft zum Tanken von Super E10 auf).
Dies gilt natürlich auch für Motorradfahrer. Es gibt natürlich Motoren, welche gemäß Herstellerangaben Super Plus (ROZ 98) benötigen. Diese hochverdichteten Motoren, welche auf maximale Leistung ausgelegt sind, benötigen den qualitativ höherwertigen Kraftstoff um Motorklopfen zu vermeiden. Da die breite Masse aber keine Supersportler oder gar straßenzugelassene Rennmaschinen bewegt, ist E10 in der Regel kein Problem. Selbst meine Yamaha XJ 600 S von 1995 war für E10 freigegeben – technisch gesehen ist der Motor noch ein Relikt aus den 1980ern.
In Österreich mussten sich insbesondere Motorradfahrer bis 2023 wegen E10 kaum Gedanken machen, weil es vielerorts schlicht keine Rolle spielte – es gab ja in der Regel nur E5.
Seit Anfang April 2023 ist E10-Benzin in Österreich flächendeckend verfügbar. Die Umstellung erfolgte auf Basis der novellierten Kraftstoffverordnung (KVO), welche bereits zum 1. Januar 2023 in Kraft trat und den Bio-Ethanol-Anteil im Super 95 Benzin auf maximal 10 Prozent erhöhte, um CO2-Emissionen zu reduzieren.
In Österreich gibt und gab es im Unterschied zu Deutschland keinen Bestandsschutz für E5. Daher gibt es in der Regel keine separaten Pistolen für Super E5 und Super E10 wie in Deutschland.
Wer in Österreich maximal 5 Prozent Ethanol tanken will, muss mindestens (!) zu Super Plus (ROZ 98) greifen. Dies hat in Österreich weiter maximal 5 Prozent Ethanol.
Meine Praxiserfahrung im Jahr 2026: Teilweise wird gar kein ROZ 98 angeboten, sondern eine »Premiummarke« mit mindestens 100 Oktan (siehe Bild oben). Oder es gibt zum Super 95 mit 5 Prozent Ethanol gar keine Alternative, das folgende Bild zeigt eine solche Tankstelle (ENI in 6677 Schattwald).
Ist das eine Ausnahme und nur Eni macht das so? Ich habe nicht den Eindruck. Ich bin mit offenen Augen an der einen oder anderen Tankstelle vorbeigefahren. Sowohl auf der B190 als auch der B204 geben sich nahezu alle namhaften Tankstellenbetreiber die Ehre. Shell, OMV, Eni, BP, Avanti, Jet und DISK (diskont tank), alle sind vertreten. 😁
Je größer der Anbieter, desto breiter das Sortiment – sofern es der Platz hergibt. Eine alphabetisch sortierte Übersicht. Shell ist die einzige Tankstelle in Dornbirn, welche noch Super 95 E5 anbietet:
| Tankstelle | Diesel | (Premium) Diesel | Super 95 E10 | Super 95 E5 | High-Octane / Super Plus E5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Avanti | Ja | Premium Diesel Plus | Ja | - | - |
| BP | Ja | Ultimate Diesel | Ja | - | Ultimate Super 98 |
| DISK | Ja | - | Ja | - | Super Plus 98 |
| DISK | Ja | HVO-Diesel | Ja | - | Super Plus 98 |
| Jet | Ja | - | Ja | - | Super Plus 98 |
| OMV | Ja | MaxxMotion Performance Diesel |
Ja | - | Super 100+ |
| Shell | Ja | V-Power Diesel | Ja | Ja | Super 100+ |
Weitere Informationen wie die Preisgestaltung aussieht:
Wieso sind nicht einfach alle Kraftstoffe verfügbar? Automobilverbände wie der ADAC und auch der ÖAMTC argumentierten, dass bei einer Vereinfachung vom Sortiment Platz für nachhaltige Kraftstoffe geschaffen werden kann. Beispielsweise für HVO (Hydrogenated Vegetable Oil), welcher als nachhaltiger, synthetischer Dieselkraftstoff aus Abfallstoffen (beispielsweise Altspeisefette) bis zu 90 % CO2-Emissionen einsparen könnte.
Die Zapfsäulen haben häufig – wie in Deutschland – auch die größere Pistole für den LKW-Diesel. Die Preise an der Säule sind aber, anders als in Deutschland, an den großen Stelen am Straßenrand identisch ausgewiesen.
Bei üblicherweise maximal vier Zapfpistolen pro Tanksäule ist nicht Platz für alle Sorten. Wobei vermutlich eher die im Boden schlummernden Tanks das Angebot einschränken werden. Wenn es vier Kraftstoffsorten plus AdBlue und Erdgas gibt, ist irgendwann kein Platz mehr. 🙄
Seit 2011 dürfen in Österreich die Kraftstoffpreise nur noch einmal pro Tag um 12:00 Uhr erhöht werden. In März bis April 2026 galt die sogenannte »3-Tage-Regelung als Reaktion auf die deutlich gestiegenen Kraftstoffpreise aufgrund des Iran-Konflikts.
Vom 16. März 2026 bis zum 12. April 2026 galt folgende Sonderregelung, um extreme Preissprünge während der angespannten Marktlage zu dämpfen:
Die sogenannte „3-Tage-Regelung“ für Benzinpreise in Österreich ist inzwischen nicht mehr aktiv. Sie war eine von Anfang an befristet angelegte Krisenmaßnahme und ist am 12. April 2026 planmäßig ausgelaufen. Seit dem 13. April 2026 ist Österreich zur regulären Spritpreisverordnung zurückgekehrt:
Österreich bleibt für Touristen ein beliebtes Transit-, Reise- und »Tankland«. Das schließt natürlich alle mit Motorrädern mit ein. Die Kombination aus guter Infrastruktur, oft attraktiven Preisen – auch bei Übernachtungen – und perfekter Lage mitten zwischen traumhaften Strecken machen den Besuch in Österreich fast schon obligatorisch?
Wer ein paar Besonderheiten und sich auf diese einlässt oder umgeht, sollte keine Probleme haben. Insbesondere der große Andrang kurz vor 12 Uhr an Tankstellen in Grenznähe, nicht immer rund um die Uhr zur Verfügung stehende Automatentankstellen und die »Bitte eine Autolänge vorfahren«-Regelung sollte man kennen.
Nur nach Österreich fahren zu wollen weil man dort billiger tanken kann? Das ist vielleicht der falsche Ansatz. 🙄
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